|
hallo, ihr wackeren streiter alle,
nun geht unsere kampagne von der kampagne der atheisten schon seit märz - scheint doch ein lohnendes thema zu sein für solche foren / und da will ich nochmals (um der klarheit willen) "laut geben" wie ein braver jagdhund / ich habe da nämlich etwas in meinen tagebuchnotizen von 2007 gefunden / das ist so grundlegend und aussageklar für meine meinung, daß ich es - gewissenmaßen als schlußpunkt für meine beitragerei - noch anfügen möchte //
es handelt sich um etwas, was ich damals als "beste formulierung für formen der religionsleugnung" vermerkte / ich formulierte das so: (ich bin) FREI VOM GLAUBEN - und führte dazu aus:
„FREI VOM GLAUBEN“ – das ist eine feststellung, daß man sich a priori keiner art von spiritualität oder transzendenz hingibt, daß man (für sich persönlich) spiritualität weder kennt noch sich mit ihr auseinandersetzen muß.
In dieser formulierung steckt allerdings die möglichkeit, daß es einen „glauben an etwas“ gibt. Sie ist also nicht völlig voraussetzungsfrei. Aber daß menschen religiös, mythisch, mystisch, transzendental etc. glauben, ist eine erfahrbare tatsache und wird auch nicht bestritten. Mit dem freisein vom glauben taste ich die gläubigkeit anderer nicht an. Aber die formel setzt nicht den glauben an einen gott voraus oder setzt nicht, daß es etwas bestimmtes gäbe, woran man nicht glaube. Sie spricht nur von einem glauben allgemein.
Insofern leistet sie mehr als atheistisch (ohne gott) oder antichristlich. Und sie leistet auch mehr als areligiös (un-, nicht religiös) oder ungläubig. Diese ausdrücke, wie auch konfessionslos, suggerieren, daß es sich dabei um etwas nicht allgemeines, um etwas abweichendes handele, während das allgemeine, normale sei, religiös, gläubig zu sein oder einer konfession anzugehören. Mit „Frei vom glauben“ schließt man sich nicht von etwas aus, sondern gehört a priori gar nicht einer anders bestimmten gruppe an.
Diese formulierung setzt die eigene möglichkeit, das freisein vom glauben, gleichberechtigt neben die gruppe, für die glauben möglich ist. „Frei vom glauben“ ist nicht ein sich-gelöst-haben von etwas bestehendem, sondern eine freiheit von vornherein. Damit ist „freisein vom glauben“ mehr als nur eine abkehr von der möglichkeit eines glaubens. Ich sage aber nicht: „NUR wer nicht glaubt, ist frei“, sondern ich sage: „Weil ICH nicht glaube, bin ich frei.“
Diese formulierung hat nichts agressives, nichts von einer gegnerschaftlichen haltung an sich, nichts von einer besserwisserischen lossagung, sondern beinhaltet nur eine neutrale feststellung. Zugleich ist sie allumfassend, spricht nicht von gott oder einer bestimmten religion, sondern von der gläubigkeit an sich. Bei atheismus oder areligiösität wird immer zunächst ein gott, ein glaube vorausgesetzt, von dem man sich losgesagt hat, den man leugnet. Und das hat für viele etwas agressives, angreifendes gegenüber dem glauben an sich. Die formulierung einer freiheit vom glauben steht aber nicht in einer gegnerschaft zu der möglichkeit des glaubens.
Mit „frei vom glauben“ stehe ich gleichberechtigt neben der möglichkeit des glaubens, bekunde damit auch toleranz, zugleich aber meine überzeugung von einem ethischen weltbild und einer klaren stellung in der gesellschaft.
Ich grüße Euch alle - mit guten wünschen / habe viel gelernt aus vielen beiträgen // ciao! Euer wolf wissensdurst
|