Zitat:
>>...Das Leben eines Menschen ist ein Weg zu sich helber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; jeder strebt dennoch, es zu werden, einer dumpf, einer lichter, jeder, wie er kann. Jeder trägt Reste von seiner Geburt, Schleim und Eischalen einer Urwelt, bis zum Ende mit sich hin. Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin. Uns allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, wir alle kommen aus dem selben Schlunde; aber jeder strebt, ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziele zu. Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst...<<
Hermann Hesse / Demian
Wehrte Mitleser,
manchmal, so glaube ich, sind die kürzesten Verbindungen zwischen Frage und Antwort nicht immer die ergiebigsten.
Die kürzeste Verbindung zwischen Deutschland und Down Under wäre ein Tunnel durch den Erdmittelpunkt. Und dennoch: Der Flug dürfte weniger Zeit in Anspruch nehmen, als der Bau eines solchen Tunnels.
Bevor wir uns also der Frage nähern, worin Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier bestehen, sollten wir vielleicht klären, ob wir falsch polarisieren.
Ein Beispiel: Berlin, Hermannplatz, Karstadt 08:00 / erster Tag des Winterschlussverkaufes. Sozialhilfeempfänger, ehemalige Gastarbeiter und von Müssiggang geplagte Hausfrauen rennen sich auf dem Weg zum nächsten Krabbeltisch fast über den Haufen und schlagen sich zu Weilen fast die Köpfe ein, beim Versuch den letzten pinkfarbenen Slip in Grüße 56 doch noch für einen Euro zu ergattern.
Ist das menschlich oder herrscht das Gesetz des Djungles?
Björk schrieb einst:"It´s noone here and people everywhere.", und offengestanden kann ich der Gutsten zu oft nachempfinden.
Biologisch betrachtet ist der Mensch ein Wirbil- und Säugetier. Psychologisch betrachtet, besteht der Mensch aus Wachbewusstsein, persönlichem Unterbewusstsein, kollektivem Unterbewusstsein, und dem, was Carl Gustav Jung Überbewusstsein nannte. Zwischen Jung und Okkultisten besteht ein direkter, beidseitiger Zusammenhang. Jung schrieb ein Buch, mit dem Tietel:>>Psychologie und Okkultismus<< und in vielen okkulten Gesellschaften wird Jung als Grundlage für das Weltbild innerhalb des Zirkels genutzt.
Und da ich gerade dabei bin: Der Schriftsteller Hermann Hesse, befand sich in Psychtherapie Jungs.
Zurück zum Thema:
Aus Sicht der Okkultisten, die ich kennenlernen durfte (es waren sehr weise und liebevolle Menschen darunter), haben beide, Tiere und Menschen ein Bewusstsein.
Okkultisten würden jedoch sagen, dass das Verhältnis zwischen Wachbewusstsein und Unterbewusstsein, welches von der Reizschwelle getrennt ist, ein anderes ist.
Und gewisse Lehren der Okkultisten sind durchaus als Weiterentwicklungen der Jungschen Psychologie zu deuten.
Auf der anderen Seite, mache ich mir manchmal den Spass und sehe mir politische Debatten an. - Und ich sage Euch, von Bewusstsein kann da keine Rede sein.
So schlage ich letztendlich eine andere Polarisierung vor.
Was unterscheidet Tiere und Species Mensch von Menschen, die den Namen eher als Auszeichnung, denn als Beschreibung verdienen?
Anders herum: Was macht den Mensch zum Menschen?
Was mir spontan einfällt:
Menschen sind spirituell, sonst hätten wir keine Religionen.
Menschen sind tolerant, Tier Mensch ist es nicht.
Sonst hätten wir keine Religionskriege.
Menschen können sich gut erinnern.
Tier Mensch verdrängt und vergisst.
Der Mensch hat Freude an Kunst, Bildung, Wissenschaft, Technik.
Tier Mensch hat Freude an Talkshows und Fastfood.
Ich will damit nicht sagen, dass andere Tiere Freude an Talkshows hätten,
doch beobachtete ich kürzlich einige Katzen, die von Bewegung angetan waren.
Sie folgten Stunden lang dem Flug einer Mistfliege und hatten dabei sichtlich ihren Spass.
Menschen, die Talkshows geniessen können, folgen offenbar mit Freude Wortgefechten, die ähnlich ziellos erscheinen, wie der Flug eines Insekts.
Menschen haben einen hohen IQ
Tier Mensch tötet die Restsynapsen gerne mit Drogen.
Natürlich fielen mir hier noch einige Gegensätze ein, doch für heute möchte ich es einmal gut sein lassen, immerhin wollte ich nur einen kleinen Umweg anregen, der vielleicht eher zum Ziel führt.
Mit meinen besten Wünschen,
nemesus