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 Betreff des Beitrags: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mi 2. Sep 2009, 17:23 
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Registriert: 02.09.09
Beiträge: 9
Wir haben das Bedürfnis, unser Leben ergründen zu wollen. Wir wollen wissen, wer wir sind, woher wir kommen, wohin wir gehen und was der Sinn des Lebens ist. Es stellt sich die Frage, wie wir unsere Fragen ausrichten sollen? Wenden wir uns an die Naturwissenschaft, ernten wir Naturwissenschaftliches - wozu bräuchten wir dann noch die Philosophie?

Elias


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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mi 2. Sep 2009, 19:53 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Elias!!

Du stellst die Frage; "Wozu brauchen wir die Philosophie?"

Nun ich denke, zum einen um solche Fragen, wie du sie in deinem Beitrag stellst, zu stellen
und zu anderen um über bzw. hinter die Antworten der Naturwissenschaften zu blicken.
Die Philosophie verlangt, dass man sich mit mehreren Sichtweisen der Dinge vertraut macht,
denn nur grundlegende Werte, Gedanken, Einsichten und Erkenntnise sollen dem Menschen
als Massstab dienen, die der geistigen Orientierung die Richtung vorgeben. Denken darf nicht
in ein Korsett gezwängt und eingeengt werden, der Geist soll offen sein für alles was ihm
geboten wird.

m.f.g. plotin

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mo 7. Sep 2009, 15:54 
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Registriert: 02.09.09
Beiträge: 9
Danke dir für deine Gedanken, plotin, die uns einen Einstieg ins Gespräch erlauben! Die von mir gestellte Frage würde zwar schon als philosophisch bezeichnet werden können, doch befindet sie sich ja noch auf einem recht dürftigen Niveau, das die ernsthafte Philosophie sicher noch lange nicht erreicht.

Hinter den Antworten der Naturwissenschaften stecken ja nichts als Formeln und Experimente, die durch naturwissenschaftliches Denken gewirkt wurden, es sei, man wollte dem bereits Philosophisches unterstellen. Aber wenn meine Eingangsfrage bereits philosophisch sein sollte, dann wäre ja schon alles Fragen, Denken und Nachdenken philosophisch. Dann gäbe es ja gar keinen Unterschied zu erkennen zwischen dem Denken eines einfachen Menschen und dem eines ausgebildeten Philosophen. Zudem hätte die Philosophie gegenüber der Naturwissenschaft keine Eigenständigkeit, sondern wäre von ihren Antworten abhängig.

Der verwendete Begriff "Antworten" erweckt den Eindruck des bereits Abgeschlossenen, das seiner Natur nach nicht weiter bedacht zu werden bräuchte. Würde dennoch weiter bedacht, wäre das nicht nur unnötig, sondern würde eher einem huldigenden Tanz ums Goldene Kalb ähneln.

Ich wüsste nicht, wo die Philosophie verlangt, sich mit mehreren Sichtweisen vertraut machen zu müssen. Auch hier wirkt die Ausdrucksweise so, als ob die Philosophie abhängig von anderen und nicht selbst in der Lage wäre, eine durch philosophische Mittel erlangte Sichtweise sich selbstständig zu erarbeiten.

Aus mehreren Sichtweisen entstehen wie in einer wundersamen Verwandlung ja noch lange nicht "grundlegende Werte, Gedanken, Einsichten und Erkenntnisse", entsprechend würden sie als dienender Maßstab zur richtungsweisenden geistigen Orientierung eventuell in die Gefahr der Verirrung führen.

Wenn das Denken nicht in ein Korsett eingezwängt und eingeengt werden soll, dann besteht die umgekehrte Gefahr, in einer undifferenzierten einladenden Offenheit für alle Angebote, sie ungeprüft in den Geist einzulassen.

Elias


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mo 7. Sep 2009, 18:03 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Elias!!

Ich denke, auch in den Naturwissenschaften ist sehr viel Philosophie verborgen, ich verweise
auf die Astronomie und die Werke von Carl Sagan oder Stepen Hawking. Auch glaube ich nicht
dass die Naturwissenschaften und die Philosophie in irgend einer Abhängigkeit zu einander
stehen, vielmehr sind sie meines Erachtens gleichwertige Partner die sich gegenseitig Befruchten.

Was soll es für einen Unterschied machen ob ein wie du es nennst, "ausgebildeter Philosoph
oder ein einfacher Mensch" (schreckliche Bezeichnung) die Frage nach dem Sinn allen Seins
stellt? Ausschlaggebend ist meiner Meinung nach die Antwort die sie auf diese Frage finden.
Der eine wird sich mit der gefundenen Antwort zufrieden geben, für den anderen wird die
Antwort nur noch weitere Fragen aufwerfen, deshalb ist eine Antwort meines Erachtens
nichts Abgeschlossenen sondern eher wie das aufstossen einer Tür.

Die Geschichte der Philosophie ist eine Geschichte der sich wandelnden Sichtweisen auf die
Welt. Das bedeutet für mich, dass solange es denkende und reflektierende Menschen gibt,
unterliegt die Philosophie einem ständigen Wandel, sie ist weder auf Nutzen noch auf Gewinn
ausgerichtet, sondern besteht nur um ihrer selbst willen. Deshalb sollte man nicht blind einem
Dogma nachhängen sonden sich wie gesagt mehrerer Sichtweisen bedienen.

Das ist ja gerade das Wunderbare an der Philosophie, offen zu sein für alles was den Geist
anregt. Bertrand Russel meinte dazu, "Wer ein Philosoph werden will, darf sich nicht vor
Absurditäten fürchten. Das zeichnet den Philosophen aus, er saugt alles in sich auf, wertet
und beurteilt, befindet einiges für gut und sortiert unnützes wieder aus.

Ein Korsett ist immer mit Zwang verbunden und diesen darf es in der Philosophie nicht
geben.

m.f.g. plotin

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Sa 12. Sep 2009, 14:27 
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Registriert: 02.09.09
Beiträge: 9
Es verhält sich mit Verweisen auf Institutionen wie die der Astronomie und auf Personen wie Sagan und Hawking ja so, plotin, dass sie zunächst kein Beleg für die Richtigkeit der Aussage sind. Damit wäre der Leser gezwungen, wollte er die Aussage nachprüfen, sich reichlich mit der angesprochenen Lektüre auseinander setzen zu müssen. Können denn nicht eigene belegende Worte gewählt werden, statt dem Leser eine solche Barriere vorzulegen?
In gleicher Weise müsste der Nachweis für die Ansicht geführt werden, dass die Philosophie und die Naturwissenschaft gleichwertige Partner seien und sich gegenseitig befruchten würden - ein bloßer Glaube reicht da nicht aus.

Wenn die Herstellung einer bloßen Zufriedenheit ausschlaggebend für die Sinnfrage wäre, läge der Sinn des Lebens lediglich in der Erlangung einer persönlichen Zufriedenheit. Wenn für einen anderen eine Antwort nur weitere Fragen aufwerfen würde, dann ergäbe sich die Frage, wann er sich mit einer aus den Fragen vielleicht gewonnenen Antwort zufrieden geben und so letztlich an der gleichen Stelle der bloßen Zufriedenheit stehen würde, wie es der erste Typus betreibt. Oder wird er vor lauter Fragen nicht mehr ein noch aus wissen?

Nun haben wir abermals eine unbelegte Behauptung, die besagt, die Philosophie hätte eine Geschichte der sich wandelnden Sichtweisen. Auch hier kann ein Leser sich nicht einfinden, es sei, er ließe sich von dem Dogma jener Behauptung erblinden lassen.
Wenn mehrere Sichtweisen anderer nach diesem Schema behandelt würden, gliche das dem Aufstoßen einer Tür, hinter der der blinde Dogmaglaube vorherrscht.

Das Zitat von Russell müsste inhaltlich erst geprüft werden, wie es denn genau gemeint bzw. in welchen Kontext es eingebettet ist. Auch hier ist dem Leser die Nachprüfung nicht möglich, schon allein, weil eine Quellenangabe fehlt.
Ein Nicht-Fürchten vor Absurditäten steht zunächst in keinem rechten Zusammenhang mit einem Aufsaugen-von-Allem. Zwar steht der Begriff "Absurditäten" im Plural, doch hat er mehr eine qualitative Bedeutung, während das Aufsaugen-von-Allem quantitativ zu verstehen ist.

Es heißt, die Philosophie sei nicht auf einen Nutzen aus und doch soll der Philosoph Unnützes aussortieren. Wie ist das gemeint? Zudem ergibt sich die Frage, nach welchen Kriterien gewertet und geurteilt werden soll sowie ab wann etwas gut oder unnütz ist.

Da auf mein Gegenargument bezüglich des Korsetts nicht geantwortet wurde, nehme ich an, dass es vielleicht übersehen oder nicht verstanden wurde. Vielleicht besteht die Ansicht, nur der Zwang sei für das Denken schädlich. - Und ist es nicht ein "Korsett", wenn der Anspruch besteht, alles Dargebotene in sich aufsaugen zu sollen. Und drückt das "Aufsaugen" nicht auch etwas Süchtiges aus, dem nicht widerstanden werden kann?

Nach wie vor zeigt sich die Abhängigkeit des vorgeblichen Philosophen von Sichtweisen anderer - die er ja auch noch aufsaugen soll -, da schon allein an keiner Stelle davon gesprochen wird, sich auf eine eigene unabhängige Sichtweise beziehen zu können oder zu sollen. Er soll erst das Denken beginnen, wo andere bereits zu einer Antwort gekommen sind, den denkerischen Grundstein soll er offensichtlich selbst nicht legen.

Elias


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Sa 12. Sep 2009, 15:50 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Elias!

zu Abs.: 1
Da wir uns hier in einem Philosophieforum befinden, bin ich davon ausgegangen, dass die
Werke bzw, das Denken von Sagan und Hawking bekannt sind, zumindest teilweise. Weiters
glaube ich nicht, sondern bin überzeugt, das Die Wissenschaften und die Philosophie gleich-
wertige Partner sind. Was ist deine Meinung dazu??

zu Abs.: 2
Die Antworten auf die "Sinnfrage" sind so vielfältig, dass jeder der sie stellt, sich seine eigene
Antwort suchen sollte. Was ist deine Antwort darauf??

zu Abs.: 3
Das ist meine Überzeugung und keine Behauptung. Auch verfolge ich keinen journalistischen
Auftrag mit meinen Beiträgen, also sollte sich der "werte Leser" mit der Materie vertraut
machen um im Bilde zu sein. Ach übrigens, was ist deine Überzeugung??

zu Abs.:4
Dann prüfe es inhaltlich und vorallem Denke, dann wirst du die Zusammenhänge erkennen.
Oder glaubst du nicht??

zu Abs 5
Das heißt, die Philosophie strebt an sich nicht nach einem Nutzen. Die Kriterien solltest du
dir selbst erarbeiten, was ja Teil der Philosophie ist. Oder hast du kein Interesse an eigener
Arbeit??

zu Abs.: 6
Dem Anschein nach steckt dein Denken in einem Korsett. Die Antriebskraft der Philosophie ist
es, zu erkennen was die Welt im Innersten zusammenhält bzw. bewegt. Was, so denke ich
Offenheit nach allen Seiten verlangt. Scheuklappendenken ist hier nicht gefragt, oder??

Deine analytische Zusammenfassung stimmt mich nachdenklich, weil sie für mich wie eine
vorgefasste Meinung erscheint. Vorgefasst in dem Sinn, dass von Anfang an Kritik dein
Ziel war.
Darum erlaube mir die Frage; Willst du nur Kritik und Analyse am Denken anderer üben, oder
auch eigene Gedanken einbringen??

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2009, 19:05 
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Registriert: 30.01.09
Beiträge: 37
Hey Leute kann es sein, dass das hier richtige geschrieben ist?
Zitat:
Massstab


Ich habe heute Masse gelesen und dachte dabei an die physikalische Eigenschaft mit der Einheit Gramm. Es war das Maß gemeint. Ist die deutsche Sprache jetzt schon so weit misshandelt, dass ich das schon nicht mehr unterscheiden kann? Ich komme hier auf diese Frage, weil plotin das hier in seinem ersten Beitrag geschrieben hat.

Ich wende mich erstmal an die Grundfragen des Threads.
Elias hat geschrieben:
Wenden wir uns an die Naturwissenschaft, ernten wir Naturwissenschaftliches - wozu bräuchten wir dann noch die Philosophie?


Das was wir hier als Philosophie bezeichnen, bräuchten wir in der Form gar nicht, weil es sich von selbst ergeben würde. Ich könnte mir dieselben Fragen stellen, ohne zu wissen, was Philosophie ist. Außerdem entsteht Philosophie oftmals schlicht und ergreifend ohne selbst zu wissen, das Philosophie ist.

Ich könnte noch auf eine andere ....... SOrry, ich musste kurz unterbrechen, weil ich es als unnütz empfand Dinge zu kommentieren, bevor ich sie in seiner gesamten Ansammlung gesehen habe. Falls sich jemand fragt warum, ich wollte nur sicher gehen, dass nicht genau dasselbe wie jemand anderes vor mir beschreibt.

So komme ich mal zum Ende. :mrgreen:

Bleibt beide erstmal ganz ruhig auf euren Stühlen, ihr müsst euch nicht gleich an die Gurgel gehen.

Scheinbar ist diese Aussage äusserst wichtig für den Autor. Ich bin nur gebildet und auch eingebildet, aber leider nicht in Philosophie. Ich hatte bisher nur normale Schule und glaube aus dem Deutschunterricht und meinem Verhalten zu dieser Art von Unterricht schließen zu können, dass ich mich für Philosophie interessiere. Und das einzige Werk was ich als teilweise philosophisch bezeichnen würde und selbst gelesen habe, ist Rüdiger Safranski und trägt den Namen "Romantik eine deutsche Affaire"

plotin hat geschrieben:
Dem Anschein nach steckt dein Denken in einem Korsett. Die Antriebskraft der Philosophie ist
es, zu erkennen was die Welt im Innersten zusammenhält bzw. bewegt. Was, so denke ich
Offenheit nach allen Seiten verlangt. Scheuklappendenken ist hier nicht gefragt, oder??


Aber für die Erklärung oder Definition von Philosophie, solltest du kein Zitat aus Faust I nehmen. Besonders, da es in seiner heutigen Bedeutung und besonders als Einzeiler nur bedeutet, dass die Philosophie eine Unterform der Geosphäre. Und ich bin mir sicher, dass die Erforschung der physikalischen Zusammenhänge in Bezug zur Existenz unserer Existenz und alles drum herum nicht ganz der Teil dieses Themas ist.

Außerdem, wenn du mit jemandem redest, dann solltest du ihn nicht beleidigen, weil du dann dafür sorgst, dass dieser kein Interesse mehr hat, an dem Gespräch teilzunehmen. Ich hoffe, du entschuldigst dich für diesen Ausdruck, weil es schädlich für jede Philosophie ist, einen Menschen von ihr auszuschliessen. Außerdem ist er der Autor dieses Themas und sollte daher verscheucht werden, weil sich sonst niemand verpflichtet fühlt dieses Thema am Leben zu erhalten.

Entschuldige, wenn ich das tue, aber wenn du dir Gedanken über deine eigene Aussage machst, sollte dir auffallen, dass eine Antwort oder Kommentierung meist in Verbindung einer Kritik steht, da sonst in keiner Form Stellung zu deiner Aussage gemacht werden kann.

Wenn ich denn so weitermachen darf, erlaube mir zu erwähnen, dass Kritik sich meist auch eher als ein eigener Gedanke entwickeln kann, ähnlich wie die Analyse, daher frage ich mich, wie du diese Frage gemeint hast, denn sie hat in ihrer Formulierung einen semiotischen oder semiologischen Fehler und kann nicht verstanden.

Da es mir zu wild wird so weiter zu machen, hänge ich mich erstmal an Elias

Elias hat geschrieben:
Können denn nicht eigene belegende Worte gewählt werden, statt dem Leser eine solche Barriere vorzulegen?


Nicht so distanziert, wir sind alle Menschen. Drücke es doch mal so aus. Jo, Alter, wat willste mir damit verklickern? :wink:

Ich werde die nächsten Zitate nicht mehr, mit dem Namen Elias beschreiben, weil es alle von ihm sein werden.

Zitat:
In gleicher Weise müsste der Nachweis für die Ansicht geführt werden, dass die Philosophie und die Naturwissenschaft gleichwertige Partner seien und sich gegenseitig befruchten würden - ein bloßer Glaube reicht da nicht aus.


Stimmt, du hättest ihm aber auch einfach sagen können, dass er sich deutlicher ausdrücken soll und dass er auch den zweiten Gedanken, den er unabhängig von den Autoren Hawkin und Sagan ausgedrückt hat.

Zitat:
[...]läge der Sinn des Lebens lediglich in der Erlangung einer persönlichen Zufriedenheit.


Und was wenn Ja? Ich meine, in einer Hinsicht sind sich viele Menschen einig und zwar, dass jeder Mensch seinen eigenen Sinn fürs Leben herleiten muss. Dahingehend ist es auch nicht so falsch, einen Sinn im Leben zu haben, der darauf hin anstrebt stetig so zufrieden wie möglich zu sein.

Zitat:
Oder wird er vor lauter Fragen nicht mehr ein noch aus wissen? Oder würde er am Ende fesstellen, dass das Fragen seinem oder ihrem Leben mit Sinn füllt?


Wie wäre es denn damit, dass er irgendwann feststellt, dass Fragen stellen der Sinn seines Lebens ist. Bis er eben stirbt. Wäre nicht der erste Sinn des Lebens, der ohne den Tod des Menschen auch ewig verlaufen könnte.

Zitat:
Nun haben wir abermals eine unbelegte Behauptung, die besagt, die Philosophie hätte eine Geschichte der sich wandelnden Sichtweisen. Auch hier kann ein Leser sich nicht einfinden, es sei, er ließe sich von dem Dogma jener Behauptung erblinden lassen.


Ich denke, dass das nicht unbedingt falsch ist. Schließlich haben einige der ersten Schriften, die wir von Phöniziniern haben, den Inhalt, dass sie daran glauben, dass es Götter gibt, diese sich aber nicht für die Menschen interessieren. Ich glaube, dass sich gewisse Sichtweisen erst entwickeln mussten und dafür Zeit brauchten, die länger als ein Menschenleben dauern.

Zitat:
Da auf mein Gegenargument bezüglich des Korsetts nicht geantwortet wurde, nehme ich an, dass es vielleicht übersehen oder nicht verstanden wurde.


Ich glaube, verstanden zu haben. Prinzipiell sind wir alle in einem Korsett und egal, wie frei wir uns davon machen wollen es umschlingt uns doch und erinnert uns daran, dass wir Menschen sind. Natürlich wäre es gut, sich so frei wie möglich davon zu machen, um gegenüber allen Dingen auf dieser Welt offen zu stehen und sich vor neuen Dingen nicht zu verschliessen. Doch wird uns das schlecht möglich sein, weil wir an diesen physischen Körper gebunden sind und auch nur eine begrenzte Zeit haben, unseren Verstand mit neuen Dingen zu füllen.

Was mir noch in Bezug zu der Problematik zwischen naturwissenschaftliches- und philosophisches Denken einfällt, möchte ich noch zum Ausdruck bringen. Naturwissenschaftler können ihren Wissenschaften niemals vollkommen nachgehen, da sie immer daran gebunden sind unabhängig von jeder Erfahrung, ihre eigenen Vermutungen aufzustellen, um das geschehene erklären zu können. Dieser Gedanke resultiert aus dem Aufstellen der Hypothesen der Naturwissenschaftler. Diese Hypothesen müssen sie meist unabhängig von der erforschten Empirie aufstellen. Da ist quasi auch der Knackpunkt zwischen Theorie und Praxis, dass was real ist, ist nicht immer das, was Theorie ist. Bei ihnen hört es sich so an, als wäre es äusserst bedeutungsvoll alles zu überprüfen, darf ich fragen, aus welchem Gedanken diese Einstellung resultiert? Denn für mich ist es auch äusserst bedeutungsvoll Dinge oftmals so zu akzeptieren wie sie sind und auch keine Position zu gewissen Dingen zu entwickeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2009, 20:48 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Beredien!!

1.) Korrekte Schreibweise "Maßstab"

2.) Ich denke nicht, dass wir uns an die "Gurgel" gehen, da dürfte es sich wohl nur um die
subjektive Auffassung deinerseits handeln.

3.) Ich denke, dass das Zitat aus Faust die Philosophie recht gut definiert, vorallem auf eine
doch recht einfache Art. Ich hätte es natürlich als Zitat kennzeichnen müssen. Asche über
mein Haupt, auch ich bin nur ein Mensch, also nicht unfehlbar.

4.) Ich sehe keinen Grund für eine Entschuldigung, da ich keine Beleidigung ausmachen kann.
Ich habe lediglich eine Annahme zum Ausdruck gebracht, die Elias aber bestimmt entkräften
kann.

5.) Auf welche Aussage beziehst du dich?

5.) Stimme die bezüglich Kritik und eigener Gedanken zu, doch denke ich, dass meine Frage
sehrwohl verstanden werden kann.

m.f.g. plotin

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Mo 14. Sep 2009, 22:12 
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Registriert: 30.01.09
Beiträge: 37
plotin hat geschrieben:
[...]da dürfte es sich wohl nur um die
subjektive Auffassung deinerseits handeln.


Oh Nein, bei euch wurden Vorwürfe um sich geworfen, dass der äussere Zuschauer nur noch darauf warten könnte, dass die echten Beleidigungen hervortreten.

Zitat:
Ich denke, dass das Zitat aus Faust die Philosophie recht gut definiert, vorallem auf eine
doch recht einfache Art.


Wenn ich versuche, die Worte, die Goethe benutzte, um Philosophie in einen Einzeiler zu packen, dann fehlen mir schlichtweg die Worte, um die Worte, die Goethe benutzt verständlich und richtig in den heutigen Sprachgebrauch umzusetzen. Das du es nicht als Zitat gekennzeichnet hast, empfinde ich nicht so schlimm, wie die Art, wie du es benutzt hast. Der Einzeiler beschreibt die Philosophie schlicht und ergreifend nicht. Da musst schon sehr viel hineininterpretieren, um den Sinn der damaligen Philosophie, so zu übersetzen, dass es allgemein verständlich ist.

Zitat:
Ich habe lediglich eine Annahme zum Ausdruck gebracht, die Elias aber bestimmt entkräften
kann.


Du müsstest doch aber wissen, dass Formulierungen, wie "Nach deinem Verhalten könnte ich vermuten, dass du ein Idiot bist." Nicht darauf warten, entkräftet zu werden, sondern allein die Formulierung lässt den anderen vermuten, dass du ihn für einen Idioten hältst, unabhängig, davon, was er denken mag. Ähnlich ist es bei einigen deiner Annahmen, die Elias sehr wahrscheinlich sehr persönlich genommen hat.

Zitat:
5.) Auf welche Aussage beziehst du dich?


Zitat:
Willst du nur Kritik und Analyse am Denken anderer üben, oder
auch eigene Gedanken einbringen??

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2009, 09:25 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Beredien!!

1.) Sorry, ich sehe keine Beleidigung, weder von Elias noch von meiner Seite. Wie bereits
gesagt, subjekive Auffassung deinerseits.

2.) In diesem Fall magst du vielleicht recht haben wenn ich mich mit einem Laien unterhalte,
von dem ich aber nicht ausgegangen bin, deshalb finde ich das Zitat als Pauschalbeschreibung
doch sehr treffent.

3.) Niemand wurde und wird von mir als "Idiot" bezeichnet. Hier handelt es sich wieder nur
um deine eigene subjektive Wahrnehmung! Darum bitte ich dich, lege mir keine Worte in den
Mund die ich in einer Diskussion niemals benutzen würde.

4.) Verstehe ich zwar nicht, aber ich denke schon, dass man auf diese Ausage eine
schlüssige Antwort geben kann.

Ich nehme deine Kritik natürlich zur Kenntnis, trotzdem muss ich festhalten, das es sich
meiner Meinung nach um die subjektive Wahrnehmung und interpretation eines unbeteiligten
dritten handelt.

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2009, 13:11 
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Registriert: 30.01.09
Beiträge: 37
Zitat:
1.) Sorry, ich sehe keine Beleidigung, weder von Elias noch von meiner Seite. Wie bereits
gesagt, subjekive Auffassung deinerseits.


Okay, dann nochmal. Erstens alles was wir betrachten oder auffassen oder wahrnehmen ist subjektiv. Somit kannst du mein Verhalten oder Wahrnehmung schlecht damit abtun zu begründen, dass sie subjektiv ist. Sondern eher fehlerhaft.

Und diese Formulierung von mir:
Beredien hat geschrieben:
"Nach deinem Verhalten könnte ich vermuten, dass du ein Idiot bist."


War ein Beispiel, um die Situation entsprechend meinem Eindruck nach zu urteilen. Die Struktur mit der dieser Satz formuliert worden ist, beinhaltat rein förmlich nicht, dass jemand unterstellt wird, dass er ein Idiot. Im Gegenteil, es wird der Konjunktiv benutzt der lediglich darstellt, dass es so sein könnte. Das irgendjemand ein Idiot ist, steht in dieser Aussage jedoch nicht zur Debatte. Trotzdem würde der Leser, an den es gerichtet ist, diesen Satz nicht so auffassen. Der Appell der in dieser Nachricht steht beschreibt eher, dass der Empfänger ein Idiot ist, weil irgendeines seiner Verhaltensweisen dem Absender diese Vermutung nahe liegen lässt.

Ähnlich ist es mit dieser Aussage:
Zitat:
Willst du nur Kritik und Analyse am Denken anderer üben, oder auch eigene Gedanken einbringen??


Ich habe den Satzteil extra markiert, damit du weisst um welchen Teil es sich handelt. In dem markierten Satzteil unterstellst du ihm eindeutig, dass er keine eigenen Gedanken eingebracht hat. Für ihn drückst du damit aus, dass er nicht selbstständig denken kann. Das müsste dir doch ins Auge springen.

Zitat:
2.) In diesem Fall magst du vielleicht recht haben wenn ich mich mit einem Laien unterhalte,
von dem ich aber nicht ausgegangen bin, deshalb finde ich das Zitat als Pauschalbeschreibung
doch sehr treffent.


Nun gut, ich empfinde es als unpassend, da ich jedoch noch kein Philosophie-Studium beginnen konnte, kann ich nicht beurteilen, ob jemand der kein Laie ist diese Zeile besser verstehen könnte. Dahingehend, kann ich also nichts weiter ausdrücken. Ich als Laie habe jedoch einen anderen Eindruck von Philosophie, der nicht durch diesen Ausdruck näher beschrieben wird.

Zitat:
Ich nehme deine Kritik natürlich zur Kenntnis, trotzdem muss ich festhalten, das es sich
meiner Meinung nach um die subjektive Wahrnehmung und interpretation eines unbeteiligten
dritten handelt.


Und hier nochmal die Erwähnung, dass subjektiv ein Wort ist, dass zu falschen Gedankenstrukturen führt und fehlerhaft dem vielleicht entsprechender wäre. Weiterhin ist das ein offenes Forum und zu diesem gehört das Thema dazu, ich habe mich nur noch nicht beteiligen können, da mir dieses Thema nicht früher aufgefallen ist, daher wäre mein zutun als Handeln eines unbeteiligten Dritten auch eine etwas unglückliche Formulierung. Ich danke dir jedoch dafür, dass du dir meine Worte zu Herzen nimmst. :o

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Di 15. Sep 2009, 16:40 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@Beredien!!

Natürlich ist das ein offenes Forum, da hast du vollkommen recht und jedes Statemente ist
willkommen!

Doch verzeih mir meinen Einwand; Denn ich finde deine Beiträge bestanden zum großen Teil
nur aus mutmaßungen über die Auffassungsgabe und die Befindlichkeiten des Elias und
deshalb finde ich die Formulierung "unbeteiligter Dritter" in diesem Zusammenhang doch sehr
treffend. Was aber in keinster Weise abwertend gemeint ist.

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Fr 18. Sep 2009, 13:46 
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Registriert: 26.06.09
Beiträge: 75
Hallo Elias,

erstmal finde ich Deine Antwort vom 12.09.2009 ein wenig merkwürdig.
Allerdings kenne ich Sagan auch nicht (bisher), aber wenn mich das weiter interessiert kann ich ja nachlesen. Ich weiss schon wo ich entsprechende Informationen finde! Im Internet!

Zitat:
Nach wie vor zeigt sich die Abhängigkeit des vorgeblichen Philosophen von Sichtweisen anderer - die er ja auch noch aufsaugen soll -, da schon allein an keiner Stelle davon gesprochen wird, sich auf eine eigene unabhängige Sichtweise beziehen zu können oder zu sollen. Er soll erst das Denken beginnen, wo andere bereits zu einer Antwort gekommen sind, den denkerischen Grundstein soll er offensichtlich selbst nicht legen.


Ich habe eine Podiumsdiskussion zwischen einem Gehirnforscher der Uni Bremen und einem Philosophen der selben Uni erlebt. Es wurde dort festgestellt, dass der Geisteswissenschaftler die Fragen und Versuchsvorgaben gibt und der Naturwissenschaftler versucht darauf belegbare Antworten zu finden. Dabei gab es eine Antwort auf das Verliebtsein, dass dabei die gleichen Hormone tätig sind wie bei Stress. Die Liebe ist naturwissenschaftlich nicht nachweisbar.

Da siehst Du schon zwei Aspekte: Das was nachweisbar ist muss man nicht unbedingt anzweifeln und wiederholt untersuchen. Das Thema Liebe ist sicherlich noch nicht abschliessend ausdiskutiert.

Das Thema "Sinn des Lebens" haben wir hier schon ausgiebig diskutiert. Kurz, würde ich sagen, haben wir hier zwei Ergebnisse gehabt:
1. Das reine Evolutionsbiologische, die Arterhaltung und die "Weiterentwicklung" der Art.
2. Ein philosophischer oder psychischer Sinn, der rein individuell ist. Wobei ich meine, dass dieser Sinn sich nicht nur auf reinen Spass (Sex und Saufen, ewiges Partymachen) beschränken kann. Die Weitergabe von Ansichten, Ideen und ähnlichem wären für mich der Sinn meines Lebens. Das würde von mir überbleiben.

Du siehst also, es gibt bei manchen Fragen durchaus keine eindeutige Antwort und auch verschieden Sichtweisen.

Und dann, gibt es Fragen, auf die wir (noch?) keine Antwort haben: Die Astronomie wird für Menschen immer Fragen offen halten. Der Mensch wir niemals in ein "Schwarzes Loch" kommen können, bzw. niemals lebend wieder heraus.

Die Existens der Seele und des Jenseits wird niemals nachweisbar sein. Für mich habe ich die Suche nach dem Jenseits als nicht existent abgeschlossen. An der Seele knabber ich noch.

Natürlich sollst Du Dir Deine eigenen Gedanken machen und wenn Du der Überzeugung bist, dass die Erde doch eine Scheibe ist, dann kannst Du diese Idee hier durchaus kundtun. Vielleicht hast Du ja völlig neue Erkenntnisse. Ich meine nur, dass man sich über das Thema keine Gedanken mehr machen muss, aber die Unendlichkeit des Universums, wissenschaftlich nicht nachweisbar, ist durchaus diskussionswürdig.

viele Grüße,

Werner


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Fr 18. Sep 2009, 17:54 
Offline

Registriert: 02.09.09
Beiträge: 9
In einem Forum, in dem jeder unabhängig eines Vorwissens und eines bestimmten Reifegrads teilnehmen kann, kann nicht von Erwartungen ausgegangen werden, dies oder jenes auch nur teilweise gelesen zu haben. Da du aber vorgibst, plotin, diese Erwartung gehabt zu haben, zwängt diese andere in ein von dir selbst angeblich abgelehntes Korsett ein. Andererseits ist nicht davon auszugehen, dass du wirklich diese Erwartung hattest, denn wenn eine solche vorausgesetzt wäre, wäre dein Hinweis auf Sagan oder Hawking überflüssig gewesen. Da sie aber doch als Verweis geäußert wurde, liegt der Verdacht vor, selbst keine belegenden Worte zu haben und anderen eine Barriere vorzulegen, damit der Mangel kaschiert werden kann.

Die Mittel des Wissens, der Erkenntnis und des Glaubens führen unmittelbar in eine Überzeugung über. Wer etwas glaubt, ist gleichsam davon überzeugt. Wenn du behauptest, nicht zu glauben, sondern überzeugt zu sein, spielst du mit mit einer willkürlichen Veränderung von Begiffen zu deinen Gunsten, was eine täuschende Wirkung hat. Zudem hast du selbst behauptet, zu glauben, und ziehst die Behauptung so zurück, als ob du sie nie geäußerst hättest. Doch du seist zitiert: "Auch glaube ich nicht dass die Naturwissenschaften und die Philosophie in irgend einer Abhängigkeit zu einander stehen, ..."

Ganz ähnlich wie es sich zwischen Glaube und Überzeugung verhält, verhält es sich zwischen Überzeugung und Behauptung. Wer seinen Glauben oder seine Überzeugung verkündet, behauptet sie. So zu tun, als ob ein verkündeter Glaube (oder Überzeugung) keine Behauptung sei, wirkt ebensfalls täuschend. Zudem hilft die Beteuerung, überzeugt zu sein, einem anderen überhaupt nicht zum Verständnis der Sache. Sie hat nur den Zweck, den anderen abermals in ein Korsett zu zwängen, der durch Verwendung solch starker Begriffe beeindruckt und abhängig werden soll.

Trotz meines Hinweises, das Zitat von Russell wegen einer fehlenden Quellenangabe nicht prüfen zu können, erhalte ich abermals den Verweis, ihn lesen zu sollen, der diesmal wohl zur Steigerung der Ablenkung des eigenen Mangels diesmal an mich direkt gerichtet ist, und dessen Vergeblichkeit ganz offenkundig ist, denn schon wieder fehlt die Quellenangabe. Es liegt in der Verantwortung des Zitierenden, seinen Kontext so zu gestalten, dass der Leser allein aus ihm den Sinn entnehmen kann. Erst wenn das erfolgt ist, kann zur Untermalung eigener belegender Worte zitiert werden. Gleiches gilt für das nicht markierte Goethezitat. Werden Zitate einfach vorgesetzt, verhält sich das wie ein irrationales autoritäres Verhalten und es wird sich an Lorbeeren bereichert, die anderen gehören.

Es war plotin, der behauptet, die Philosophie sei nicht auf einen Nutzen ausgerichtet: " ..., sie ist weder auf Nutzen noch auf Gewinn ausgerichtet, sondern besteht nur ihrer selbst willen." Während er anschließend behauptet, die Philosophie würde Unnützes wieder aussortieren: "Das zeichnet den Philosophen aus, er ... befindet einiges für gut und sortiert unnützes wieder aus." Beide Aussagen widersprechen sich. Auf meine Frage, wie das gemeint sei, erhalte ich wieder eine irrational autoritäre Antwort, die - wie üblich - von der eigenen Verantwortung ablenkt: "Die Kriterien solltest du dir selbst erarbeiten, ... Oder hast du kein Interesse an eigener Arbeit??"

Die Frage, ob ich nur Kritik am Denken anderer üben wollte, statt eigene Gedanken einzubringen, lenkt - und wie soll es auch anders sein - wieder von der eigenen Verantwortung ab. Zudem täuscht sie vor, dass Kritik nicht auf Basis eigener Gedanken beruhe.
Es ist bedauerlich, dass du dich, plotin, selbst bis in eine Beleidigungstendenz, die durch dein ganzes Reden und insbesondere durch das letztgenannte Zitat des oberen Absatzes vorbereitet wurde, gegenüber anderen hineinsteigerst, die dir nicht einfach alles abnehmen, was du behauptest, und die berechtigt fordern, deine Behauptungen durch dich selbst zu belegen, statt aus zweiter Hand mittels Surrogate zu denken.

Elias


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Ergründung des Lebens
BeitragVerfasst: Fr 18. Sep 2009, 19:57 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
Es freut mich, dass ich mit meinen Beiträgen auf so große Resonanz stoße. Auch wenn nur
analysiert wird zeigt mir das doch, dass sie aufregen, was allemal besser ist als keine
Reaktion.

Übrigens; Nicht die Philosophie sortiert unnützes aus, sondern der Philosoph auf Grund seiner
geistigen Arbeit. Deshalb, genau lesen aber auch verstehen. Aber das nur am Rande. Ach ja,
nicht so dünnhäutig und verbissen sein!

Das Thema war eigentlich "Ergründung des Lebens" und eine der Fragen war sinngemäß, wozu
braucht es die Philosophie, wenn wir die Wissenschaften haben? Wie bereits weiter oben
angeführt, vertrete ich die Auffassung, dass sich Wissenschaft und Philosophie gegenseitig
befruchten. Denn überall dort wo die Wissenschaften an ihre empirischen Grenzen stoßen,
betritt die Philosophie die Bühne. Als Beispiel, sei die Theorie vom entstehen des Universums
durch den Urknall genannt. Die Wissenschaft hält die Frage, was war davor für "Sinnlos" weil
es für sie kein davor gibt. Die Philosophie aber auch die Religion, die in ihrer Urform wohl auch
als Philosophie bezeichnet werden kann, sind versucht diese Frage auf nicht-empirische Art
zu beantworten. Genau so verhält es sich mit den Frage nach dem wie und warum des
Lebens usw....... Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass Philosophie und Wissenschaft
gleichwertige Partner sind und sich nicht gegenseitig ausschließen.

Auch meine Sicht der Philosophie habe ich angerissen, (zwar nur in Schlagworten) was
eigentlich als Diskussionsgrundlage und nicht zur Analyse gedacht war.


Trotz dem m.g.f. plotin

_________________
Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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