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 Betreff des Beitrags: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Do 2. Jul 2009, 20:24 
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Registriert: 29.06.09
Beiträge: 3
Was könnte man denn aus existentialistischer Sicht als den Sinn des Lebens bezeichnen?
lg
danny


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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 08:57 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Aus existenzialistischer Sicht,ist der sinn des Lebens das denken des eigenen Seins, denn
ohne denken kein Sein und ohne Sein kein Leben.

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 12:53 
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Registriert: 26.06.09
Beiträge: 75
Hallo,

Zitat:
Aus existenzialistischer Sicht,ist der sinn des Lebens das denken des eigenen Seins, denn
ohne denken kein Sein und ohne Sein kein Leben.


Das ist mit Sicherheit richtig, reicht mir aber nicht aus um ein zufriedenes und lebenswertes Leben zu führen.
Ich bin überzeugt, dass die meisten (oder alle) Existenzialisten auch Atheisten sind und auch nicht an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod glauben. (Siehe John Paul Satre). Wenn ich keine "Belohnung" durch den Himmel oder das Paradies erfahre, muss ich meine Erfolgserlebnisse im Diesseits finden. Also, wenn ich glaube ein "Guter Mensch" zu sein, hoffe ich auch andere von Idealen überzeugen zu können auf dass diese Welt etwas gerechter und friedlicher wird. Darin kann ich meinerseits einen Sinn finden.

Also, auf ein friedliches Zusammenleben!

Werner

PS.: Der Glaube als Märtyrer sofort nach einem Mord an Andersdenkenden sofort in das Paradies zu kommen halte ich für den allergrößten Schwachsinn.
Werner


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 14:40 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Ein zufriedenes Leben zu leben ist zwar ein guter Vorsatz, doch Zufriedenheit setzt immer die Kenntnis von Unfrieden voraus was bedeutet, dass bevor ich ein zufriedenes Leben führen kann, ich unzufrieden gewesen sein muss. Umgelegt auf die Frage nach dem "Sinn des Lebens", kann Zufriedenheit oder Unzufriedenheit nur ein kleiner Teil des Ganzen sein, doch meiner Meinung nach niemals der eigentliche Sinn, oder?

plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 16:28 
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Registriert: 03.01.09
Beiträge: 125
Plotin
plotin hat geschrieben:
Aus existenzialistischer Sicht,ist der sinn des Lebens das denken des eigenen Seins, denn
ohne denken kein Sein und ohne Sein kein Leben.
Denken erfolgt über das Gehirn. Haben also Quallen, Einzeller oder Polypen kein Sein?
Ich vermute, dass ich Dich missverstanden habe(n muss) :D


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 16:57 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Denken erfolgt meiner Meinung nach aus sich selbst heraus, dass Gehirn ist nur Medium oder Mittel zum Zweck. Auf deine Frage bezgl. eigenes Sein von Quallen, Einzellern oder Polypen, bin ich der Überzeugung, dass sie sich selbst nicht als das wahrnehmen als das was wir, sprich der Mensch, sie sieht.

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2009, 20:36 
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Registriert: 26.06.09
Beiträge: 75
Hallo,

wenn ich die Existenzphilosophie richtig verstanden habe, dann kann sich meine eigene "Existenz", mein "Sein" erst mit einer Grenzerfahrung entwickeln: Tod eines Nächsten eine eigene schwere Krankheit u.ä. Ich kann das nicht ganz beurteilen, habe ich doch schon mehrfach das erste erlebt. Zweifellos hat mich das mit geprägt.

Diese Existenz ist aber immer an ein eigenes Bewusstsein gekoppelt. Da Quallen sicherlich kein eigenes Bewusstsein haben, können sie keine Existenz in diesem Sinne haben. Bei Hunden, Katzen, Affen u.ä. bin ich mir nicht sicher. Einen gewissen Ansatz haben sie vielleicht auch???

Werner


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Sa 4. Jul 2009, 06:55 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Hallo werner

Da hast du sicher recht, doch bin ich der Ansicht, Tiere reflektieren nicht über das alles sie umgebende Sein, zumindest nicht in dem maße, dass von einem der Logik folgenden Denkansatz gesprochen werden kann. Die Frage nach dem Sinn des Sein´s, wie wir sie zu stellen in der Lage sind, ist ihnen völlig unbekannt.

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2009, 10:49 
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Registriert: 20.07.09
Beiträge: 5
Alles was ist hat einen Sinn. Alles was geschieht hat eine Ursache. Nichts geschieht ohne Grund.

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2009, 19:15 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Der Existentialismus nach *gegend.

Das Leben an sich hat keinen Sinn. Das 'Sinntier' Mensch jedoch ist unablässig auf der Suche nach Sinn. Nicht nur des Lebens, sondern im Leben selbst, in all seinen Facetten. Es fällt ihm schwer sinnloses zu tun und wenn er erkennt das sein Tun sinnlos ist oder wird, so sucht er nach etwas anderem, "sinnvollerem", solange bis ihm auch dieses sinnlos wird usw. Wenn Sartre sagt: "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt", so hält dem *gegend entgegen: "Der Mensch ist zum Sinn verurteilt."

Einstimmig mit Camus der das Absurde hervorhebt, weist *gegend im Bezug auf das Absurde auf die Sinnlosigkeit hin, die dem Menschen zugleich fremd und vertraut ist. Er flieht vor der Sinnlosigkeit.

Die Erfahrung einer vollkommenen, bodenlosen Sinnlosigkeit, in ganz seltenen Momenten dem Menschen beschieden, bewirkt das der Mensch im äussersten Fall entweder den Suizid wählt (Verzweiflung) oder aber die Sinnlosigkeit in dieser Tiefe anerkennt (Gnade der Gelassenheit), was ihn zum eigentlichen Sinn führen kann. Er wir frei zum Sinn. Das heisst, das Urteil zum Sinn, wird zum sinnlosen Urteil. Der Mensch ist frei. (->Höhlengleichnis.)


gegend ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2009, 20:58 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Aber ist es nicht so, (wenn du schreibst, "es fällt ihm schwer sinnloses zu tun) dass dieses
tun von sinnlosem durch das tun einen Sinn erhält? Oder liege ich damit falsch?

Ich stimme dir zu, dass der Mensch vor der Sinnlosigkeit flüchtet, denn der Mensch kann in
einer sinnlosen, sinnleeren Welt genausowenig (über)leben wie in einem luftleeren Raum.

Auch Selbstmord wäre in gewissem Sinn eine Sinngebung und diese Sinngebung führt uns
wieder an den Anfang, zum Sinn des sinnlosen.

meint m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2009, 21:40 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Das Paradoxe, plotin, Camus würde sagen, das Absurde, ist das diese Flucht in scheinbar sinnvolles Tun, welches alsbald wieder sinnlos usw., selbst etwas sinnloses ist.

Camus spricht vom Mythos des Sisyphos der einen Stein den Berg hinaufrollt, immer wieder. Sisyphos aber hat uns voraus, dass er um die Sinnlosigkeit weiss, sich dieser stellt, während wir auf der Flucht vor dem sinnlosen sind, welches gleichsam eine Sinnlosigkeit offenbart. Eine die wir aber nicht wahrhaben wollen, vielleicht auch nicht können. Flucht kann vieles heissen.


gegend


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 12:00 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
@gegend!!

Doch führt dieses Denken, wenn der Mensch der Sinnlosigkeit seiner Sinnsuche gegenwärtig
wird, nicht zur Selbstaufgabe bis hin zur Selbstzerstörung?

Wenn nun auch die Flucht aus der Sinnlosigkeit sinnlos ist, was veranlasst den Menschen
dann es immer und immerwieder zu versuchen? Es erweckt den Anschein, dass dem
Menschen diese Sinnlosigkeit der Flucht Sinn genug zu sein scheint.

meint m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 20:21 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Spinnen wir den Existentialismus ala *gegend noch ein bisschen weiter.

Ich erinnere nochmals an den Sisyphos. Er ist von den Göttern zur sinnlosen Verrichtung verurteilt. Er hat keine Wahl.

Hat der Mensch eine Wahl zur Welt zu kommen? Was tut er in dieser Welt? In dieser Beziehung unterscheiden wir uns nur graduell von Sisyphos.

Sisyphos trotzt den Göttern weil er dieses Schicksal bejahen kann. Diese Ja ist eine Revolte gegen die auferlegte 'Sinnlosigkeit der Götter' und damit gegen die Götter. Die Götter selbst werden sinnlos.


Nach *gegend ist die Flucht vor der Sinnlosigkeit, Sinnlosigkeit in Reinkultur. Der Mensch gerät mit jedem "sinnvollen" Tun und der damit verbundenen, früher oder später hereinbrechenden Sinnlosigkeit im ganzen, näher an eine Unvermeidlichkeit, den Abgrund. Der Abgrund, dass was unter allen Umständen vermieden werden will. Der Abgrund ist in Wahrheit aber Ausgang aus der Höhle die Platon einst in einem Gleichnis umschrieb. Der Mensch der diesen Schritt tut, unter welchen Umständen, wie auch immer, erfährt sich Jenseits von Sinn und Sinnlosigkeit. Er hat den Sisyphos in sich befreit.

Dieser Akt der Genialität ist bei der nötigen Gelassenheit, eine Gnade die ihm erwiesen wird, selbst dem Dürftigen möglich, wie an mir ersichtlich. ;)
(Nicht aber den Hanswurstianern, die ihre Ketten lieben.)


gegend

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 Betreff des Beitrags: Re: Existentialismus > Sinn des Lebens?
BeitragVerfasst: Sa 10. Okt 2009, 07:41 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
@gegend!!

Die "Sinnlosigkeit in Reinkultur", sprich die Flucht, ist dem Menschen Sinn genug. Er ist auf
dieser Flucht versucht in den weiten der Sinnlosigkeit und Sinnleere Sinninseln zu finden, die
er anlaufen kann und auf denen es sich lohnt zu verweilen. Was meiner Ansicht nach allemal
besser ist, als sich mit der nötigen Gelassenheit der Sinnlosigkeit zu ergeben.

Das Risiko, den Schritt in den "Abgrund" zu wagen, will kalkuliert sein, denn jenseitig ist
vielleicht nur eine andere Höhle mit neuen Trugbildern an den Wänden.

Meint m.f.g. der in Ketten gelegte "Hanswurst", plotin

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