Also ein wenig kenne ich mich mit Meggles Theorie aus, ja. Mein Eindruck war übrigens eher, dass er die Ergänzungen von Grices Nachfolgern eher verworfen hat, als dass er diese in seinen auf Grice zurückgehenden Ansatz integriert hätte.
Darüber wird meistens geschwiegen und lieber auf Watzlawick und blabla ("Man kann nicht nicht kommunizieren") verwiesen.
Ich gebe dir Recht, dass Grice, insbesondere in der Lesart von Meggle, keine große Rolle mehr spielt. Aber dazu muss man auch sehen, dass Meggle seinen Ansatz, den er in der Habilitationsschrift von '81 angedeutet hatte, selbst nicht mehr wesentlich weiterverfolgt hat (heute beschäftigt er sich dagegen mit Ethik-Fragen).
Neben der Bedeutungstheorie von Grice (Intentionalistische Semantik) gab es halt noch die Theorie von Austin, fortgeführt von Searle (Sprechakttheorie), deren Vertreter sich heftige Debatten lieferten, bis sich letztere halt durchsetzte. Meggle hat in seiner allgemeineren Kommunikationstheorie zwar gemeint, er könne beide Ansätze widerspruchslos verbinden, aber wie gesagt: er hat seinen Ansatz nicht wesentlich weiter geführt. Auch ist seine Grice-Interpretation selbst etwas umstritten.
Und jetzt wird es persönlicher:
Ich halte Georg Meggle eigentlich auch für ein eher kleines Licht was Kommunikations- und Sprachtheorie angeht, und für eine völlige Fehlbesetzung, was sein jetziges "Fachgebiet" der Ethik angeht. Er ist ein reiner Logiker und ist auch (zu) fest davon überzeugt, alles damit erklären zu können. Ergebnis sind dann solche Aussagen wie: "Wozu soll ich Kant gelesen haben? Ich bin doch Logiker!" (O-Ton)
Find ich persönlich problematisch