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 Betreff des Beitrags: Re: Zeit Paradox
BeitragVerfasst: 26. Juni 2008, 11:01 
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Registriert: 17. Juni 2008, 17:44
Beiträge: 10
O.K. Ich gehe mit, mit dem was du sagst, dass die zeitlichen >Einordnungen<, welche der Mensch aufgrund seiner Unvollkommenheit macht, keine getrennten Dimensionen sind. Positiv: Es existiert ein "Zeitkontinuum", in welchem >Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft< gleichzeitig sind. (Das würde ich in diesem Kontext übrigens als "Welt" bezeichnen)
Ich schließe daraus, dass es tatsächlich gar keine Zeit gibt. Denn nach obiger Annahme bräuchte keine Zeit verstreichen - Es ist ja bereits alles. Es wird nichts und es vergeht nichts, denn alles was war ist (noch), und alles was sein wird ist (schon) auch.
Im Hinblick auf diese Folgerung, erscheint es mir aber problematisch das Wort "Kausalität" durch "Beeinflussung" oder "Zusammenspiel" zu ersetzen. Mir scheint als ob die >Kausalität< eine, wie ich bei dir auch durchklingen hörte, Bedingung unserer Erfahrung überhaupt (Kant) ist: Eine Kategorie unserer Wahrnehmung und unseres Denkens, da der Mensch, aufgrund seiner Unvollkommenheit, nicht anders kann als die Welt derart wahrzunehmen. Gut - demnach ist der ontische Satus der Kategorie "Kausalität" genauso einer wie der der Kategorien "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft".
Ich schließe daraus, dass es tatsächlich gar keine Kausalität gibt. Denn nach obiger Annahme bräuchte nichts werden und nichts vergehen, es existiert bereits alles, was je >passieren wird< bzw. >was geschah<. Es ändert also nichts, dass Wort "Kausalität" durch ein anderes zu ersetzen, denn faktisch gibt es nichts derartiges, wie auch immer man es nenen mag.
Was wir dann hätten wäre eine preformierte Welt, in der alles bereits angelegt ist. Ich will hier keine deterministische Debatte führen, doch es scheint, als ob du dann ein Freiheitsproblem hast, sofern du diese irgendwie retten willst.

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeit Paradox
BeitragVerfasst: 27. Juni 2008, 06:37 
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Registriert: 23. Juni 2008, 12:24
Beiträge: 13
Zitat:
Ich meine, nur wenn ich t2 und t1 separat betrachte, könnte dem einen etwas fehlen, was dem anderen zu viel ist.
Der Reisende würde aus t2 seine Energie herausnehmen - der Satz wäre verletzt.
Er würde zu t1 seine Energie zufügen - der Satz wäre verletzt.
t1 und t2 zusammen betrachtet würde aber die selbe Menge Energie im Universum vorhanden sein.
Oder habe ich jetzt falsch gedacht? Ich bin mir nicht mehr sicher...


ich verstehe schon, was du meinst, aber stell dir mal vor, dass zieluniversum "erreicht" t2, nennen wir es t2*. (ich springe aus jahr 20xx ins jahr 1900 und warte dann, bis ich wieder in jahr 20xx bin)
dann exisitiert zu t2* auch mehr energie als in t2. Und mal angenommen, der zeitreisende würde wieder eine zeitmaschine bauen und damit in die vergangenheit reisen. Dadurch ergibt sich wieder ein universum, dass zum abreisezeitwert wieder eine höhere energie hat als zur ursprünglichen abreisezeit.

Um es noch deutlicher zu machen:
du betrachtest t1 und t2 als einheit. Allerdings exisiteren n zeitzustände. Zeitzustände sind nur eine menschliche interpretation, bzw. sinngebung.
dies würde zum logischen schluss führen, dass die menge an energie unendlich ist, da unendlich Zeitzustände exisiteren, was dann wohl spätestens eine verletzung des erhaltungssatzes wäre.
es könnte natürlich auch sein, dass es immer eine endliche menge an zeitzuständen gibt, wenn man davon ausgeht, dass die Planck-zeit die untere grenze ist, also die gesamtzeit des universums durch die planck-zeit teilt, um dann die menge aller zeitzuständen herauszufinden. Allerdings ist das weder bewiesen, noch genügend theoretisch untermauert. Außerdem wären die zeitzustände trotzdem noch unendlich, weil ja immer weitere zeitzustände dazukommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeit Paradox
BeitragVerfasst: 1. Juli 2008, 11:24 
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Registriert: 21. Februar 2007, 19:11
Beiträge: 62
Hallo Brian,

die Frage ist, inwiefern das, was bereits alles ist , tatsächlich ist. Ich meine nicht, daß es irgenwie bereits fertig oder unwandelbar existiert, sondern erst mit dem Erleben zu dem „wird“, was wir als Sein bezeichnen (Dualität Beobachter <-> Beobachtetes). Und das, was es und wie es „wird“, ist in dem involviert, was schon war und noch kommt. Ein Erleben im 18. Jahrhundert und/oder im 22. Jahrhundert spielt also in das hinein, was wir momentan erleben, daher „Zusammenspiel“, während „Kausalität“ m. E. von linearer Zeit ausgeht und wohl nicht das einfließen läßt, was im nächsten Augenblick geschieht.
(Beispiel: ein heute gedachter Gedanke könnte als Intuition oder Traumaspekt im 18. Jahrhundert auftauchen. Der Gedanke fließt sozusagen in diese Zeit hinein, ohne daß man hier davon sprechen könnte, daß der heutige Gedanke die Ursache des Traumaspektes ist, vielmehr ist der Gedanke und der Aspekt ein und dasselbe.)

Das Freiheitsproblem ist in der Tat eines. Aus der Beobachterperspektive gesehen scheint es keine Freiheit zu geben, da die Dualität bereits aufgespannt ist, das Beobachtete passiert uns. Aus übergeordneter (nondualer) Sicht, „bevor“ also das Sein „geworden“ ist, ist das, was wir allgemein unter Freiheit verstehen, im Grunde nicht anwendbar (denn wer sollte die Freiheit zu was haben, wenn es weder Beobachter noch Beobachtetes gibt?).
Darüber wird sicherlich noch zu diskutieren sein.

P.S.: Sorry dafür, daß meine Antworten manchmal länger brauchen, ich bin nur während der Arbeitszeit im Internet, und je nach Arbeitsaufwand...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeit Paradox
BeitragVerfasst: 1. Juli 2008, 16:08 
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Registriert: 21. Februar 2007, 19:11
Beiträge: 62
Hallo benutzername,

benutzername hat geschrieben:
ich verstehe schon, was du meinst, aber stell dir mal vor, dass zieluniversum "erreicht" t2, nennen wir es t2*. (ich springe aus jahr 20xx ins jahr 1900 und warte dann, bis ich wieder in jahr 20xx bin)
dann exisitiert zu t2* auch mehr energie als in t2. Und mal angenommen, der zeitreisende würde wieder eine zeitmaschine bauen und damit in die vergangenheit reisen. Dadurch ergibt sich wieder ein universum, dass zum abreisezeitwert wieder eine höhere energie hat als zur ursprünglichen abreisezeit.

Ok, so gesehen muß ich dir wohl beipflichten. Aber würde es nicht schon genügen, wenn der Reisende seine Geburtszeit erreicht? (Oder hab ich’s doch noch nicht begriffen?)

benutzername hat geschrieben:
Um es noch deutlicher zu machen:
du betrachtest t1 und t2 als einheit. Allerdings exisiteren n zeitzustände. Zeitzustände sind nur eine menschliche interpretation, bzw. sinngebung.

Ebenso wie „Energie“ oder „gespeicherte Arbeit“.

benutzername hat geschrieben:
dies würde zum logischen schluss führen, dass die menge an energie unendlich ist, da unendlich Zeitzustände exisiteren, was dann wohl spätestens eine verletzung des erhaltungssatzes wäre.

Ich wüßte auch nicht, wodurch (die Menge an) Energie begrenzt sein sollte, auch gibt es meiner Meinung nach keine geschlossenen Systeme.

Nachtrag zu Brian:
Meinst du mit „Unvollkommenheit“, daß uns als „Mensch in der Zeit“ der übergeordnete Standpunkt fehlt, dieses Zeitkontinuum in Gänze zu erfassen?
Dann stimme ich dir zu.


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