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 Betreff des Beitrags: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Do 19. Nov 2009, 23:28 
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Registriert: 19.11.09
Beiträge: 6
mein erster eintrag hier... mit der hoffnung auf feedback!!

heute bei mir im lateinunterricht (seneca, ep.16)
thema: freiheit und schicksal

nach der oben genannten textstelle gibt es drei möglichkeiten:

leben des menschen ist bestimmt von:
a) schicksal
b) gott
c) zufall

nun sagt seneca man müsse dem schicksal gehorchen/folgen (fatum inexurabili lege constringe), man müsse dem gott/göttern freiwillig gehorchen (deus arbiter universi cuncta disponere) und man müsse dem zufall trotzig bzw. eigensinnig gehorchen (res humanas sine ordine).

meine frage "wo bleibt da die freiheit?"







die überschrift sagt freiheit und schicksal, aber laut seneca oder meinem lateinlehrer ist freiheit die "zustimmung" zum schicksal oder gott.

dazu ein zitat von meinem liebling rousseau:
"die freiheit des menschen besteht nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern, dass er nicht tun muss was er nicht will."

wie lässt sich das vereinbaren?

noch eine anregung... schopenhauer, 'die welt als wille und vorstellung' IV, §55:
"wir gleichen den eingefangenen elephanten, die viele tage entsetzlich toben und ringen, bis sie sehen, dass es fruchtlos ist und dann plötzlich gelassen ihren nacken dem joch bieten, auf immer gebändigt." (vgl. 2.buch samuel)

sobald man sich unterwirft ist man doch nicht mehr frei.? was hat das unterwerfen, das zustimmen des menschen zu seinem "festen schicksal" mit freiheit zu tun. liegt die freiheit einzig und allein darin ob ich zustimme oder nicht?

liebe grüße

_________________
leben heißt nicht atmen, sondern handeln. (jean-jacques rousseau)


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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Fr 20. Nov 2009, 23:51 
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Registriert: 26.03.09
Beiträge: 62
Wohnort: Dort wo man seine Gedanken hört^^
Hi lieber Morgenstimmung,

Interessantes Thema Freiheit und Schicksal!

Naja ein Mensch ist frei so frei wie es ihm möglich ist, dass heißt ein Mensch ist nur so Frei wie seine Finanzkraft wir Leben im Kapitalizmus (Vergleiche nur mal dein Leben und das von einem Menschen der in Afrika lebt). Frei ist jeder Mensch nur in alltäglichen Dingen zuerst zum Bäcker gehen oder erst nach der Arbeit. Oder wenn man sich ändern will oder wenn man entscheidet wo man Urlaub machen will,dass sind die kleinen Freiheiten des Menschen.

Das Schicksal hingegen denke ich zumindest =) stellt den Weg eines Menschen dar. Das Schicksal liegt im verborgenen ob man am ende Reich oder arm wird/bleibt/usw. weiß man nicht. Doch wer sein Schicksal kennt oder es erahnt könnt mit diesem Wissen leiden und sich selbst quälen. Kurz gesagt das Schicksal symboliesiert das Ende einer Menschenlebens oder gar den Weg zu diesem Ende selbst.

_________________
Ein Wolf heult nicht in der Nacht
Er singt von Träumen, von Schätzen und von Liebe.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Sa 21. Nov 2009, 09:44 
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Registriert: 10.07.09
Beiträge: 83
Zitat:

leben des menschen ist bestimmt von:
a) schicksal
b) gott
c) zufall
---

Das "Leben des Menschen" ist bestimmt vom Sein (des Seienden als Dasein).

Sein, bezüglich, so das es diesem Seienden um das Sein selbst geht. Heisst, ist offen (im Sinne eines Verstehens) für das Sein. Also bestimmt durch Offenständigkeit.

Freiheit ist so verstanden etwas, das all dem (a,b,c) noch zuvor kommt.

Schicksalshaftigkeit, Gottgegeben, Zufälligkeit, sind Versuche diese viel ursprünglichere Freiheit auf ein absolutes hin (auf das man sich des weiteren be-urteilend /richtet/) zu deuten.

(Alles ist Zufall, Schicksal usw.)

Wozu? Man weiss es nicht.


gegend


  
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 Betreff des Beitrags: wie frei ist der mensch?
BeitragVerfasst: Sa 21. Nov 2009, 13:50 
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Registriert: 19.11.09
Beiträge: 6
vielleicht habe ich einfach eine falsche definition von freiheit?

freiheit ist für mich zuerst einmal das wie rousseau sie definiert:
"die freiheit des menschen besteht nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern, dass er nicht tun muss was er nicht will."

vielleicht ist der begriff ja zu weit gefasst. welche möglichkeiten hat der mensch? in wie weit ist er frei?


irgendetwas in mir weigert sich anzunehmen, dass freiheit nichts weiter sei als bloß die art und weise wie ich mit meinem schicksal umgehe.


freiheit ist für mich, aufzustehen und rauszugehen wenn es mir nicht passt, und nochmal von vorne anzufangen und eben das zu tun was ich will.

wenn eine solche situation tatsächlich mal sein sollte, und ich stehe auf und gehe raus. ist das dann meine freiheit? oder ist es bloß weil mir ein gott oder das schicksal die freiheit dazu gegeben hat?


ist das überhaupt wichtig?!

es nervt mich einfach nur, dass mein lateinlehrer die möglichkeiten des menschen so beschränkt!!!!!


p.s: und ich würde auch nicht sagen dass die freiheit nur vom "geld" abhängig ist.

was meint ihr?

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leben heißt nicht atmen, sondern handeln. (jean-jacques rousseau)


  
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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Sa 21. Nov 2009, 17:55 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
Freiheit wird oft als (moralisches) Recht eingefordert, dabei wird leider übersehen, dass
Freiheit auch eine Verpflichtung z.B. zur selbstverantwortlichen Selbstständigkeit in sich
trägt.

Sinnvolle Freiheit ist meiner Meinung nach eine disziplinierte und, wenn sie die Notwendigkeit
von Ordnung anerkennt, auch eine selbstdisziplinierte Freiheit. Alles andere wäre nur zügel-
lose und selbstzerstörerische Selbstbehauptung, sprich das ungebändigte Ausleben des
jeweiligen Ich, muss zwangsläufig zum Konflikt mit der Freiheit der anderen führen.

meint m.f.g. plotin

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Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.


  
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 Betreff des Beitrags: in gewissen grenzen. . .
BeitragVerfasst: Sa 21. Nov 2009, 18:56 
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Registriert: 19.11.09
Beiträge: 6
klar muss diese freiheit in gewissen grenzen sein. solange ich niemand anderen dabei störe. meine freiheit endet dort wo die des anderen anfängt. wenn ich leben, freiheit usw. für mich beanspruche muss ich es auch beim anderen anerkennen.

aber mir ging es eher um die frage davor: wie frei ist der mensch, inwieweit ist er unabhängig von schicksal und gott und liegt seine einzige freiheit nur darin seinem schicksal zuzustimmen oder nicht?


anscheinend hat jeder eine andere vorstellung von freiheit. . . sfz

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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: So 22. Nov 2009, 09:19 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
Das ist nur konsequent! Ein der Freiheit beraubter, wertet Freiheit anders als ein in Freiheit
lebender. Der Sozialhilfeempfänger hat ein anderes freiheitsempfinden als jener, der mit allen
Gütern der Gesellschaft ausgestattet ist.

Das verstehen und empfinden Von Freiheit ist so manigfaltig............ wie das Individuum
selbst. Wozu nun der Freiheit auch noch eine Abhängigkeit von Gott und Schicksal auf-
bürden wollen?

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Sa 12. Dez 2009, 00:36 
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Registriert: 10.12.09
Beiträge: 6
ich finde, alles was hier da oben hierzu geschrieben, ist totaler Unsinn.

Meint man etwa, es gebe keinen Unterschied zwischen der Freiheit eines Hundes und der eines Menschen?!

Der Hund laeuft dahin, wohin ihn sein Hundeswillen fuehrt, etwa zum Fuettern bzw. Urinieren. - So tun wohl auch andere Leute, die tagsueber ihren Kopfhoerern in der Verbrauchsgesellschaft zuhoeren wollen.

Aber fuer den Menschen ist Freiheit eine "erfasste Notwendigkeit". - So deutet man das in der materialistischen Dialektik aus. Also, der Mensch (Subjekt) selbst entscheidet, was fuer ihn letzten Endes Freiheit ist. Dies darf nur eine subjektive Entscheidung sein, aber mit objektiven Folgen, die einen gesellschaftlichen Klang Wert haben muessen. Und zwar im Sinne, dass persoenliche Freiheit nicht die gesellschaftliche Freiheit beeintraechtigen darf. Etwa, ein Raucher, Krimineller oder Unternehmer (Arbeitgeber) darf nicht seine Freiheit geniessen, indem er die gesellschaftliche Freiheit (Rechte) des Soziums beeintraechtigt.

In der Gesellschaft gelten (subjektive) gesellschaftliche Gesetze, nicht die der (objektiven) materiellen Natur.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Sa 12. Dez 2009, 08:11 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
@romolus!!

Erlaubt seien zwei fragen:

Der Denkschulen gibt es viele, warum sind Denken und Meinungen anderer schlichtweg "totaler
Unsinn?"

Sind sie einer jener Totalitäristen, die nur die eigene Überzeugung als die einzig richtige
erachten?

m.f.g. plotin

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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: So 13. Dez 2009, 20:25 
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Registriert: 10.12.09
Beiträge: 6
an alle, die mich anschreiben:

ich nenne das Zeug Unsinn nicht, um die Leute fuer doof zu halten, wir sind ja alle relativ doof, auch die besten von den besten, weil alle nur Menschen sind.

Apropos das Zugestandene aber, darf Unsinn eben Unsinn genannt werden, denn sonst werden wir permanent in der Politkorrektheit stecken, ohne an den Wahrheitssinn naeher zu kommen, und man braucht diesbezueglich kein zweites Referendum in der Schweiz durchfuehren zu muessen bzw. ein erstes in Dtschlnd.

Man wird mir erwidern wollen, Unsinn sei keine philosophische Kategorie, die Philosophie sei dafuer nicht zustaendig. Aber eben deshalb nenne ich das alles Unsinn, da keine philosophischen Kategorien dabei zum Ausdruck kommen, um etwas Philosophisches freiheitsbezogen zur Welt kommen zu lassen. Nur Literarisches. Klar, jeder Landschaft, jedem Bild wohnt eine Philosophie inne: Der Natur und der Subjektivitaet. Aber das ist ja eher die Sache der Kunst, die etwas mit dem Subjektiven und der sujektiven Philosohie zu tun hat, die immer mehrdeutig sein muss. Eindeutig darf nur die Philosophie der Wissenschaft, der Natur und des Objektiven, sein. Was ist wichtiger? Je nachdem, wo.

Jeder weiss, dass die Erde die Sonne umkreist. Fuer die Kunst und die absolute Mehrheit der Menschheit ist unendlich wichtig, dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht. So kommen wir zur subjektivierenden Existenzphilosophie.
Aber nicht zur Literaturwissenschaft, wie es wohl manche Leute hier meinen wollen.

Philosophisches an Freiheit, Schoenheit, etc. ist nur Einziges: Man darf es nicht objektiv (einheitlich) definieren. Alles weitere ist nur mannigfaltig Literarisches. Und das ist ja eindeutig, was mich philosophisch gluecklich macht.


  
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 Betreff des Beitrags: Re: freiheit - ein paradoxon?!
BeitragVerfasst: Mo 14. Dez 2009, 13:31 
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PhilMod

Registriert: 03.07.09
Beiträge: 424
Doof? Die bezeichnung "fehlbar" ist es, welche ich bevorzuge!

Um "sinniges als unsinniges" zu verstehen, bedarf es der Auseinandersetzung, diese aber ist
es die fehlt.

Der Weg der Wahrheitsfindung ist kein vorgezeichneter dem es bloß zu folgen gilt. Er ist
verschlungen und gepflastert mit sinnigen aber auch mit unsinnigen und jeder der die Lasst
auf sich nimmt ihn zu beschreiten, hat Geschwindigkeit und Richtung selbst zu wählen. Auch
soll es der Freiheit des Suchenden vorbehalten sein, sinniges und unsinniges zu erkennen und
zu werten.

meint m.f.g. plotin

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