simpel hat geschrieben:Ein Spruch aus dem 'Zitate' Strang:
Der Mensch ist nur eine Blase des Nichts, die annimmt, sie sei der Maßstab der Welt.
M. Maeterlinck
Nur das Individuum mißt und nimmt an. Insofern nimmt er an, Maßstab (seiner) Welt zu sein,
simpel hat geschrieben:Wer sollte für uns Menschen denn sonst 'Maßstab' sein, wenn nicht der Mensch?
Ich bestreite den Ausspruch: Der Mensch ist nur eine Blase des Nichts...
Nichts kann keine Blase "haben". Nichts ist nichts.
simpel hat geschrieben:Was soll der denn aussagen? Führt nicht eine solche 'Erniedrigung' genau zu den 'Erhöhungen' wie sie sich z.B. in der christlichen 'Krone...Schöpfung...' äußern?
Klar, wenn jemand das abstuft, was der Mensch von sich hält, muß dieser "dagegenhalten", sich umso mehr erhöhen, um einen Ausgleich herzustellen. Die Gottesgläubigen fühlen sich einem Gott gegenüber derart minderwertig, daß sie z. B. in zwischenmenschlichen Bereichen äußerste Machtphantasien entwickeln vermögen.
Dasselbe gilt übrigens auch für Wissenschaftler, die sich als minimale, unbedeutende Wesen einem immensen Universum, von der Außenwelt aufoktroierte (Natur-) Gesetze, gegenübersehen, begreifen. Das Machtwort heißt hier: Bewiesen!
plotin hat geschrieben:....Der Mensch, Ansammlung von verunreinigtem Kohlenstoff und einiger anderer Elemente,
ist und kann bloß Maßstab für sich selbst sein. Der Welt ist es egal ob er existiert oder nicht.
Richtig. Was soll "Welt" eigentlich sein? Etwas unabhängiges, eigenständiges? Von wem oder was unabhängig? Von einem Individuum, das Teil dieser Welt ist?
simpel hat geschrieben:Nein, der Welt ist es nicht 'egal' ob wir existieren oder nicht. 'Die Welt' hat gar keine Meinung. Egal heißt 'gleich - gültig'. Die Benutzung dieses Wortes birgt aber schon die Dualität in sich.
Ja.
Die Benutzung dieses Wortes...
simpel hat geschrieben:'Die Welt' gibt es nicht. Das was wir (Menschen) als Welt erleben, ist eine Interpretation unseres Gehirns.
Bist du sicher, daß das Gehirn interpretiert? Oder interpretieren wir
mithilfe des Gehirns?
simpel hat geschrieben:Es gibt z.B keine Farben - nur unterschiedliche Wellenlängen des Lichts.
Deswegen können wir (Menschen) sagen: wir sind der Maßstab für unsere Welt. Eine andere haben wir nicht. Und uns (Menschen) soll es besser nicht 'egal' sein was aus unserer Interpretation wird.

Wir sind der Maßstab der Welt, wie wir sie interpretieren.
Und: nein, es sollte uns wirklich nicht egal sein.
plotin hat geschrieben:.....Geblendet vom Licht der Selbstüberschätzung! der Mensch die Krone?...... Überlegen
durch Individualität, der Möglichkeit der Reflexion, durch das zum Ausdruck bringen von
Gefühlen......Erhaben? Oder bloß schwach und unterlegen, eine "Blase des Nichts" eben,
immer in der Hoffnung auf......auf was (der Mittelpunkt sein zu wollen)?
Individualität ist keine Form der Überlegenheit gegenüber anderen Individualitäten. Wie sollte es auch?
Bloß das Denken schafft Überlegenheiten, indem sie bestimmte Eigenschaften heraushebt und als "besser" einstuft.
Typisch menschlich, würde ich sagen.
Ich fürchte nur, wir sind wirklich "der Mittelpunkt" unseres Erlebens (wer oder was sonst - wenn überhaupt), und dies ist (unsere) Welt. "Mittelpunkt" ist aber "an sich" nicht wertend, schwach oder stark, überlegen oder unterlegen, er verweist einfach nur auf einen gewissen Ausgangspunkt, in dem etwas entsteht.