In der Fülle unseres Alltages erkennen wir ein Prinzip. Ein System, das uns Sicherheit verschafft und unsere Realität ordnet. Ein Spektrum an natürlichen Ereignissen fließt wie ein Fluss durch das Universum.
So gewöhnlich diese Ereignisse auch sein mögen, haben sie allesamt doch eine wichtige Aufgabe innerhalb unserer Lebenswelt: Sie zeigen uns, dass immernoch alles in Ordnung ist. Alles nimmt seinen gewöhnlichen Lauf. Zerinnt in der unaufhaltsamen Kausalität der Dinge.
Wo muss man also ansetzen, wenn man dieses Prinzip erklären will? Ist es das Maß aller Abläufe? Die Voraussetzung für eine erkennbare Realität? Oder ist es viel mehr das entstehende Produkt einer ryhtmischen Konstante? In Gang gesetzt, durch eine Macht im Universum, die wir bis heute nicht deuten können.
Welchen Einfluss hat die Wiederholung, die uns zeigt, welche Aufgaben die einzelnen Strukturen unserer Welt innerhalb dieser besitzen? Wir suchen nach dem Geheimnis, dass sich in der eigenen Existenz versteckt. Oder nach direkten Einflüssen, jenseits der Sinngebung. Koexistierend mit anderen Lebewesen zelebrieren wir die eigene Schöpfung, können aber nicht den Sinn dessen begreifen, nach dem wir suchen.
Vielleicht ist es die Mathematik, die uns die eben erwähnte, Kausalität der Dinge berechnen lässt. Simple Zahlen verraten uns die Wahrscheinlichkeit auftretender Ereignisse. Viel zu selten verrechnen wir uns. Aber durchaus praktisch strukturieren diese Zahlen unseren Alltag. Es wirkt, als sei alles miteinander verbunden, angeregt durch geheimnisvolle Vorgänge, aggiert von einem stillen Akteur.
Vollkommen harmlos dabei ist jedoch, dass jede Lösung toleriert wird. Begründet durch das Innere selbst, entsprechen wir unseren eigenen Vorstellungen in jedem Augenblick neu. Durch Zustände in einzelnen Momenten strukturieren wir unsere Entwicklung. Nicht die längste Periode an Momenten, sondern jeder Einzlene an sich, entscheidet über den Verlauf der Geschichte. Aus dieser Gewissheit herraus muss für uns Gegenwart existieren. Die gegenwärtige Position beeinflusst dabei sowohl die zukünftigen Ereignisse, als auch die Vergangenen. In diesem einen, winzigen Augenblick liegt die Schöpfung unserer inneren Welt. Dieser eine Augenblick bündelt alle schöpferischen Projektionen der Vergangenheit und schießt sie, wie ein Leuchtfeuer, durch das Universum.
Das, was wir suchen ist auch nicht das Ergebnis einer reinen Handlungsweise. Das, was wir suchen ist viel mehr die Bedingung, die eine reine Handlungsweise parallel beeinflusst. Wir suchen einen Treibstoff, der unsere Wahrnehmung antreibt.
Im Bezug auf den Fortschritt der menschlichen Denkweise, entstanden Gedanken, die Erklärungsansätze zusammenfassen:
Glauben wir der Urknalltheorie, lässt sich ein Anfang jeder Sinngebung zuordnen. Eine gigantische Explosion war der Start für einen ewigen Film. Ein Film den wir heute Realität nennen. Das, was wir als Vergangenheit kennen, reicht völlig aus, um diesen genialen Film zu manifestieren.
Albert Einstein nannte, das was wir suchen, die 4. Dimension. Er machte es zusammen mit den drei weiteren Dimensionen des Raumes, zu einer allgemeinen Relativität. Diese vereint physikalische Naturgesetze miteinander und schreibt uns ein Rezept vor, nach der die Allgemeinheit der Abläufe stattfindet. Eine chaotische Evolution aus Empfindungen entsteht. Im Strudel dieser Vorgaben verlieren wir unser eigentliches Hauptaugenmerk aus dem Blickfeld. Wir können diesen Prozess zwar berechnen, doch können wir ihn nicht beeinflussen. Wir lassen uns jedoch kaum daran stören, dass wir das, was wir suchen nicht beeinflussen können. Vielmehr lassen uns Zweifel an dieser Gewissheit eine Funktionalität hinter den Prozessen erkennen. Wir erkennen die Funktion hinter diesen Abläufen und fragen uns nach dem Sinn.
Die reine Funktionalität der Realität wird also gesteuert.
Gesteuert von einem Kapitän, den wir nicht genauer kennen. Zu dem wir nicht vordringen können. Diesen unberechenbaren Steuermann können wir nur in der totalen Leere, in Momenten zwischen den Sekunden finden. Genau dieser Beweis bildet den Grundstein um zu begreifen was hinter den Abläufen von Bedeutung ist. Jetzt erfahren wir, welche Macht dieser Treibstoff besitzen muss.
Welche Funktionalität besitzt also der Alltag?
Wieder ist es ein mathematisches Prinzip, das wir erkennen: Die Uhr.
Die Uhr ist eine einfache Anschauung. Sie zeigt die Distanz zwischen einzelnen Interwallen und bezeugt den ständigen Fortschritt unserer Realität. Sie verleiht uns die Macht der Überwachung über den Fortschritt der Abläufe im Alltag. Zeigt uns aber auch, dass alles vergänglich ist. Wir nutzen unser Wissen das Prinzip zu verstehen, sind aber der Vergänglichkeit verfallen. Vergänglichkeit ist das ungewollte Nebenprodukt, das durch die Berechnung der abfolgenden Dinge entsteht.
Wenn wir unsere eigenen Prioritäten setzen, bilden wir nur dort Freiräume, wo wir den sinnvollsten Nutzen sehen. Auf kognitiver Ebene selektieren wir also unsere Vernunft. Die emotionale Ebene jedoch sieht noch einen weiteren Aspekt. Ein Gefühl, das sich nicht auf einzelne Prozesse im Gehirn beschränken lässt. Sondern hinter diesen Gefühlen stecken Prinzipien, Systeme, die tiefgründiger sind, als jeder Erklärungsansatz.
Liegt also das was wir suchen in unserem Inneren selbst? Verborgen um den Kern der Erkenntnis, gehüllt in einem geheimnisvollen Umhang, den wir mit bloßer Vorstellungskraft nicht verschwinden lassen können? Wir stehen vor einem Abgrund. Wenn wir springen, haben wir verloren. Ein besondere Form von Absurdität kommt auf. Das Absurde ist nicht die Erkenntnis, dass Ursache und Wirkung keinen Sinn ergeben, es ist hingegen eine unüberschaubare Fülle an Sinnbildern. Hier wird das Chaos so definiert, dass man niemals eine Sinnhaftigkeit in einem Sinnbild erkennen kann.
Also bleibt uns nichts anderes übrig, als eine interpretierbare Erkenntnis zu suchen.
Hier stoßen wir an die Religion, an den Glauben. Das was wir suchen, entsteht durch etwas Höheres. Symbolisch gesprochen durch eine Gestalt, die irgendwo in den weiten der Realität einen Plan für jeden Einzelnen bereithält. Rational begründet können wir aber auch bequem behaupten, dass das, was wir suchen keinen direkten Einfluss auf unsere Wahrnehmung hat. Wir denken uns lediglich eine Begrifflichkeit. Etwas, das uns sagt was wir wollen. Eine Art Reaktion auf das was wir tun, egal was wir tun. Es ist immer ein Bestandteil der vorherrschenden Begrifflichkeit.
Mit dieser Begrifflichkeit, die gleichzeitig als das einzig wahre Sinnbild unserer Realität empfunden wird, können wir jede Form von Absurdität auslöschen.
Unsere Handlungsweisen sind demnach also fähig, die eigene Realität zu verändern. Durch unser Tun und Handeln entsteht eine Komposition, gemeißelt aus unseren alltäglichen Erfahrungen. In stiller Relation zwischen Kausalität und Empirismus, liegt eine Brücke. Ersetzen wir die Brücke durch ein Prinzip, erkennen wir dessen Funktionalität.
Ob wir in der immer näher kehrenden Antwort auch eine Antwort auf uns selbst finden, ist ungewiss.
Die eigene Realitätsinterpretation treibt auf einem Floß. Es ist ein weites Meer mit vielen Felsen. Die Felsen symbolisieren den Zufall. Begeben wir uns selbst auf ein Floß und starten eine Irrfahrt, ist der Zufall entscheidend, welchen Weg wir nehmen. Der Zufall kann uns aber auch direkt auf die Antwort stoßen lassen. Hier regiert ausschließlich das Chaos. Und genau hier übt das was wir suchen eine Funktion aus. Es ordnet.
