Hallo sternstaub,
sternstaub hat geschrieben:
Ja - dann wäre es demnach so, dass
die Welt die Wahrnehmung hervorbringt und nicht umgekehrt.
Ohne Welt - keine Wahrnehmung - ergo muss eine Welt gegeben sein.
Welt ist uns
gleichzeitig mit Wahrnehmung gegeben. Daß sie bereits vorher existieren sollte, ist ein gedankliches Konstrukt.
Ich möchte daher deinen Satz umdrehen: Ohne Wahrnehmung - keine Welt - ergo muß Wahrnehmung gegeben sein.
sternstaub hat geschrieben:
Ich denke also bin ich. Was aber alles wiederum bereits Teil eines
subjektiven Konstruktes darstellt. Stimmt... da beisst sich die Katze selbst in den
Schwanz, denn sobald wir darüber nachdenken ist es Teil eines subjektiven
Konstruktes... immer.
Ja.
sternstaub hat geschrieben:
Was meinst du mit "aussagen"? Bezieht sich das auch auf die "reine Vermutung" einer
bereits gegebenen Welt?
Mit „aussagen“ meine ich im weitesten Sinne „wissen“. Von einer Vermutung wissen wir, aber nichts vom Vermuteten. Wir können nur glauben, daß etwas Vermutetes existiert, und beides, Vermutung und Glaube, sind subjektive Konstrukte.
sternstaub hat geschrieben:
Deswegen so viele Interpretationen etwa von "Gott" weil wir entsprechendes
niemals wahrgenommen haben, sondern lediglich das was wir wahrgenommen haben
entsprechend kostruiert haben stimmts?

Dennoch fasifiziert das Gott noch nicht,
denn selbst wenn wir Gott wahrgenommen hätten (Prämisse Gott existiert),
würde das seine Interpretationsvarianten nicht reduzieren... oder doch? Hmmm....?
Nur für den, der ihn nicht „wahrgenommen“ hat, würde das seine Interpretationsvarianten nicht reduzieren, denn für ihn hätte sich ja nichts geändert.
sternstaub hat geschrieben:
<kleines Konstukt>
Wir Menschen produzieren ausnahmslos permanent
Konstrukte- wir können demnach nichts andres.
Nun, da es die Natur eines Konstruktes ist niemals
Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben zu können,
behaupte ich, dass unsere Abbilder der Welt niemals korrekt sein werden,
und das es demnach niemals so etwas wie echtes Wissen durch
unsere kostrukte geben wird - immer nur temporäres Wissen.
</kleines Konstukt>
<das Tragische daran>
Da das "kleine Konstrukt" von mir da oben ja auch nicht der Wirklichkeit
entspechen kann, muss es demnach eben doch sowas wie echtes Wissen geben.
</das Tragische daran>
Du meinst sicher objektives Wissen - das ist in der Tat niemals „echtes Wissen“.
Wissen kann man nur von selbst Erlebtem, und das ist immer subjektiv.
Zudem bezweifle ich, daß das uns zur Verfügung Stehende Abbilder von der Welt sind, denn das würde ja wieder eine objektive Welt bzw. eine Welt "an sich" voraussetzen.
sternstaub hat geschrieben:
Nun eine der beiden Möglichkeiten muss ja wohl die richtige sein, oder beide
gleichzeitig oder keine davon? Hmmm... sehr spannend... gibts etwa noch mehr Möglichkeiten?
Somit wären wir also keinen Schritt weiter, als am Anfang.
Zu „richtig“ oder „falsch“ hat Silent bereits Treffendes erwähnt.
sternstaub hat geschrieben:
Ich denke, dass der RK uns nicht viel weiterhilft beim Erfassen unserer Welt.
Aber vielleicht zum Verständnis der Welt.
Was meinst du mit „erfassen“?