Kecki hat geschrieben:
„Dass ethik sich als erwünschtes element im menschlichen zusammenleben entwickelt hat“ sehe ich nicht als zufällig an. Du könntest sonst auch sagen, daß Sex eine zufällige Überhöhung wäre, schließlich ist dann alles, was sich aus Begegnung ergibt, zufällig. Festhalten möchte ich nochmal, daß sich ein Mensch nur in Begegnung, also seinem speziellen Handlungsbereich, ethisch verhalten kann. Deshalb ist These 1 durchaus vertretbar.
Wieso, liebe Anja, sollte Zufälliges nicht auch sinnvoll sein? Selbst wenn es Zufall gäbe, könnte man doch jederzeit auch aus dessen Entwicklung einen Nutzen herauslesen bzw. hineindeuten.
Laut evolutionstheorie sind zufällige mutationen für merkmale verantwortlich, welche entweder begünstigend im „survival of the fittest“ sind, oder benachteiligend. Lebewesen mit begünstigenden mutationen haben eine grössere wahrscheinlichkeit (und häufigkeit )sich fortzupflanzen und damit auch diese mutation.
Wenn man sich nun lebewesen ansieht, dann kann man merkmale erkennen, denen man eine funktion zuordnen kann. Sinnesorgane, möglichkeiten zur fortbewegung und zur nahrungsaufnahme...
dass lebewesen augen haben erkennen wir als sinnvoll. Warum innerhalb einer art zwei lebewesen in ihrer augenfarbe abweichen, erklären wir schlicht als mannigfaltigkeit ohne eine spezielle funktion. Augen haben eine funktion, die augenfarbe nicht.augen und augenfarbe sind uns angeboren. Wir könnten uns jetzt eine gesellschaft vorstellen, welche die augenfarbe als besonders wichtig erachtet und künstlich überhöht. z.b. eine ständegesellschaft, aufgeteilt nach augenfarbe.
Ist ethik , sofern die fähigkeit dazu angeboren sein sollte, etwas wie augen, oder eher wie augenfarbe?
Es mag kulturen geben , welche den verzehr von insekten bevorzugen, insekten, welche auch bei uns herumkrabbeln und fliegen, wobei wir niemals auf den gedanken kommen würden...diese zu essen.
Sofern ethik bloß eine zufällig entstandene vorliebe sein sollte, sowas wie eine kulturell bedingte „geschmacksrichtung“ ...hätte man es schwer, ihr eine funktion zu unterstellen, wie den augen.
Soweit ich weiß ,sind aber gewisse grundsätzliche formen von ethik in allen kulturen zu finden und selbst bei tieren zu beobachten.
Sex hat eine erkennbare funktion. d.h. Die möglichkeiten sind im lebewsen angelegt und erfüllen einen erkennbaren zweck.
Insofern würde ich schon zwischen „sinnvoll“ und erkennbarer funktion und zufälliger überhöhung einer sache ( wie z.b. der aufteilung einer gesellschaft nach augenfarbe) unterscheiden.