Einen
schönen guten Tag

Ich würde gerne etwas zu der gestellten Frage beisteuern.
zum Einen fiel mir bei einem Beitrag der unübersehbare Einfluss eines sehr bekannten Romans namens "Brave new world" auf, in dem eben gerade diese Einteilung der Menschen in niedere und höhere Kasten und deren spezifische Abrichtung auf gewisse Tätigkeiten zu einem reibungslosen Geschehen beitragen. Die Idee einer solchen "effizienten" Gesellschaft ist also nicht neu. Was ich besonders gut an diesem Roman finde, ist dass durch einen äußeren Störfaktor, den man allgemein als emotionales Wesen bezeichnen könnte, eben diese Ordnung ins Wanken gebracht wird..
was mich auch zu meinem zweiten Gedanken im Bezug auf diesen Thema führt.
Wer bestimmt Gesellschaften überhaupt? Sind das nicht die aktiven Mitglieder und Personen die diese Gesellschaft formen? Wodurch ist gesagt, dass diese Entwicklung hin zu einer effizienten, emotionslosen Gesellschaft (die meines erachtens zwar spürbar aber nicht übermächtig ist) linear und global ist?
Gesellschaften gibt es zu Hauf, in allen möglichen Formen, wer sagt also, dass der Mensch irgendwann komplett und überall zum rationalen Wesen wird?
Außerdem gibt es schon heute beste Beispiele für Gegenbewegungen. Auch wenn alle immer ihren aus eben diese übermäßigen Effizinez resultierenden Frust an kommendem Beispiel ablassen und sich darüber aufregen: Was ist denn mit den ganzen EMOs? Die Namensgebung (abgeleitet von der Musikrichtung emotional punk) bezieht ja gerade diesen wichtigen Faktor mit ein. Und egal ob Emotionen nun Freude Trauer, Hass, Liebe, gut oder böse sind - sie sind doch effektiv vorhanden. Es ist jetzt keine 68er Revolution die auf die Barrikaden geht, aber es ist meines Erachtens nach ein spürbarer Widerstand gegen bestehenden Strukturen.
Emotional gegen effizient - es schreibt sich nur niemand so prägnant auf seine Fahnen.
Was ich damit sagen will ist, dass Gesellschaften bewegt sind. Sie funktionieren nur durch permannten Austausch und "Bewegung". Eine Gesellschaft die stagniert ist schon auf dem Weg des Niedergangs. Geschichtliche Beispiele zeigen es. Das römische Kaiserreich war nur der Auftakt hin zu einem Zerfall. Die Bündelung absoluter Macht an der spitze nur der Auslöser für eine innere Zerrüttung des Systems.
Ich glaube zwar, das der Mensch durch seinen technischen Fortschritt starken Einfluss auf seine Entwicklung, sogar im biologisch evolutionären Sinne nimmt, aber auch die Natur ist ein Faktor den wir nur bis zu einem winzigen Grad kontrollieren können. Und deshalb denke ich nicht, dass der Mensch dazu in der Lage ist emotionslos zu werden.
Danke fürs Lesen. Bin jederzeit offen für Anregungen zu meiner Sicht.
