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 Betreff des Beitrags: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2010, 12:29 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
2010: Wenn ich das Problem 'Menschheit' auf einen Nenner bringen müsste. Was wäre zu sagen?

Das der 'Mensch', jeder Einzelne von uns, glaubt das die Welt etwas ist das ihm zur Verfügung steht, etwa so wie einem ein Sklave zur Verfügung steht und zu stehen hat. Das ist der unausgesprochene Anspruch des Menschen.

Das er mit der Welt umgeht wie mit einem Sklaven, obschon Welt und Erde, in Beziehungsverhältnissen gesprochen eher etwas wie eine Mutter ist.

Ich bin kein Öko, kein Grüner oder etwas in der Art und es ist auch eher hinderlich diesen Gedanken in diese Richtung auszuweiten. Wir würden an diesem Gedanken vorbeigehen. Es ist also wegzusehen von diesem gedanklichen Fluchtweg.

Der Fluchtweg dieses Gedankens führt dazu das wir den Sklaven etwas besser halten, damit er länger durchhält.

Wir haben unsere Mutter nicht, wir sind mit unserer Mutter. Es ist kein Besitzverhältnis. Sehen wir den Unterschied? Wir haben unsere Welt so, dass wir in einer Welt zuhause sind. Wir sind in ihr geborgen und zwar im ureigentlichsten Sinne überhaupt.

Der Sklave ist frei zu geben, umwillen des eigenen frei werdens. Doch wie ist der Schritt zu tun, wenn wir nicht einem Aktionismus verfallen möchten, der in der Rückhand doch schon wieder eine Rechnung präsentieren will? Frei wovon, möchte man fragen?

Es ist zu sehen, dass der Sklave in Wahrheit vielleicht keiner ist? Es ist zu sehen das wir selbst die Sklaven sind. Das wir uns selbst, allesamt an eine Weltvorstellung versklavt haben. Die Allermeisten von uns ohne davon auch nur etwas zu ahnen, weil "hineingeboren" in diese Vorstellung als dem selbstverständlichsten.

Die Rede ist darum auch nicht von einer anderen Vorstellung, von einer Heilsvorstellung, einer besseren Welt. Die Rede ist davon die bestehenden Verhältnisse zunächst klar und einzig in den Blick zu bekommen. Den Gedanken zu denken. Das bedeutet, es darauf ankommen lassen möglicherweise nicht zu wissen was dann zu tun ist. Am Ende dieses Gedankens steht kein Soll. Das Ende dieses Gedankens ist ein Anfang.

Was bedeutet dieser Anfang? Das Selbstverständliche wird zum unverständlichsten und damit zum fragwürdigsten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2010, 15:18 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
....Die Welt als Mutter gesehen. Wie jede Mutter ist sie geduldig und mit Güte beseelt, doch
sie kann auch anders, sie ist oft unerbittlich. Wie ein Hund das Wasser aus seinem Fell
schüttelt, wird sich die Welt ihrer Kinder (Menschheit) entledigen. Doch was dagegen tun?
Nun ich denke, die Menschheit muss die Kraft und den Willen aufbringen sich vom Dämon Un-
verstand zu lösen, dann wird sich auch Mutter Erde besänftigen lassen, oder nicht?

m.f.g. plotin

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2010, 16:22 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Unverstand als das ausser Stande sein, obschon sich befindend in. Flucht vor Welt und Endlichkeit in das Metaphysische. Der abwesende Gott wird zum anwesenden Geld. Die Frage nach dem "Daemon der Machbarkeit" dem 'Mensch' verfallen ist, mündet zur Frage nach der Vermeidbarkeit seines machtenden Geschickes.

Was fragt die Frage nicht?

Sie fragt nicht nach den Sklaven dieses Geschickes, den Menschen. Sie fragt so, als ob es dem Sklaven zukäme sein Geschick lenken zu können. Dies kann er nicht, zumal er in völliger Selbstüberschätzung noch nicht einmal um sein Sklaventum weiss. Die Metaphysik bestimmt sein Geschick, nicht er selbst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2010, 18:09 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
....Ja, Mammon bestimmt, er ist es, der die Richtung zum Tanz um das goldene Kalb weist. Er
ist es auch der die sehenden erblinden lässt, auf das sie in ihr Verderben rennen. Sie scheinen
frei....., doch es ist die Gier die sie treibt, die sie über Leichen gehen lässt. Auch über die der
eigenen Mutter?

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: So 10. Jan 2010, 12:52 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Jedem Glauben kommt zu das er sich auf eine Vorstellung beruft. Der Glauben handelt von der Vorstellung und der Hoffnung als auch von der Befürchtung. Er ist geleitet von der Metaphysik.

Der Glaube bezüglich der Vorstellung an einen seienden Gott, stellt vor, einen Gott so und so beschaffen. Wie vorgestellt (christlich, muslemisch etc.). Dieser Vorstellung wird gehofft (im Sinne einer Nachstellung), weil sie geglaubt wird. Ebenso steht da die stille Befürchtung, (der Zweifel als Feind des Glaubens) das der Glaube enttäuscht werden könnte. Das Dogma soll schützen. Das Gebet zum vorgestellten Gott soll die Vorstellung bekräftigen.


Mit dem Glauben an das Geld verhält es sich ähnlich, jetzt aber nicht "übersinnlich-metaphysisch", sondern "weltlich-metaphysisch". Beides aber im Sinne eines Heilsversprechens durchaus religiös gefärbt. Dem Geld wird ein Wert beigemessen, den es an sich nicht hat. Hinter dem Wert verbirgt sich ein Glaube. Der Glaube an den Wert des Geldes. Bekräftigt wird dies mit jedem Zahlvorgang. Hier ist die Funktion des Gebets zu finden.
Aber auch die Befürchtung und die Hoffnung fehlt nicht. Wie bei jedem Glauben.

Gibt es einen Gott jenseits der menschlichen Vorstellung? So das man weiss und nicht zu glauben braucht? Ein Verständnis, nicht von der Metaphysik geleitet?

Was heisst das, jenseits der Vorstellung? Wo halten wir uns auf, wenn wir nicht der Vorstellung verfallen sind?


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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: So 10. Jan 2010, 20:53 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Was ist gemeint mit "jenseits der menschlichen Vorstellung?"

Jenseits, ausserhalb der Vorstellung ist das undenkbare, unsagbare, unaussprechbare. Gott,
auch wenn begriffen als das Absolute muss vorgrstellt sein und ist somit innerhalb der Vor-
stellung. Ist ein jenseits der Vorstellung überhaupt möglich?

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: So 10. Jan 2010, 23:22 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Jenseits der Vorstellung, plotin, liegt das Unvorstellbare, nicht aber das Undenkbare. Der eigentliche Weg des Denkens beginnt. Es ist der Anfang. Die Morgenröte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Mo 11. Jan 2010, 15:58 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Ja, so kann man es durchaus sehen, doch gestatte den Einwand, auch das Denken über-
schreitet die Grenze vorstellbar/unvorstellbar nicht es verschiebt sie bloß so, dass das Vor-
stellbare immer größer wird.

meint m.f.g. plotin

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Zuletzt geändert von plotin am Mo 11. Jan 2010, 22:00, insgesamt 1-mal geändert.

  
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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Mo 11. Jan 2010, 20:35 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Der Einwand sei gestattet.

Jedoch.

Von der Grenzüberschreitung weiss plotin nichts und auch die Anderen hier nicht.
Darum ist die Rede von der "Verschiebung" auch verständlich.

Welt als Vorstellung.

Das "Andere" bleibt verschlossen. Nicht nachvollziehbar weil, nicht vorstellbar.

So ist es eben.

Man zuckt mit den Schultern, geht seines Wegs.

Es kümmert nicht mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2010, 09:30 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Nun gut......,was das Wissen des plotin(me) betrifft, teile ich die Meinung. Er ist der immer
noch suchend und staunende, der seinen Weg geht. Ob es der richtige ist, wird sich
weisen.

meint m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Sa 23. Jan 2010, 08:19 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Es hat gut ein Jahr und wenige aber wegweisende Vergeblichkeiten gedauert um endlich sagen zu müssen und zu können.

Das eine wie auch immer geartete Freiheit nicht aus einer Vermittlung an den "Nächsten", noch aus einem Versuch der Errettung "der Menschen" kommen kann.

Die Not aus der ich spreche ist eine andere.

Wahr ist, dass die Mit-teilung als eines gemeinsamen, Teil der Not ist in der wir stehen. Das Gemeinsame ist bestimmt aus dem Einlass und der nicht gemachten (von "Menschenhand" geschaffenen) Zuwendung. Es gibt keine Heilung aus einer bloss hergestellten Zuwendung. Die Vermittlung, die Errettung aus solchem her kommend verläuft ergebnislos, weil sie Ergebnis will.

Das letzte Mächten der Seienden als Verbringung in ihr Recht. Gründen ohne Grund.

Hier ist nun jener Grund weshalb den einen die "göttliche Zuflucht" zu Zeiten gewährt wird, anderen nicht. Als Flucht kann sie keine sein. Freiheit ist nicht Flucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 01:24 
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Beiträge: 37
Ich würde so gerne an den glauben, von dem ich so oft denke er wüsste um mein Leben, der bereits den Platz kennt wo ich eigentlich hingehöre, der weiß wo ich glücklich sein kann, der mich dahin führt wo ich es bin - und nicht nur das, der zudem auch noch meinen Willen berücksichtigen kann, meine Wünsche, meine Vorstellungen und meine Träume von dem was ich für möglich halte - und dieses alles auch so anderen darstellen kann. Vielleicht ist das ganze Leben ja ein solches Bemühen eines einzigen Wesens, wer weiß. Würde er jedenfalls nicht an uns glauben, wir hätten uns in seinen Augen bereits längst aufgelöst, wie die meisten unserer Träume auch, die sich für nicht realitätstauglich erwiesen haben.

Mit freundlichen Grüße
Krissi

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Lust ist ein Begleitumstand, nicht das worum es geht. (frei nach Seneca)


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Sa 6. Feb 2010, 17:52 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
Nachtrag zur Machbarkeit!

Das Beständige ist in Auflösung begriffen, die Zukunft verflüssigt das Beständige hin zu seiner
bloßen Möglichkeit. Die Welt wird zum Unort, zu einem reinen Möglichkeitsraum an dem alles
verschwimmt. Wir passen uns die Welt an (zumindest versuchen wir es), alles scheint mach-
bar. Doch ist es so, ist alles machbar und kann das gut gehen?....... Bis zu einem bestimmten
Punkt ja, doch was dann? Die Welt wird uns einfach abschütteln, denn sie braucht uns nicht.

meint m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Fr 12. Feb 2010, 11:31 
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Registriert: 30.01.10
Beiträge: 37
Naja @plotin,
zuerst dachte ich beim Lesen deines Absatzes an eine vorsokratische Wassertheorie.
Beim Nachschlagen bin ich dann auf Anaximander gestoßen, der aber schon ein Stückchen weiter war als Du, der nicht mehr vom Wasser (Thales, oder du schriebst von Verflüssigen) sprach als so eine Art Urelement, sondern vom "apeiron". Abgesehen davon, las ich dein Zitat auch ganz praktisch, und zwar deshalb weil ich gestern bei jemanden auf dem Schreibtisch eine versteinerte Schnecke entdeckt hatte, sie fand sie in Andalusien (Länge ca. 8 cm., Breite ca. 5,5 cm an der dicksten Stelle). Sie muss Millionen Jahre alt sein, und hat sich entgegen Deiner Theorie noch nicht zu einer reinen Möglichkeit hin verflüssigt.

Grüßt
Krissi

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Lust ist ein Begleitumstand, nicht das worum es geht. (frei nach Seneca)


  
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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Glauben an die Machbarkeit
BeitragVerfasst: Sa 13. Feb 2010, 09:55 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 431
II. Anhang zur Machbarkeit!

......Weder Wassertheorie noch Anaximander, sondern der (Irr)glaube an die Möglichkeit "alles
ist machbar", fußend auf einem falschen Wirklichkeitsverständnis, was ein verschwimmen
der Grenzen von Innen und Aussen zur Folge hat, ist gemeint. In seinem Glauben, alles ist
möglich/machbar ist der Mensch versucht, die Welt zum Objekt seines Willens zu machen
sprich, er passt sich die Welt an. Theorien und Thesen die aufgestellt werden, werden in
immer schnellerer Abfolge durch neue ersetzt, sodass alles zu verschmelzen beginnt,
verschmelzen zu....... ja was? Einer wabernden Masse ohne Substanz und Bestand und ohne
der Möglichkeit zu wirken.

Die Schnecke ist bloß "eine" mögliche Begrifflichkeit der Innenwelt, für ein Objekt der Aussen-
welt.

meint m.f.g. plotin

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