Man stelle sich vor, man habe eine Maschine angeschafft, welche eine bestimmte Arbeit verrichtet, zuverlässig rund um die Uhr, Tag für Tag. Diese wird gut gepflegt und gewartet, trotzdem kommt es im Laufe der Jahre immer wieder zu kleineren Defekten und die Leistungsfähigkeit lässt nach. Dem wird entgegengewirkt, indem defekte oder verschlissene Teile stets durch neuwertige identische ersetzt werden, so dass sich die Maschine immerzu in einem perfekten Zustand befinde. Nach vielen Jahren sind nun alle Teile ausgetauscht worden, so dass keines mehr dem Original entspricht, wie es bei der Anschaffung der Maschine verbaut war. Trotzdem verhält sich die Maschine wie sie es immer tat: sie verrichtet dieselbe Arbeit, genauso zuverlässig wie sie es einst tat.
Ein Betrachter, der die Geschichte des Apparates nicht kennt, also nichts von den Reparaturen und den ersetzten Teilen weiß, muss die Maschine für genau die gleiche halten, die sie anfangs gewesen ist.
Stellen wir einmal analoge Betrachtungen für das menschliche Gehirn an. Nehmen wir an, die Medizin wäre in der Lage, dieses zu „reparieren”, also Teile davon durch exakt identische zu ersetzen. Wenn man einem Menschen immer wieder kleinere Teile des Gehirns entnähme und stattdessen perfekte Kopien der Teile einsetzen würde, solange bis kein Teil mehr dem Original entspricht, würde es sich noch um denselben Menschen handeln?
Da die ausgetauschten Teile physikalisch exakt dieselben Eigenschaften aufweisen wie die originalen, ist anzunehmen, dass ein äußerer Betrachter keine Unterschiede im Verhalten oder den Erinnerungen dieser Person bemerken wird. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das Bewusstsein des Menschen noch dem ursprünglichen entspricht oder ob es sich um ein neues Bewusstsein handelt. Ist also die Wahrnehmung und das Bewusstsein der ursprünglichen Person erloschen, ist diese also „gestorben” oder wurden diese in das erneuerte Gehirn „überführt”.
Dazu soll ein weiterer Fall betrachtet werden. Nehmen wir an, wir könnten eine perfekte Bauanleitung des Gehirns eines Menschen anfertigen und es anhand dieser jederzeit identisch nachbauen. Nachdem wir dies getan haben, töten wir das Gehirn der betreffenden Person und verpflanzen anschließend die perfekte Replik wieder in den Körper. Unzweifelhaft muss man davon ausgehen, dass das Bewusstsein der ursprünglichen Person erloschen ist, obwohl sich diese nach der Transplantation des Gehirns vielleicht für einen äußeren Beobachter exakt gleich verhält und über die gleichen Erinnerungen verfügt.
Angenommen, wir könnten die oben beschriebenen Experimente tatsächlich ausführen, obwohl dies zutiefst verwerflich wäre, so würden diese dennoch nichts zur Klärung des Sachverhaltes beitragen. Die Wissenschaft ist nämlich genau der erwähnte „äußere Beobachter” und könnte daher gar nicht feststellen, ob das Bewusstsein vor und nach dem Versuch dasselbe ist.
