humanistisches menschenbild

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humanistisches menschenbild

Beitragvon Gast » Mo 25. Okt 2010, 18:48

Hallo
ich muss dadrüber ein referat halten. und versteh "der mensch ist ein mängelwesen", nicht so ganz. kann mir das einer genauer erklären
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon lumanier » Mo 25. Okt 2010, 22:53

Der Mangel ist das Nichterreichen von Perfektion.

1) Vererbung, Gendefekte und Selektion sorgen für natürliche Prozesse bei der Fortpflanzung.

2) Umwelt und Erziehung geben Dir Leitlinien, um Dich zu entwickeln und wie Du diese Welt zu betrachten und zu handhaben hast.

3) Religion und Philosophie können 2) den Garaus machen und Dir eine ganz neue Sicht auf die Welt geben

Du bist das Ergebnis von Genen, Umwelt und Erziehung - und weder das eine noch das andere ist perfekt - wie soll daraus ein perfektes Ganzes entstehen?

Du bist nicht hunderprozentig schön UND intelligent UND stark UND einfühlsam UND UND UND ... aber vielleicht reicht es Dir ja schon, einfach nur schön zu sein :-)
: (){:|:&};:
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon memphis » Di 26. Okt 2010, 01:55

"Der Mensch ist ein Mängelwesen"
:
Dieses Zitat verfuehrt dazu, den Menschen defizitaer und
damit negativ einzuschaetzen.
Das ist ja im vorigen Beitrag bereits richtigerweise angedeutet worden,
- ist aber nur eine Seite der Medaille.
:
Weil der Mensch sich eingestehen muss, dass er Defizite hat,
ergibt sich fuer ihn auch eine Perspektive,
naemlich danach zu streben, diese Defizite zu ueberwinden.
Es geht dabei um die "Maengelueberwindung".
Das drueckt sich in dem Bestreben nach Vervollkommnung aus:
Fortschrittlichkeit in der Lebensgestaltung (aesthetisch, moralisch-ethisch),
Fortschritt in der Gesellschaft, in der Technologie ....
:
Letzteres gestattet den Verweis auf Friedr.Nietzsches (1844-1900) Begriff
vom "Uebermenschen", der seine Defizite ueberwinden lernt:
Ueberwindung falscher Traditionen durch Verneinung derselben (Nihilismus)
zu Gunsten neuer fortschrittlicher Verhaltensprinzipien.
Das vermag der Mensch zu erreichen,
weil er ein transzendentales Denkvermoegen besitzt.
:::
MfG,memphis
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon plotin » Di 26. Okt 2010, 08:17

.....Der Mensch das "Mängelwesen", geworfen in eine Welt, für die er nicht gemacht ist (zu-
mindest scheint es so).....

.....Der Mensch das "Mängelwesen", geworfen in eine Welt, die er nicht einmal im Ansatz zu
verstehen im Stande ist.....

.....Der Mensch das "Mängelwesen", geworfen in eine Welt, in der er seine Stellung nicht zu
fassen vermag.....

.....Der Mensch das......., dass zwar möchte aber/oder nicht kann. Alles streben scheint
"treten auf der Stelle" zu sein, weil...... einfach noch unfertig.....

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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon nachdenklich » Di 26. Okt 2010, 09:12

Der Mensch, jedoch, jeder Einzelne
EINZIGARTIG!!! und darum jeder einzelne davon eine individuelle Besonderheit

LG nachdenklich
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon plotin » Di 26. Okt 2010, 12:42

nachdenklich hat geschrieben:Der Mensch, jedoch, jeder Einzelne
EINZIGARTIG!!! und darum jeder einzelne davon eine individuelle Besonderheit

LG nachdenklich


.....Ja! Doch bedenke, jedes andere Lebewesen ist in seiner Art auch einzigartig. Was so
frage ich, macht nun den Menschen noch einzigartiger? Er ist und bleibt bloß ein "Tier unter
Tieren" mit all seinen Mängeln.....

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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon nachdenklich » Mi 27. Okt 2010, 00:33

Ja, da hast Du völlig recht,wie auch jede Pflanze, die ja auch ein Leben hat einzigartig ist.Ich meinte jeder Mensch unter all den Menschen ist einzigartig. Mit all seinen Stärken und Schwächen.

Schönheit ohne Eitelkeit
Stärke ohne Einbildung
Mut ohne Wildheit
Das habe ich letztens gelesen, wäre schon erstrebenswert :-)

LG nachdenklich
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon plotin » Mi 27. Okt 2010, 20:22

nachdenklich hat geschrieben:Ja, da hast Du völlig recht,wie auch jede Pflanze, die ja auch ein Leben hat einzigartig ist.Ich meinte jeder Mensch unter all den Menschen ist einzigartig. Mit all seinen Stärken und Schwächen.

Schönheit ohne Eitelkeit
Stärke ohne Einbildung
Mut ohne Wildheit
Das habe ich letztens gelesen, wäre schon erstrebenswert :-)

LG nachdenklich


.....Verzeih wenn ich auch an dieser stelle in Opposition gehe, doch das hier geschilderte
streben (will es auch noch so ehrhaft sein) erscheint mir doch eher ein gesolltes und
weniger ein gewolltes streben zu sein. Denn, so denke ich, ein streben nach........ wird
immer auch seine Opfer fordern bzw. zurücklassen.....

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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon nachdenklich » Do 28. Okt 2010, 13:30

Nein ist völlig in Ordnung , in Oppositon treten ist bereichernd, gibt Denkanstösse, ich finde das absolut positiv!! Und gefällt mir darum auch.

Ich denke, ein Wollen kann schon Ursprung sein,nur das Können - Umsetzen, das könnte problembehaftet sein.

Wobei...Könnte....

mir eigentlich nur beim letzten ,Mut ohne Wildheit , wirkliche Zweifel kommen könnten.

Und wer oder was würde bei allem die Opferrolle einnehmen?

LG nachdenklich
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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon plotin » Do 28. Okt 2010, 14:06

.....Nun lass es mich so erklären, ein "gesolltes streben nach......." ist m.M.n. immer ein
normiertes, vorgegebenes, eher dem Gemeinwohl dienliches und so die eigene
Individualität einschränkendes.....

.....Ein "gewolltes streben nach......." ist eher ein eigennütziges, oft dem Gemeinwohl
entgegenstehendes und so nur gegen Widerstände durchsetzbares.....

.....Die Opferrolle nimmt also alternierend der Eigennutz bzw. das Gemeinwohl ein.....

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Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon Gast » Fr 3. Dez 2010, 22:11

Gast hat geschrieben:Hallo
ich muss dadrüber ein referat halten. und versteh "der mensch ist ein mängelwesen", nicht so ganz. kann mir das einer genauer erklären


Mein Ansatz wäre gewesen, verschiedene bekannte Menschenbilder zu nehmen, die sich irgendwo einen idealen Menschen vorstellen, der quasi "perfekt" wäre (wenn er alle Regeln beachtet). Um danach feststellen, dass es in der Praxis aber Grenzen gibt, an die man stößt.

Z.B. das religiöse Menschenbild: der perfekte Mensch ist "Der Heilige". Die normalen Menschen können aber nie alle Gebote Gottes einhalten, insofern kann man behaupten, der Mensch sei im Großen und Ganzen ein Mängelwesen. (Wie gesagt, kann man behaupten, muß man aber nicht).

Z.B. das technologische Menschenbild: der erfolgreiche Mensch hat immer die richtige Technik, die richtige Geräte, die richtige Denkweise. Aber das Referenzmodell ist gar kein Mensch mehr, sondern die "Perfekte Maschine". Da der Mensch (offensichtlich) keine Maschine ist, ist er sowieso ein Mängelwesen (im technologischen Menschenbild, ist wohl eher ein "Weltbild"). Er versucht das durch technische Geräte (Autos, Handys, Computer usw.) und Fähigkeiten (medizinischer Fortschritt, Fortschritt algemein) wieder auszugleichen.

Z.b. das Familienbild: da gibt es auch ganz einseitige Vorstellungen, wie ein guter Vater, guter Sohn, gute Mutter, gute Tochter "funktionieren muß" - in der Praxis ist das Familienleben dann doch nicht so harmonisch .. der Mensch als Mängelwesen. Die normale Mutter als Rabenmutter, der Vater Trinker, der Sohn faul, die Tocher doof, usw.

Die Paradoxie ist, das einerseits zwar der Mensch als "Mängelwesen" dargestellt werden kann, bei genauerem Hinsehen entpuppt sich aber das jeweils befragte Weltbild als mangelhaft, weil es quasi "unmögliche" Referenz-Menschen hat ("der Heilige", "die Maschine", "die harmonische Familie").
Gast
 

Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon Gast » Fr 4. Feb 2011, 22:29

Ich möchte gern einen neuen Ansatz in Eure Diskussion eibringen. Bei all euren Überlegungen zu dem Mängelwesen Mensch lasst ihr, glaube ich, einen Aspekt der Gleichung außer Betracht: das was hinter dem Gleichheitszeichen steht! Wie erwünschenswert wäre denn eine solche Welt ohne Mängel. Die materialisierte Langeweile. Sind es nicht gerade diese Spannungen in unserer Welt, die neue ungeahnte Strömungen hervorbringen? Hätte ein Stephen Hawking auch ohne seine Krankheit den nötigen Ehrgeitz entwickelt unser Universum mathematisch zu ergründen? Hätte die Menscheit ohne das Militärwesen das WWW etabliert? Ohne Anreize, meine ich, funktioniert sowas nicht. Und so kann man die Welt auch, oder gerade wegen all Ihren Mangelerscheinungen als etwas Perfektes ansehen, denn diese sind lediglich offene Parameter (Unbekannte) in einer Gleichung, die hinterm Gleichheitszeichen Raum für Neues lässt.

Gruß Jörg
Gast
 

Re: humanistisches menschenbild

Beitragvon Gast0815 » Sa 5. Feb 2011, 11:24

Dass der Mensch sich als Mängelwesen sieht beschreibt für mich das Suchende und Strebende in seinem Geist.
Sähe er sich als perfektes Wesen, strebte er nicht mehr dahin. So kann man es auch als etwas Gutes betrachten. Wobei das „Gut“ wieder dem Blickwinkel und der subjektiven Beurteilung eines Menschen entspringt (anderes Thema).

Ich sehe Selbstkritik und Bescheidenheit als eine gute Eigenschaft des Geistes der Menschen an. Gut für die soziale Gesellschaft. Gut für das Überleben der Menschheit und für Diskussionen innerhalb dieser. Das Ziel, die Perfektion, definiert der Mensch selbst (für sich). So kann er dafür sorgen (vielleicht unbewusst), dass er sie nie erreicht und weiter in diese Richtung streben. Aus dieser Sichtweise könnten man also sagen: Den Menschen als Mängelwesen zu sehen ist perfekt.

MFG

Günther
Gast0815
 

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