Wenn man klug werden möchte, halte ich es für vorteilhaft sich für dumm zu halten. Wenn man sich nämlich schon für klug hält, dann übersieht man ganz leicht viele Dinge oder gibt sich mit einer vagen Ahnung davon, wie sie funktionieren, zufrieden.
Eigentlich sollten mit jeder Information, die man bekommt, mehrere Informationen einhergehen, über Informationen, die man noch nicht bekommen hat. So gesehen wird man durch Informationsbeschaffung dümmer. Klüger wird man nur im Vergleich mit anderen, die weniger Informationen haben.
Es werden aber die Informationen von der Gesellschaft kategorisiert. Ein Lehrer, der keinen DVD-Player bedienen kann, gilt nicht als dumm. Ein Schulabbrecher, der unheimlich schnell SMS schreiben kann, gilt trotzdem als dumm.
Dummheit/Klugheit ist in unserer Gesellschaft, die sich aufgeklärt fühlt, ein Selektionsprinzip. Deshalb kommt zu dem Vorteil, sich für dumm zu halten, auf persönlicher Ebene noch ein moralischer Grund auf gesellschaftlicher Ebene hinzu: die Position der schwächeren einzunehmen und sich gegen die Inquistion der Intelligenz zur Wehr zu setzen.
