Gast hat geschrieben:Hallo
ich muss dadrüber ein referat halten. und versteh "der mensch ist ein mängelwesen", nicht so ganz. kann mir das einer genauer erklären
Mein Ansatz wäre gewesen, verschiedene bekannte Menschenbilder zu nehmen, die sich irgendwo einen idealen Menschen vorstellen, der quasi "perfekt" wäre (wenn er alle Regeln beachtet). Um danach feststellen, dass es in der Praxis aber Grenzen gibt, an die man stößt.
Z.B. das religiöse Menschenbild: der perfekte Mensch ist "Der Heilige". Die normalen Menschen können aber nie alle Gebote Gottes einhalten, insofern kann man behaupten, der Mensch sei im Großen und Ganzen ein Mängelwesen. (Wie gesagt, kann man behaupten, muß man aber nicht).
Z.B. das technologische Menschenbild: der erfolgreiche Mensch hat immer die richtige Technik, die richtige Geräte, die richtige Denkweise. Aber das Referenzmodell ist gar kein Mensch mehr, sondern die "Perfekte Maschine". Da der Mensch (offensichtlich) keine Maschine ist, ist er sowieso ein Mängelwesen (im technologischen Menschenbild, ist wohl eher ein "Weltbild"). Er versucht das durch technische Geräte (Autos, Handys, Computer usw.) und Fähigkeiten (medizinischer Fortschritt, Fortschritt algemein) wieder auszugleichen.
Z.b. das Familienbild: da gibt es auch ganz einseitige Vorstellungen, wie ein guter Vater, guter Sohn, gute Mutter, gute Tochter "funktionieren muß" - in der Praxis ist das Familienleben dann doch nicht so harmonisch .. der Mensch als Mängelwesen. Die normale Mutter als Rabenmutter, der Vater Trinker, der Sohn faul, die Tocher doof, usw.
Die Paradoxie ist, das einerseits zwar der Mensch als "Mängelwesen" dargestellt werden kann, bei genauerem Hinsehen entpuppt sich aber das jeweils befragte Weltbild als mangelhaft, weil es quasi "unmögliche" Referenz-Menschen hat ("der Heilige", "die Maschine", "die harmonische Familie").