Definition von Eifersucht

Die Liebe, wahre Liebe? Gefühle? Empfindungen?

Definition von Eifersucht

Beitragvon malte » So 27. Dez 2009, 22:20

Hallo,

dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und daher sage ich kurz nochmal extra "Hallo", weil manche ja Wert darauf legen ;)

Zum Thema:
Ich habe vor kurzem mit meiner Freundin über die Definition von Eifersucht diskutiert.
Ich bin der Meinung, dass Eifersucht einzig und allein die Angst ist, dass der Partner/die Partnerin einen anderen Menschen mehr begehrt als mich bzw. aus diesem Begehren mehr wird (im schlimmsten Falle ein Seitenspung).

Folglich ist Eifersucht für mich ein Zeichen von Misstrauen. -> Ich vertraue meinem Partner/meiner Partnerin ja nicht, dass er/sie die "Finger von anderen lässt". Und daraus schlussfolgere ich, dass Eifersucht eine negative Eigenschaft ist und in einer Beziehung, die auf wahrer Liebe (oh ja, schwierig, schwierig... hier könnte man die nächste Definitionsfrage starten...) basiert, nichts zu suchen hat.

Insbesondere ist aus meiner Sicht Eifersucht nicht:
- Die Angst, dass die Beziehung scheitert.
- Die Angst, dass man dem anderen nicht mehr genügt.
- Die Angst, dass jemand anders toller/besser sein könnte. (Wer ist schon die/der tollste/beste? Nur diese(r) eine hätte das Privileg, diese Angst nicht haben zu müssen...)

Wie seht ihr das? Würde mich interessieren :)

Grüße

Malte
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon Shade » Mo 28. Dez 2009, 10:54

Hallo Malte,

Persönlich finde ich, dass deine Erklärung hinkt, und zwar, weil es dann darum geht, das Thema Misstrauen aufzubringen. Da Misstrauen aber eine Projektion des 'inneren mangelnden Vertrauens' auf eine Person ist, ist Eifersucht eben die Angst, nicht gut genug zu sein und den anderen zu verlieren.

Oder wie es so schön heisst: Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.


Liebe Grüsse


Shade
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon Beate » Di 5. Jan 2010, 18:08

Hallo Malte,

ich schließe mich Shade an. Wobei ich die "Angst, dass die Beziehung scheitert" eher als Verlustangst definieren würde. Mit Misstrauen hat Eifersucht meistens eher wenig zu tun, sondern tatsächlich damit, dass man selbst meint, nicht zu genügen, was den dritten Punkt Deiner Aufzählung bereits beinhaltet.

In gewisser Hinsicht kann Eifersucht auch eine Form von Neid sein, und zwar in zweierlei Hinsicht: Z. B. Neid darauf, dass der geliebte Mensch Dinge ohne uns tut, aber auch Neid auf die Person(en), mit denen er ohne Einbeziehung des Partners Umgang hat.

Liebe Grüße

Beate
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon DrHouse » Di 9. Feb 2010, 23:26

Hi!


Bei einer Beziehung, in der sich beide Partner ungefähr das gleiche Maß an Liebe entgegenbringen, ist Eifersucht unabdingbar.

Eifersucht ist die Angst, mit jemand anderem verglichen zu werden und ergo die Angst, kritisiert zu werden. Deshalb werden eifersüchtige Menschen meistens nicht traurig (was man ja vermuten könnte) sondern regelrecht wütend. :arrow: Sie fühlen sich angegriffen.
Eifersucht bleibt dann aus, wenn

A. einem der Partner egal ist, oder
B. die Kontaktperson des Partners keine Bedrohung darstellt (weil 80 Jahre alt, die eigene Schwester, ect. ...).

Ist man eifersüchtig, vertraut man sich selbst nicht. Ist man misstrauisch, vertraut man dem Partner nicht.
Kleiner aber feiner Unterschied.


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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon simpel » Do 11. Feb 2010, 15:20

Auch Hi
DrHouse hat geschrieben:Bei einer Beziehung, in der sich beide Partner ungefähr das gleiche Maß an Liebe entgegenbringen, ist Eifersucht unabdingbar.

diese Aussage verstehe ich nicht. Warum sollte in einer solchen Beziehung Eifersucht 'unabdingbar' - also 'eine Voraussetzung' oder 'eine Forderung' sein?
DrHouse hat geschrieben:Eifersucht ist die Angst, mit jemand anderem verglichen zu werden und ergo die Angst, kritisiert zu werden.

das kann sicher mitspielen. Glaubst du, dass das die einzige Erklärung ist?

DrHouse hat geschrieben:Eifersucht bleibt dann aus, wenn
A. einem der Partner egal ist, oder
B. die Kontaktperson des Partners keine Bedrohung darstellt (weil 80 Jahre alt, die eigene Schwester, ect. ...).

hmm, mehr nicht?

DrHouse hat geschrieben:Ist man eifersüchtig, vertraut man sich selbst nicht. Ist man misstrauisch, vertraut man dem Partner
[/quote]
Ist Misstrauen nicht 'nur' ein Aspekt von Eifersucht?
Ich zumindest kenne Eifersucht als ein sehr komplexes Gefühl, das wesentlich vielschichtiger ist als du hier ansprichst. So hast du z.B. die 'positiven' Aspekte von Eifersucht völlig außer Acht gelassen
Gruß. simpel
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon DrHouse » Sa 13. Feb 2010, 12:18

simpel hat geschrieben:diese Aussage verstehe ich nicht. Warum sollte in einer solchen Beziehung Eifersucht 'unabdingbar' - also 'eine Voraussetzung' oder 'eine Forderung' sein?


Sobald man jemanden liebt, möchte man ihn mit niemandem teilen. Liebe ist die Vorausstezung für eine glückliche Partnerschaft, und die Eifersucht gehört dazu.

simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Eifersucht ist die Angst, mit jemand anderem verglichen zu werden und ergo die Angst, kritisiert zu werden.

Glaubst du, dass das die einzige Erklärung ist?


Natürlich. Die Eifersucht ist die Angst, jemanden zu verlieren. Warum verliert man jemanden an einen anderen? Weil der andere einen selbst übertrifft (worin sei dahingestellt) und davor hat der Mensch Angst. Jemand mit maßlos übersteigertem Selbstbewusstsein wäre also nicht dazu in der Lage, Eifersucht in einem so großen Rahmen zu empfinden, wie jemand mit Minderwertigkeitskomplexen.

simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Eifersucht bleibt dann aus, wenn
A. einem der Partner egal ist, oder
B. die Kontaktperson des Partners keine Bedrohung darstellt (weil 80 Jahre alt, die eigene Schwester, ect. ...).

hmm, mehr nicht?


Mehr nicht.

simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Ist man eifersüchtig, vertraut man sich selbst nicht. Ist man misstrauisch, vertraut man dem Partner NICHT.

Ist Misstrauen nicht 'nur' ein Aspekt von Eifersucht?


Nein, Misstrauen ist etwas gänzlich anderes. Eifersüchtig kann man nur auf etwas bestimmtes sein, auf etwas oder jemanden, den man genau benennen kann (Kumpel, Arbeit, ect...).
Misstrauen hingegen kann man haben, ohne etwas benennen zu müssen. Es richtet sich nicht automatisch gegen etwas oder jemanden. Außer gegen den Partner.

simpel hat geschrieben:Ich zumindest kenne Eifersucht als ein sehr komplexes Gefühl, das wesentlich vielschichtiger ist als du hier ansprichst. So hast du z.B. die 'positiven' Aspekte von Eifersucht völlig außer Acht gelassen


Was ist positiv an Eifersucht? Dass man merkt, wie sehr man den anderen liebt? Dass der andere merkt, wie sehr man ihn liebt? Meiner Meinung nach erreicht man das besser mit anderen Dingen.


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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon simpel » Mi 17. Feb 2010, 21:25

DrHouse hat geschrieben:Sobald man jemanden liebt, möchte man ihn mit niemandem teilen. Liebe ist die Vorausstezung für eine glückliche Partnerschaft, und die Eifersucht gehört dazu.

Impliziert das:
a. ich jemanden nicht richtig liebe wenn ich kein Problem habe ihn/sie mit jemanden zu teilen?
b. eine Partnerschaft nicht glücklich sein kann wenn man nicht eifersüchtig ist, weil man dann auch nicht liebt?

DrHouse hat geschrieben: Die Eifersucht ist die Angst, jemanden zu verlieren. Warum verliert man jemanden an einen anderen? Weil der andere einen selbst übertrifft (worin sei dahingestellt) und davor hat der Mensch Angst. Jemand mit maßlos übersteigertem Selbstbewusstsein wäre also nicht dazu in der Lage, Eifersucht in einem so großen Rahmen zu empfinden, wie jemand mit Minderwertigkeitskomplexen.

Du denkst also, man 'hat' seinen Partner? Denn verlieren kann man ja wohl nur etwas das man 'hat'.
Und, wenn ich recht verstehe sind nur Personen nicht Eifersüchtig die ein 'maßlos übersteigertem Selbstbewusstsein' haben oder jemand der Minderwertigkeitskomplexe hat?

DrHouse hat geschrieben:
simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Eifersucht bleibt dann aus, wenn
A. einem der Partner egal ist, oder
B. die Kontaktperson des Partners keine Bedrohung darstellt (weil 80 Jahre alt, die eigene Schwester, ect. ...).

hmm, mehr nicht?

Mehr nicht.

erfährst du das so?

DrHouse hat geschrieben:Nein, Misstrauen ist etwas gänzlich anderes. Eifersüchtig kann man nur auf etwas bestimmtes sein, auf etwas oder jemanden, den man genau benennen kann (Kumpel, Arbeit, ect...).
Misstrauen hingegen kann man haben, ohne etwas benennen zu müssen. Es richtet sich nicht automatisch gegen etwas oder jemanden. Außer gegen den Partner.

oh, man kann dem Partner also nicht misstrauen?

DrHouse hat geschrieben:
simpel hat geschrieben:Ich zumindest kenne Eifersucht als ein sehr komplexes Gefühl, das wesentlich vielschichtiger ist als du hier ansprichst. So hast du z.B. die 'positiven' Aspekte von Eifersucht völlig außer Acht gelassen

Was ist positiv an Eifersucht? Dass man merkt, wie sehr man den anderen liebt? Dass der andere merkt, wie sehr man ihn liebt? Meiner Meinung nach erreicht man das besser mit anderen Dingen.

Es gibt nach meiner Erfahrung viele Menschen die 'ein bisschen' Eifersucht angenehm finden.
gruss. simpel
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon DrHouse » Fr 19. Feb 2010, 12:53

simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Sobald man jemanden liebt, möchte man ihn mit niemandem teilen. Liebe ist die Vorausstezung für eine glückliche Partnerschaft, und die Eifersucht gehört dazu.

Impliziert das:
a. ich jemanden nicht richtig liebe wenn ich kein Problem habe ihn/sie mit jemanden zu teilen?
b. eine Partnerschaft nicht glücklich sein kann wenn man nicht eifersüchtig ist, weil man dann auch nicht liebt?


zu a: richtig.
zu b: 1. wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht (das muss nicht zwangsläufig übersteigert sein, ist es bloß meistens). Dann liebt man den anderen möglicherweise bedingungslos.
2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.


simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben: Die Eifersucht ist die Angst, jemanden zu verlieren. Warum verliert man jemanden an einen anderen? Weil der andere einen selbst übertrifft (worin sei dahingestellt) und davor hat der Mensch Angst. Jemand mit maßlos übersteigertem Selbstbewusstsein wäre also nicht dazu in der Lage, Eifersucht in einem so großen Rahmen zu empfinden, wie jemand mit Minderwertigkeitskomplexen.

Du denkst also, man 'hat' seinen Partner? Denn verlieren kann man ja wohl nur etwas das man 'hat'.


Natürlich ist der Partner kein Besitz wie ein Polstersessel. Aber die Formulierung einen Partner "zu haben" ist denke ich anerkannt und geläufig, ebenso wie zu sagen, man könne jemanden "verlieren" - es geht bei der Eifersucht nicht um Besitzansprüche am Partner, sondern um den Menschen selbst, der eifersüchtig ist.

simpel hat geschrieben:Und, wenn ich recht verstehe sind nur Personen nicht Eifersüchtig die ein 'maßlos übersteigertem Selbstbewusstsein' haben oder jemand der Minderwertigkeitskomplexe hat?


Nein, absolut nicht. Jemand der Minderwertigkeitskomplexe hat, würde extrem eifersüchtig sein. Jemand der sich beispielsweise selbst für hässlich hält, hätte permanent Angst, der Partner könne sich einen attraktiveren Menschen suchen.
Nur ein Mensch, der extrem mit sich zufrieden ist und dies in sämtlichen Belangen - ohne dass dies übersteigert sein muss - kann nicht eifersüchtig sein. Oder eben jemand, der nicht genügend liebt.


simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Nein, Misstrauen ist etwas gänzlich anderes. Eifersüchtig kann man nur auf etwas bestimmtes sein, auf etwas oder jemanden, den man genau benennen kann (Kumpel, Arbeit, ect...).
Misstrauen hingegen kann man haben, ohne etwas benennen zu müssen. Es richtet sich nicht automatisch gegen etwas oder jemanden. Außer gegen den Partner.

oh, man kann dem Partner also nicht misstrauen?


Außer gegen den Partner. (s.o.)

simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:
simpel hat geschrieben:Ich zumindest kenne Eifersucht als ein sehr komplexes Gefühl, das wesentlich vielschichtiger ist als du hier ansprichst. So hast du z.B. die 'positiven' Aspekte von Eifersucht völlig außer Acht gelassen

Was ist positiv an Eifersucht? Dass man merkt, wie sehr man den anderen liebt? Dass der andere merkt, wie sehr man ihn liebt? Meiner Meinung nach erreicht man das besser mit anderen Dingen.

Es gibt nach meiner Erfahrung viele Menschen die 'ein bisschen' Eifersucht angenehm finden.


Damit beantwortest du die meisten deiner Fragen selbst. Warum sollten Menschen das angenehm finden? Weil es ihnen zeigt, dass der Partner sie nicht verlieren will,
d. h. Eifersucht zeigt, dass man geliebt wird. Wie gesagt, das kann man auch mit anderen Dingen ausdrücken.
Ob jedoch in kleinem oder großem Maße, Eifersucht bleibt immer das, was sie ist: Unsicherheit, Minderwertigkeitskomplexe, Angst vor dem Vergleich, Angst vor dem Verlust des Partners. Bloß kann sie in geringen Dosen schmeichelhaft sein.


Greetz,

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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon simpel » Sa 20. Feb 2010, 19:15

DrHouse hat geschrieben:
simpel hat geschrieben:Impliziert das:
a. ich jemanden nicht richtig liebe wenn ich kein Problem habe ihn/sie mit jemanden zu teilen?
b. eine Partnerschaft nicht glücklich sein kann wenn man nicht eifersüchtig ist, weil man dann auch nicht liebt?

zu a: richtig.
zu b: 1. wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht (das muss nicht zwangsläufig übersteigert sein, ist es bloß meistens). Dann liebt man den anderen möglicherweise bedingungslos.

zu a: oh, vielleicht müssen wir dann mal 'Liebe', 'richtig' und 'teilen' definieren. :)
zu b:bisschen wirre, ich versteh's nicht was du sagen willst.
Wenn man sich toll findet und man deswegen nicht eifersüchtig ist, dann liebt man den Partner nicht 'richtig'? Und dann liebt man den anderen bedingungslos? Wie passt das zusammen?

Also ich bin mit meinem Partner jetzt schon ein Weilchen zusammen und 'teile' ihn täglich. Ich bin nicht eifersüchtig. Ich finde mich ganz in Ordnung, aber 'toll', na ja... und ich kann mir vorstellen, dass mein Partner sich in jemand anderen verliebt. So was passiert. Falls das passiert werden wir damit umgehen.
DrHouse hat geschrieben:2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.

dann 'ja', was? Viele Menschen sind in vielem 'besser' als ich. Nur was hat das 'besser' (und dann auch noch 'in irgendetwas') mit Beziehung und Liebe zu tun?

DrHouse hat geschrieben:Natürlich ist der Partner kein Besitz wie ein Polstersessel. Aber die Formulierung einen Partner "zu haben" ist denke ich anerkannt und geläufig, ebenso wie zu sagen, man könne jemanden "verlieren" - es geht bei der Eifersucht nicht um Besitzansprüche am Partner, sondern um den Menschen selbst, der eifersüchtig ist.

Oh oh, mit 'anerkannt' und 'geläufig' muss man aufpassen. Wer zu oft davon aus geht, 'dass ja bekannt ist, was gemeint ist' kann oft ziemlich daneben liegen.
Und ich widerspreche, es geht bei Eifersucht auch um Besitzansprüche. Und doch, viele 'empfinden' einen Partner wie den Besitz eines Polstersessels.

Deiner Meinung nach ist eifersüchtig wer
DrHouse hat geschrieben:... Minderwertigkeitskomplexe hat, ...
...sich z.B. selbst für hässlich hält, ...

nicht eifersüchtig ist
DrHouse hat geschrieben:.. ein Mensch, der extrem mit sich zufrieden ist und dies in sämtlichen Belangen - ohne dass dies übersteigert sein muss
... , der nicht genügend liebt.

das kann meiner Ansicht nach alles ein Grund von vielen sein, Eifersucht ist nicht monokausal. Eifersucht kann auch ein gelerntes Gefuehl sein, kann Wut sein, .... kann ein 'Hinweisschild' sein, ...

DrHouse hat geschrieben:Warum sollten Menschen das [Eifersucht] angenehm finden? Weil es ihnen zeigt, dass der Partner sie nicht verlieren will,
d. h. Eifersucht zeigt, dass man geliebt wird. Wie gesagt, das kann man auch mit anderen Dingen ausdrücken.
Ob jedoch in kleinem oder großem Maße, Eifersucht bleibt immer das, was sie ist: Unsicherheit, Minderwertigkeitskomplexe, Angst vor dem Vergleich, Angst vor dem Verlust des Partners. Bloß kann sie in geringen Dosen schmeichelhaft sein.

och, mir fällt da z.B. noch Stolz ein, oder als eine positive Schutzfunktion, ein Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse...

DrHouse hat geschrieben:Eifersucht verkörpert einen ausschließlichen Besitzanspruch auf eine andere Person, zu der eine emotionale Bindung vorhanden ist.

oben schreibst du
DrHouse hat geschrieben:es geht bei der Eifersucht nicht um Besitzansprüche am Partner, sondern um den Menschen selbst, der eifersüchtig ist.

ja, was denn nun? :wink:

DrHouse hat geschrieben:... Dies kann sehr drastische, auch gewalttätige eifersüchtige Handlungen bewirken.

ja, absolut. Eifersucht ist ein sehr starkes Gefühl und kann zu den merkwürdigsten Verhaltensweisen führen.

Einige Dinge gebe ich zur 'Eifersucht' noch zu bedenken. Eifersucht ist in großen Teilen eine kulturell 'erlernte' Emotion. In Gesellschaften die anders strukturiert sind äußert sie sich anders oder kommt gar nicht vor. Da Eifersucht als Konglomerat verschiedener Basisgefühle gilt, kann man Eifersucht ablegen, oder zumindest damit umgehen lernen. Eine schwierige Aufgabe, aber machbar. Jede Beziehung, besonders längere, sind auf eine gute Kommunikation der Partner angewiesen. Ich weiß von mir selbst und von Klienten, dass in 'erwachsenen' Beziehungen Eifersucht selten eine große große Rolle spielt. Wenn sich Ansätze davon zeigen wird das genutzt um die eigene und die 'Gestelltheit' des Partners zu untersuchen.
Die eigene Eifersucht zu untersuchen und was 'wirklich' dahinter steckt ist ein Anfang.
Gruss. simpel
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon DrHouse » So 21. Feb 2010, 12:06

simpel hat geschrieben:zu a: oh, vielleicht müssen wir dann mal 'Liebe', 'richtig' und 'teilen' definieren. :)
zu b:bisschen wirre, ich versteh's nicht was du sagen willst.
Wenn man sich toll findet und man deswegen nicht eifersüchtig ist, dann liebt man den Partner nicht 'richtig'? Und dann liebt man den anderen bedingungslos? Wie passt das zusammen?


a: nun, das wäre relativ sinnlos, da besonders die ersten beiden Begriffe bekanntlich jeder Mensch anders empfindet und ergo auch anders definieren würde. Mit "Teilen" geht es nicht darum, den anderen in kleinen Dingen zu teilen (wie wohl jeder das täglich problemlos tut), sondern wenn z.B. über Wochen hinweg der Eine von morgens bis spät abends arbeitet, und dem Partner gegenüber immer erwähnt, er würde mit dem Kollegen X arbeiten; in diesem Fall könnte Eifersucht auftreten, weil der (womöglich andersgeschlechtliche) Kollege X sehr viel mehr Zeit mit dem Partner verbringt als man selbst.
b:
DrHouse hat geschrieben:wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht

"Dann nicht" bezog sich auf deine zuvor gestellte Frage, ob man dann eben keine glückliche Beziehung führen könne. Das verneinte ich.


simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.

dann 'ja', was?


"Dann ja" bezog sich ebenfalls auf deine Frage zu Punkt b, was ich nach der Erklärung positiv beantwortet habe... wird strukturell ganz gut ersichtlich:

DrHouse hat geschrieben:zu a: richtig.
zu b: 1. wenn man absolut keine Angst um den anderen hat, weil man sich selbst für so toll hält, dass es einem gar nicht in den Sinn kommt, der Partner könne sich jemand anderem zuwenden, dann nicht (das muss nicht zwangsläufig übersteigert sein, ist es bloß meistens). Dann liebt man den anderen möglicherweise bedingungslos.
2. Hält man es hingegen sehr wohl für möglich, dass der andere jemanden findet, der (in irgendetwas) besser ist als man selbst und verspürt trotzdem niemals auch nur die geringste Eifersucht, dann ja.


simpel hat geschrieben:Viele Menschen sind in vielem 'besser' als ich. Nur was hat das 'besser' (und dann auch noch 'in irgendetwas') mit Beziehung und Liebe zu tun?


Es hat unglaublich viel mit Eifersucht zu tun, und diese wiederum etwas mit Liebe und Beziehung. Wie bereits erläutert ist Eifersucht die Angst vor dem Vergleich. Also die Angst, diesen Vergleich "zu verlieren", weil der/die andere besser ist als man selbst. Worin besser lässt sich, da allgemein gesprochen, wohl kaum konkretisieren.


simpel hat geschrieben:Oh oh, mit 'anerkannt' und 'geläufig' muss man aufpassen. Wer zu oft davon aus geht, 'dass ja bekannt ist, was gemeint ist' kann oft ziemlich daneben liegen.


Wer meint, alles geläufige oder anerkannte neu definieren zu müssen auch.

simpel hat geschrieben:Und ich widerspreche, es geht bei Eifersucht auch um Besitzansprüche. Und doch, viele 'empfinden' einen Partner wie den Besitz eines Polstersessels.


Was wiederum einzig auf den Eifersüchtigen selbst verweisen würde. Besitzansprüche enden sehr schnell, wenn man ein wenig über die Beziehung reflektiert - Eifersucht endet damit jedoch nicht. Was bedeutet, dass Besitzansprüche wenn, dann nur einen sehr geringen Teil der Eifersucht ausmachen.

simpel hat geschrieben:Deiner Meinung nach ist eifersüchtig wer
DrHouse hat geschrieben:... Minderwertigkeitskomplexe hat, ...
...sich z.B. selbst für hässlich hält, ...

nicht eifersüchtig ist
DrHouse hat geschrieben:.. ein Mensch, der extrem mit sich zufrieden ist und dies in sämtlichen Belangen - ohne dass dies übersteigert sein muss
... , der nicht genügend liebt.

das kann meiner Ansicht nach alles ein Grund von vielen sein, Eifersucht ist nicht monokausal.


Was ja auch niemand behauptet hat.

simpel hat geschrieben: Eifersucht kann auch ein gelerntes Gefuehl sein, kann Wut sein, .... kann ein 'Hinweisschild' sein, ...


Das ist ein bisschen zu simpel. Jedes Gefühl kann man auf diese Weise vereinfachen, denn jede Emotion ist erwiesenermaßen "gelernt". Und jedes Gefühl, ob Liebe oder Hass, ist ein Indikator für irgendetwas.

simpel hat geschrieben:och, mir fällt da z.B. noch Stolz ein, oder als eine positive Schutzfunktion, ein Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse...


Sicher, Stolz, Eitelkeit, ect., das spielt alles in geringem Maße ebenfalls eine Rolle.
Eine positive Schutzfunktion oder ein Hinweis ist wohl jedes Gefühl. (s.o.) Allerdings geht es ja weniger um die Auswirkungen der Eifersucht, sondern um ihre Ursachen. Und kein Mensch wird eifesüchtig mit der bewussten Intention, damit jemandem einen Hinweis zu geben.


simpel hat geschrieben:
DrHouse hat geschrieben:Eifersucht verkörpert einen ausschließlichen Besitzanspruch auf eine andere Person, zu der eine emotionale Bindung vorhanden ist.


Aus welchem meiner Beiträge hast du das entnommen?


simpel hat geschrieben:In Gesellschaften die anders strukturiert sind äußert sie sich anders oder kommt gar nicht vor.


Welche Gesellschaft lebt denn vollkommen eifersuchts-los?


simpel hat geschrieben:Da Eifersucht als Konglomerat verschiedener Basisgefühle gilt, kann man Eifersucht ablegen, oder zumindest damit umgehen lernen. Eine schwierige Aufgabe, aber machbar. Jede Beziehung, besonders längere, sind auf eine gute Kommunikation der Partner angewiesen.


Absolut deiner Meinung. :)


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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon xerxkes49 » Mi 7. Apr 2010, 06:11

Das von 'DrHouse' vorgebrachte ist für mich überzeugend. Ergänzen möchte ich noch den Begriff des Wertes. Einmal des Selbstwertes (als Selbstwertgefühl) und zum anderen des Wertes, den meine Partnerin für mich hat. Je geringer das Gefühl meines eigenen Wertes augeprägt ist und je höher der Wert meiner Partnerin für mich ist, desto anfälliger bin ich für Eifersucht. Bei letzterem spielt es auch noch eine Rolle, in welchem Grade ich sie liebe.

Wenn ich von meinem Wert für sie und andere Frauen, aus welchen Gründen auch immer (weil ich aussehe wie Cary Grant und Millionär bin), überzeugt bin, werde ich wenig Eifersucht entwickeln; erst recht wenn sie ein häßliche Putzhilfe ist... (in die ich mich vielleicht, warum auch immer, mal 'kurz' verliebt habe).

Schwierig ist es für Menschen immer dann, und das betrifft auch Frauen (...), wenn ihr Wert, sich z.B. wegen eines plötzlichen Mangels (z.B. wegen einer Krankheit, bei Frauen z.B. wegen einer Brustamputation), plötzlich verringert. J

Jeder kann sich das (etwas überspitzt gezeichnet...) gut vorstellen, wenn der Ehemann einer so Brustamputierten, täglich von seiner vollbusigen Kollegin (z.B. BH-Größe 90E...) zum Tennis abgeholt wird...
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Re: Definition von Eifersucht

Beitragvon Maria » Mi 5. Mai 2010, 10:19

Eifersucht ist immer ein Zeichen dafür das man Verlustängste in sich trägt. Man will jemaden nicht verlieren, den Partner u.s.w. Oder man ist einfach neidisch dann entsteht auch häufig Eifersucht.
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