simpel hat geschrieben:zu a: oh, vielleicht müssen wir dann mal 'Liebe', 'richtig' und 'teilen' definieren.

zu b:bisschen wirre, ich versteh's nicht was du sagen willst.
Wenn man sich toll findet und man deswegen nicht eifersüchtig ist, dann liebt man den Partner nicht 'richtig'? Und dann liebt man den anderen bedingungslos? Wie passt das zusammen?
a: nun, das wäre relativ sinnlos, da besonders die ersten beiden Begriffe bekanntlich jeder Mensch anders empfindet und ergo auch anders definieren würde. Mit "Teilen" geht es nicht darum, den anderen in kleinen Dingen zu teilen (wie wohl jeder das täglich problemlos tut), sondern wenn z.B. über Wochen hinweg der Eine von morgens bis spät abends arbeitet, und dem Partner gegenüber immer erwähnt, er würde mit dem Kollegen X arbeiten; in diesem Fall
könnte Eifersucht auftreten, weil der (womöglich andersgeschlechtliche) Kollege X sehr viel mehr Zeit mit dem Partner verbringt als man selbst.
b:
DrHouse hat geschrieben:wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht
"Dann nicht" bezog sich auf deine zuvor gestellte Frage, ob man dann eben keine glückliche Beziehung führen könne. Das verneinte ich.
simpel hat geschrieben:DrHouse hat geschrieben:2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.
dann 'ja', was?
"Dann ja" bezog sich ebenfalls auf deine Frage zu Punkt b, was ich nach der Erklärung positiv beantwortet habe... wird strukturell ganz gut ersichtlich:
DrHouse hat geschrieben:zu a: richtig.
zu b: 1. wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht (das muss nicht zwangsläufig übersteigert sein, ist es bloß meistens). Dann liebt man den anderen möglicherweise bedingungslos.
2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.
simpel hat geschrieben:Viele Menschen sind in vielem 'besser' als ich. Nur was hat das 'besser' (und dann auch noch 'in irgendetwas') mit Beziehung und Liebe zu tun?
Es hat unglaublich viel mit Eifersucht zu tun, und diese wiederum etwas mit Liebe und Beziehung. Wie bereits erläutert ist Eifersucht die Angst vor dem Vergleich. Also die Angst, diesen Vergleich "zu verlieren", weil der/die andere besser ist als man selbst. Worin besser lässt sich, da allgemein gesprochen, wohl kaum konkretisieren.
simpel hat geschrieben:Oh oh, mit 'anerkannt' und 'geläufig' muss man aufpassen. Wer zu oft davon aus geht, 'dass ja bekannt ist, was gemeint ist' kann oft ziemlich daneben liegen.
Wer meint, alles geläufige oder anerkannte neu definieren zu müssen auch.
simpel hat geschrieben:Und ich widerspreche, es geht bei Eifersucht auch um Besitzansprüche. Und doch, viele 'empfinden' einen Partner wie den Besitz eines Polstersessels.
Was wiederum einzig auf den Eifersüchtigen selbst verweisen würde. Besitzansprüche enden sehr schnell, wenn man ein wenig über die Beziehung reflektiert - Eifersucht endet damit jedoch nicht. Was bedeutet, dass Besitzansprüche wenn, dann nur einen sehr geringen Teil der Eifersucht ausmachen.
simpel hat geschrieben:Deiner Meinung nach ist eifersüchtig wer
DrHouse hat geschrieben:... Minderwertigkeitskomplexe hat, ...
...sich z.B. selbst für hässlich hält, ...
nicht eifersüchtig ist
DrHouse hat geschrieben:.. ein Mensch, der extrem mit sich zufrieden ist und dies in sämtlichen Belangen - ohne dass dies übersteigert sein muss
... , der nicht genügend liebt.
das kann meiner Ansicht nach alles
ein Grund von vielen sein, Eifersucht ist nicht monokausal.
Was ja auch niemand behauptet hat.
simpel hat geschrieben: Eifersucht kann auch ein gelerntes Gefuehl sein, kann Wut sein, .... kann ein 'Hinweisschild' sein, ...
Das ist ein bisschen zu simpel. Jedes Gefühl kann man auf diese Weise vereinfachen, denn jede Emotion ist erwiesenermaßen "gelernt". Und jedes Gefühl, ob Liebe oder Hass, ist ein Indikator für irgendetwas.
simpel hat geschrieben:och, mir fällt da z.B. noch Stolz ein, oder als eine positive Schutzfunktion, ein Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse...
Sicher, Stolz, Eitelkeit, ect., das spielt alles in geringem Maße ebenfalls eine Rolle.
Eine positive Schutzfunktion oder ein Hinweis ist wohl jedes Gefühl. (s.o.) Allerdings geht es ja weniger um die Auswirkungen der Eifersucht, sondern um ihre Ursachen. Und kein Mensch wird eifesüchtig mit der bewussten Intention, damit jemandem einen Hinweis zu geben.
simpel hat geschrieben:DrHouse hat geschrieben:Eifersucht verkörpert einen ausschließlichen Besitzanspruch auf eine andere Person, zu der eine emotionale Bindung vorhanden ist.
Aus welchem meiner Beiträge hast du das entnommen?
simpel hat geschrieben:In Gesellschaften die anders strukturiert sind äußert sie sich anders oder kommt gar nicht vor.
Welche Gesellschaft lebt denn vollkommen eifersuchts-los?
simpel hat geschrieben:Da Eifersucht als Konglomerat verschiedener Basisgefühle gilt, kann man Eifersucht ablegen, oder zumindest damit umgehen lernen. Eine schwierige Aufgabe, aber machbar. Jede Beziehung, besonders längere, sind auf eine gute Kommunikation der Partner angewiesen.
Absolut deiner Meinung.
Greetz,
House
"It's a basic truth of the human condition that everybody lies. The only variable is about what."
Dr. Gregory House