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Zuerst mal großes Danke für das Lob, Wolf. Das weiß ich zu schätzen.
Wenn ich an ein anderes Auge meine gewonnen Gewissheiten herantragen will, muss ich dabei stets von Glauben sprechen, und jeder neben mir Stehende wird immer davon sprechen, dass ich dies oder jenes glaube ohne es zu wissen. Ich denke die Gesellschaft hat es immer gern, wenn man persönliche Gewissheiten abschwächt indem man sagt ich glaube dies oder das. Das läßt jederman die Freiheit eigene Schlüsse zu entwickeln. Ich glaube zum Beispiel nicht an Gott - ich weiß, dass diese Welt eine Ursache hat. Das heißt ich muss nicht glauben, was ich offensichtlich sehen kann, denn es (die Welt) ist ja da. Wieso ich das schreibe läßt sich leicht ausformulieren.
Ich denke die Welt hat eine Ursache ... wie man sie nennt oder welche Bezeichnungen man auf sie werfen mag, sei da mal dahin gestellt. Ich gehe von einer Singularität aus. Allerdings meine ich dabei keine von diesen Dingern, die in Physik-Büchern heutiger Tage auftauchen. Ich meine eine absolute Einheit von Allem. Darunter Energie/Materie, Raum, Zeit aber auch Geist. Geist an sich ist für mich eine vollkommen neutrale Sache. Weder gut noch böse noch schwer oder vergänglich. Geist in seinem absoluten Ursprung bildet ein absolutes Objekt ohne jede Dimension. Diese absolute Dimensionslosigkeit überträgt sich selbstverständlich auf alles in dieser Singularität vereinte. Da Materie, Raum und Zeit dimensioniert ist, können im Ursprung von absolut allem nur geistige Ideen dieser weltlichen Substrate liegen. Das bedeutet weil im absoluten Ursprung von allem was es gibt (in diesem und in allen anderen möglichen Universen und/oder Zeiten) nichts nach menschlichen Maßstäben irgendwie wirklich dimensioniert sein kann, ist der Ursprung allen Daseins eine absolute spirituelle Einheit. Dazu eine weitere Erklärung.
In dieser absoluten Ureinheit gibt es weder Kommen noch Gehen. Dass dieser Ursprung allerdings da, also präsent ist, ist unanzweifelbar, denn wir leben in dem, was daraus entsprungen ist. In der absoluten Keimzelle existiert demnach keine Zeit. Ist nun die Frage kann Geist auch zeitlos existieren, sich formen und ein Bewußtsein für sich selbst ausbilden? Ich denke schon, denn der massivste Unterschied zwischen Materie und Geist ist, dass Materie in einem vollkommenen Jetzt ohne jede Entropie tot und starr ist. Geist allerdings ist das einzige, was nur im Jetzt existiert und nur aus einem Jetzt heraus aktiv werden kann. Denn sowohl das was gestern war, wie auch alles was morgen sein wird, ist allein Erinnerung bzw Vorstellung. Wirklich einzig und wahrhaft real ist nur das Jetzt. Ein Mensch kann dieses Jetzt allerdings nicht greifen, es sei denn er diszipliniert seinen Geist um dieses Kunststück zu vollbringen. Man könnte so gegenargumentieren, dass sich das Jetzt und alles Kommende aber nur aus dem ergibt, was all dem vorgegangen ist. Somit müsse ja dann auch alles Vergangene real sein. Aber auch alle diese Zustände waren immer nur im Jetzt wirklich real und massgeblich. Niemand mit ein bißchen Verstand würde vor einem Vulkan wegrennen, der vor 6 Millionen Jahren wilde Sachen in Bayern eruptierte und heute allenfalls eine kleine Dünung unter einem Heuballen bildet.
Wenn man all das (oder zumindest das Wichtigste davon) weiterdenkt, kommt man zu folgendem Schluß :: Die Realität spielt sich nur im absoluten Jetzt ab. Das bedeutet gleichzeitig, dass der Urzustand des Kosmos niemals aufgehört hat sich generell zu verändern. Mit einer einzigen Ausnahme. Der Urgeist oder der Urbestand an Geist, aus dem all das (ALL das) hervorgegangen ist, hat sich aus seiner absoluten Einheit gelöst und hat Teile seiner Gesamtheit in die Tiefe gehen lassen. Alle diese von ihm ausgehenden also relativen Teile, bilden diese Welt der unendlichen Möglichkeiten. Nun die Frage wenn diese absolute Einheit von allem keinen Wandlungen oder gar einem Werden und Vergehen unterworfen ist, wie kann so eine Sache dann etwas erschaffen? Die Antwort ist :: Der absolute Ursprung allen Daseins existiert im absoluten Jetzt und bildet auch aus diesem Jetztzustand alles ab, was in der Welt existiert. Wie gesagt :: Dass etwas existiert, wird kein Mensch wirklich glaubhaft bestreiten können, würde ich mal schätzen. Dass zudem alles anhand sinnvoller Ordnungen einem fraktalen Muster entlang fließt, scheint mir auf einen Geist zu deuten, der sinnvolle Schlüsse zieht. Das bedeutet mir das Wesen, welches in diesem Moment die einzige Realität bildet (also einzig real da ist), ist sich seiner selbst durch das bewußt, was es sich erträumt. Es reflektiert sich durch die eigenen Ideen und findet zu sich selber durch das Durchleben der eigenen Ideen. Seine Persönlichkeit steht in dem manifestiert, was wir als die Welt darstellen. Selbstverständlich ist die Welt eine reale Sache, aber sie ist durch und durch eine relative, eine von der Absolutheit abhängende Sache. Als Einstein sagte alles sei relativ sagte er ganz, ganz sicher nicht, dass das Absolute relativ sei. Ansonsten sollten wir vielleicht besser mal ein bißchen überlegen wen man sonst noch so Größtes Genie aller Zeiten nennen könnte.
Für den Menschen gilt, dass der Eindruck von fließender sich wandelnder Materie/Energie oder der eigene, persönliche Eindruck sich sequentiell durch eine raumzeitliche Umgebung zu bewegen allein auf dem subjektiven Eindruck basiert ein Teil der Welt zu sein, obwohl man eigentlich Teil des absoluten Ursprungs ist. Tatsächlich erklärt sich aus dieser Überlegung, weshalb alte Philosophien bei der für den modernen Menschen so real scheinenden Welt nur von einer Illusion sprechen. Denn wirklich wahrhaftig real ist allein der Urzustand, der weder Anfang noch Ende kennt, und der vor allem alles aus einem vollkommenen Jetzt überblickt. Nur Menschen unserer Zeit sagen, dass eine Illusion auf etwas wertloses, dummes und vielleicht quälerisches hindeute. Somit tun sie das ab, denn sie wollen ganz zurecht lieber glauben, dass ihr Leben einen Sinn hat. Leider geben sie dabei aber auch die Möglichkeit auf "über den Dingen" zu stehen. Sie halten ihre subjektiven Begriffe für realer, als jede neutrale Wahrheit. Dagegen gilt aber eigentlich eine Illusion als qualitativ genauso real, wie die absolute Realität. Denn der Unterschied zwischen beidem liegt mehr im Quantitativen.
Der Urgeist weiß und sieht nicht nur alles, nein er bildet sogar die Quelle aller für den Menschen und seine zahlreichen Götter mehr oder weniger greifbaren Informationen. Eine alte Geschichte spricht von einem Gott, der die Welt nur träumt und man solle bloß niemals den Fehler machen ihn aufzuwecken. Ich denke genau das trifft den Punkt. Denn der Mensch (bzw sein Geist) aus dem Ursprung allen Daseins besitzt die Augen, die dem träumenden Ursprung das Erleben der selbst erträumten Welt möglich macht. Man kann sich vielleicht vorstellen wie schwer es ist diesen Gott zu belegen oder anzuzweifeln oder gar anzugreifen. Ich denke selbst aufwachen dürfte reichlich schwierig sein. Man kann schlicht nichts beweisen oder auch nur begreifen, das dimensionslos ist. Man kann es nur innerlich (esoterisch*) erfahren und damit die Gewissheit über sein Dasein erhalten. Das mag dann in der Regel für jeden Außenstehenden allenfalls ein felsenfester Glaube sein, obwohl es doch eigentlich eher ein Wissen und kein Glaube ist. Und so kann man sich auch denken wie mächtig und zugleich gütig der Urgedanke ist, der Allem zugrunde liegt. Denn es ist eben doch immer der Gedanke, der das Stoffliche formt. Das Stoffliche kann niemals die Grundlage für das Gedankliche bilden. Denn das würde bedeuten, dass die Autos auf der Straße den Menschen erschaffen, der sie sich erdachte. Oder dass dieser Text mich erschafft, während du ihn liest. In Wirklichkeit ist es aber wie beim Bild des träumenden Gottes :: Das Geschaffene gibt dem Dasein des Schöpfers Sinn. Aber ohne Geist könnte kein Schöpfer irgendetwas erschaffen. Würdest du sagen, dass ich weiß, was ich glaube?
Das nur zu meiner Überlegung wieso Geist schon existierte, als Materie nur ein Nebel aus Ideen war. Denkst du immernoch, dass Materie den Gedanken begründet oder das der Tod das Ende aller Gedanken bedeutet? Bevor du mir antwortest tu mir einen Gefallen und lies meinen Beitrag ein zweites Mal aber fühl dich nicht gezwungen.
Viele Grüße
(* ich schreibe das nur um zu zeigen wie leichtfertig man Dinge aus dem Blick verliert, wenn man sie oberflächlich aburteilt.)
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