Ausgehend von meinem Beitrag zum Thread "freier Wille", möchte ich einmal folgenden Gedanken vorstellen.
Mir scheint, viele Begriffe unserer Sprache bezeichnen einen Abwesenheit von etwas, in dem Sinne wie etwa Frieden eigentlich die Abwesenheit von Krieg, Liebe die Abwesenheit von Indifferenz, usw. umschreibt.
Nun kommt der Geist auf die Idee, das Konzept Frieden (oder Liebe) zu analysieren und kommt zu dem Schluß: da exisitiert ja gar nichts, oder es wäre ein Konglomerat hunderter Faktoren.
Obwohl die Analyse richtig ist, wird sie nicht als gut erkannt, sondern als Mangel, d.h. irgendetwas müsse getan werden, um das Konzept in voller "Reinheit" zu ermöglichen.
D.h. es müsse ein Mechanimus gefunden werden, der die Abwesenheit dinglich zur reinen Existenz bringt (z.b. technisch).
Das heutige Paradigma ist die Liebe über das Internet: was es früher "einfach so" gab, wird heute mit immensem Kapitalaufwand technisch "ermöglicht".
Die geistige Bewegung, die das angeblich Mangelhafte endlich "voll" macht, wäre dann nichts anderes als die unermüdliche Konstruktionswut unserer Kultur.
