Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

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Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon RudiD » Sa 25. Dez 2010, 04:10

Eine Frage über die es sich zu philosophieren lohnt, ist meiner Meinung eine die grundsätzlichen Machtinstrumenten von Herrschaftssystemen betreffende. Ist eine hierarchische Ordnung zwingend nötig???
Ich meine, ist es nicht so, dass jegliches Macht-Erlangen-Wollen auf persönlichen Defiziten beruht? Egal, wie dieses Streben nach Überlegenheit nun genau aussieht, oder mit welchen Mitteln es versucht wird zu erreichen. Beispielsweise durch Zensur. Informationszensur, in welcher Form auch immer, dient doch eigentlich in erster Linie dazu, eine bestimmte Position zu verteidigen, die der verantwortliche Zensierer in welcher Art und Weise auch immer vertritt. Alle Aspekte hier in diesem Gastbeitrag zu erläutern, wäre wohl ausufernd... aber ich stelle hier einfach einmal eine These auf, und bin gespannt, welche Reaktionen darauf erfolgen:
Das gesamte System des Herrschens und Beherrscht-Werdens in der "globalisierten" Erdbevölkerung beruht im Grunde nur auf den persönlichen, innerlichen Machtkämpfen der einzelnen Menschen. Wie ein Virus, wie eine Krankheit, dieses Spiel der Macht, Macht bekommen, Macht haben, Macht behalten. Das daraus resultierende Leid hat somit jeder einzelne von uns, mit jeder einzelnen Tat, jedem einzelnen Wort, sogar jedem einzelnen Gedanken, zu verantworten. Wenn ich meinen Bruder oder meine Schwester in irgendeiner Weise zensiere, Recht haben will, dem Nächsten seine Ansicht ausreden will (anstatt meine Ansicht einfach zu vertreten), handle ich destruktiv, was auch eine destruktive Wirkung nach sich ziehen wird. Bereits im Kleinen beginnt das an-sich-arbeiten, in jedem Moment, bei jedem Gedanken, Selbstreflektion. Und ich fange damit bei mir an, ich reflektiere mich, und ich werde nicht müde, diese meine Meinung zu vertreten und kund zu tun, in der Hoffnung, dass es etwas bewirkt, und wenn es nur bei einem ist, jeder muß für sich arbeiten, für sich an sich arbeiten, je mehr dies tun, desto mehr kippt die Gesamtsituation, das ist mein fester Glaube!
Kurzzusammenfassung der These: Eine hierarchische Ordnung ist nicht zwingend nötig. Abstrakt gesagt: Wenn jeder für sich die Eigenschaften eines guten Königs entwickelt, so ist ab einer kritischen Masse an Menschen kein einzelner König für die Masse mehr nötig. Doch zur bestmöglichen Entwicklung ist ein bestmöglicher Zugriff auf Informationen von Nöten!

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FÜR: Freie Meinungsäusserung!
(ohoh, war das jetzt Werbung? Nicht dass ich noch zensiert werde...;)
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon JoachimStiller » Sa 25. Dez 2010, 05:21

Du hast ganz Recht, wenn du feststellst, dass eine hierarchische Ordnung nicht zwingend erforderlich ist. Das Problem, dass ich sehe, ist einfach, dass die Machtstrukturen der Herrschens und Beherrscht-Werdes nicht von heute auf Morgen aus der Welt geschaffen werden können, wenn Du das denn tatsächlcih anstrebst. Denn was auf keinen Fall entstehen darf, wäre irgendein Machtvakuum, denn das würde praktisch nur zu einer Anachichie, und damit zum Chaos führen. Dann bestünde nämlich die Gefahr, dass praktisch jeder gegen jeden kämpft und erst Recht der Stärkere obsiegt. Etwa wie in dem unglaublich guten Film "Waterworld". Unser heutiges Gemeinwesen wird einfach durch das hierarchische Machtsystem, dass sich praktisch durch die Geschichte der Gesellschaftssysteme selber aufgebaut hat, im Gleichgewicht gehalten. Aber man kann natürlich darüber nachdenken, möglichst viele Menschen an dieser Macht teilhaben zu lassen. Ich meine jetzt die Direkte Demokratie, die inzwischen jedem Menschen schon einmal zu Ohren gekommen sein dürfte. Ich selber setze mich uneingeschränkt für die Möglichkeit der Direkten Demokratie ein. Es ist nichts weiter erforderlich, als den Parlamenten das so wunderbare Instrument der DD an die Seite zu stellen. Auf diesem Wege könnte die gesamte Demokratie praktisch auf eine neue Stufe gehoben werden. Und es wäre auch ein Schritt in Richtung eines Abbaus alter, überkommeneer Machtstrukturen, von denen wir zu Recht annehmen dürfen, dass sie längst nicht mehr zeitgemäß sind. Aber es geht eben immer nur in kleinen Schritten. Man soll sich jedenfalls keine Wunder davon versprechen. Gruß und schöne Feiertage noch... Joachim Stiller Münster
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon plotin » Mi 29. Dez 2010, 09:17

.....Es liegt nicht im wesen des Lebens, egal ob menschlich, tierisch oder pflanzlich, antihierachische Systeme auszubilden. Es wäre
also reine Utopie und vermessen zu glauben, dass gerade der Mensch (auch wenn vernunftbegabt?) solche zu entwickeln im stande
ist.....

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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon JoachimStiller » Mi 29. Dez 2010, 20:57

Grundsätzlich richtig. Aber träumen ist natürlich erlaubt... Gruß Joachim Stiller Münster
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon RudiD » Fr 31. Dez 2010, 04:02

Lieber Plotin,
wie sieht es mit dir persönlich aus? Liegt es in deinem Wesen? Setzt du Hierarchie als zwingend erforderlich voraus, für deine persönliche (Wunsch)Vorstellung der Welt bzw. deines Lebens?

"Symbiose" ist mit Sicherheit ein Aspekt, der zum Thema `Wesenheiten von Pflanzen und deren Organisationssystemen` auch mal so in den Raum geworfen werden kann...

Für das Tier scheint es wirklich nützlich zu sein...
Doch ist nun der Mensch noch zu den Tieren zu zählen? Ist die menschliche Rasse nur eine von vielen Spielarten des Tiergattungsevolutionsabschnitts?
Auf jeden Fall sind dem Menschen einige Eigenschaften zu eigen, welche ihn deutlich von allen (anderen) Tieren unterscheiden. Evtl., ich meine es wäre ja möglich, könnte eine hierarchische Notwendigkeit vom Menschen überwunden werden ... denn zumindest für die Organisation und einen Großteil des Ablaufs des sozialen (Zusammen)lebens sind ja die Vorstellungen der jeweiligen Menschen (haupt/mit)verantwortlich.

Soweit meine weiterreichende Fragen und Ansichten
Namaste
RudiD
 

Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon plotin » Fr 31. Dez 2010, 09:23

RudiD hat geschrieben:Lieber Plotin,
wie sieht es mit dir persönlich aus? Liegt es in deinem Wesen? Setzt du Hierarchie als zwingend erforderlich voraus, für deine persönliche (Wunsch)Vorstellung der Welt bzw. deines Lebens?

"Symbiose" ist mit Sicherheit ein Aspekt, der zum Thema `Wesenheiten von Pflanzen und deren Organisationssystemen` auch mal so in den Raum geworfen werden kann...

Für das Tier scheint es wirklich nützlich zu sein...
Doch ist nun der Mensch noch zu den Tieren zu zählen? Ist die menschliche Rasse nur eine von vielen Spielarten des Tiergattungsevolutionsabschnitts?
Auf jeden Fall sind dem Menschen einige Eigenschaften zu eigen, welche ihn deutlich von allen (anderen) Tieren unterscheiden. Evtl., ich meine es wäre ja möglich, könnte eine hierarchische Notwendigkeit vom Menschen überwunden werden ... denn zumindest für die Organisation und einen Großteil des Ablaufs des sozialen (Zusammen)lebens sind ja die Vorstellungen der jeweiligen Menschen (haupt/mit)verantwortlich.

Soweit meine weiterreichende Fragen und Ansichten
Namaste


.....Nun, auch Symbiose lässt hierarchisch Strukturen erkennen. ich erinnere an "Wirt und Symbiont".....

.....Wie unter Menschen, gibt es auch unter Tieren "logische und technische" Intelligenz (Zweck-Mittel-Rationalität), der einzige
Unterschied zwischen beiden ist wohl bloß jener der "Selbstreflexion" und die daraus (durch den Menschen) abgeleiteten Ver-
haltensweisen.....

.....Soziales Zusammenleben, ist nach meiner unmaßgeblichen Ansicht, gemeinsames Handeln d.h. innerhalb einer/der jeweiligen
Gemeinschaft/Gesellschaft handelt jeder für jeden mit. Da aber nicht alle alles zugleich und zu jeder Zeit tun können, gibt es in
einer Gemeinschaft/Gesellschaft immer auch ein/das repräsentative Handeln des einzelnen für die Allgemeinheit. Daraus entsteht
nun ein/das Mandat der Ermächtigung -nicht zuletzt- durch Selbstermächtigung, was wiederum zu einer hierarchischen
Gemeinschafts/Gesellschaftsordnung führt. Sozusagen, ein sich ewiges im Kreise drehen.....

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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon RudiD » Sa 1. Jan 2011, 15:56

Danke für deine Antwort.
Ich habe nicht alles verstanden, doch kann dem meisten Verstandenen viel abgewinnen, aber dass deine Meinung unmaßgeblich sein sollte, dem kann ich in keinster Weise zustimmen ;)
Ein Jahr 2011 voller Wunder und Freude wünscht
Rudi
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon plotin » Sa 1. Jan 2011, 17:11

RudiD hat geschrieben:Danke für deine Antwort.
Ich habe nicht alles verstanden, doch kann dem meisten Verstandenen viel abgewinnen, aber dass deine Meinung unmaßgeblich sein sollte, dem kann ich in keinster Weise zustimmen ;)
Ein Jahr 2011 voller Wunder und Freude wünscht
Rudi


.....Danke, auch ich wünsche das beste für 2011 und das du der Welt all jene Dinge entreißen magst, denen du auf der Spur bist.....

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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon memphis » Mo 3. Jan 2011, 23:25

Die von Hierarchie befreite Gesellschaft setzte aber einen Menschentypus voraus,
der seine persoenlichen Egoismen und Eitelkeiten hinten anstellte
zugunsten eines primaeren Verantwortungs- u. Verpflichtungsempfindens
fuers Gemeinwesen: mit ehrlichen Absichten, kein Opportunismus oder Lobbyismus.
:
Was die Gesellschaft heute durch die Konkurrenz ihrer Mitglieder erfolgreich macht,
wuerde dann durch Verantwortungs- u. Verpflichtungsbewussstsein ersetzt werden muessen.
Und die Gesellschaft muesste einen entsprechenden Boden der Toleranz vorbereiten
wegen der unterschiedlichen Aufgabenbereiche:
Abschaffung jeglicher beeintraechtigenden Vorurteile.
:
Es gibt doch grob gesehen Kategorien von Menschen in der Gesellschaft derart,
dass die Einen der Gesellschaft die quasi nachhaltige Grundlage geben zu bestehen,
waehrend Andere von der Gesellschaft leben und nur begrenzt etwas geben koennen
oder zu geben bereit sind.
Daraus entstehen heute zwangslaeufig Hierarchien bzw. Machtstrukturen
bis hin zur Ausuebung direkter u. indirekter Gewaltausuebung.
Hierarchien bzw. Machtstrukturen muessen aber nicht grundsaetzlich
mit Ungerechtigkeit verbunden sein.
:
Nun koennte man idealistischerweise den Versuch unternehmen,
diese Unterschiede unter den Menschen durch Erziehung,
nicht durch Dressur, weitgehend wettzumachen.
Aber kaeme dabei nicht, wenn es denn gelaenge,
die uniformierte 'aermliche' Gesellschaft heraus ?
Haette dieses Anliegen nicht den Charakter von Gleichmacherei u. Gleichgueltigkeit zurfolge ?
:
Ich halte die hierarchisch gegliederte Gesellschaftsform fuer notwendig
und habe sie z.B. in meinem Berufsleben nicht als ungerecht empfunden.
:
Alles Gute fuer 2011 !
MfG,memphis
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon plotin » Di 4. Jan 2011, 09:19

.....Schon im Sinne eines allgemeinen Beziehungs und Kommunikationsgefüges ist m.M.n. eine hierarchisch gegliederte
Gesellschafts/Gemeinschaftsform unabdingbar. Sie spiegelt sich, nicht im Missbrauch, sonder in der "Klugheit zur Klugheit" im
Handeln wieder, welches sich als das kollektive Handeln von Gruppen oder das Handeln einzelner im Sinne der Gesellschaft/Gemein-
schaft konkretisiert. Der Verzicht auf jedwede hierarchische Strukturen, würde nicht bloß in Uniformität und Gleichgültigkeit, sondern
wohl nur im Chaos enden. Leben in/mit einer Gesellschaft/Gemeinschaft heißt, "mit anderen leben, so oder so mit ihnen auskommen
zu müssen, aber auch, so oder so mit ihnen auskommen zu können".....

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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon Lupino » Mi 5. Jan 2011, 13:43

Allen zum Gruß!
Wenn ich richtig lese, wird im mainsteam eurer bisherigen Beiträge Hierarchie/Macht nicht als das eigentliche Übel betrachtet. Auch ich teile diese Sichtweise.
Auch meine diesbezüglichen Gedanken finde ich schon ausreichend verbalisiert.
Nur ein paar Nuancen innerhalb der Hauptströmung will ich hervorheben.


RudiD schreibt … (25. Dez 2010, 03:10)
>Kurzzusammenfassung der These: Eine hierarchische Ordnung ist nicht zwingend nötig. Abstrakt gesagt: Wenn jeder für sich die Eigenschaften eines guten Königs entwickelt, so ist ab einer kritischen Masse an Menschen kein einzelner König für die Masse mehr nötig. Doch zur bestmöglichen Entwicklung ist ein bestmöglicher Zugriff auf Informationen von Nöten!<

Bestmöglicher Zugriff auf Information reicht nicht zur „bestmöglichen Entwicklung“.
Sich weiter-entwickelnde Systeme implizieren … unterschiedliche Entwicklungsfortschritte der Einzelsysteme … (m.E., sind unterschiedliche Entwicklungs-Umfelder sowohl Ursache als auch Folge von unterschiedlichen Entwicklungszielen, unterschiedlichem Informationsbedürfnis, unterschiedlichem Anwendungskönnen).

Bestmöglicher Zugriff (im Sinne von Zugang) auf jede gewünschte Information ist eine sehr zweischneidige Option.
Wissen ist Macht (sagten unsere Altvorderen einst)! Informationszugang macht Menschen/Menschheit bestenfalls langfristig etwas weise. – Mehr Wissen in der Hand von „unreifen“ Menschen verhindert nicht den egoistischen Machtmißbrauch. - Etwas mehr Wissen macht zwar mächtiger, aber die „heiligen Krieger“ nicht zu Weisen (bezgl. Anwendung).

Hab' keine Ahnung wie sinnvolle Ordnung (Kosmos) grundsätzlich ohne hierarchische Strukturen vorstellbar ist. Und nur … den Zwang zu einem speziellen Ordnungssystem sehe ich als nicht zwingend nötig – ja hinderlich falls bestmögliche Weiter-Entwicklung gemeint ist.

- - -

JoachimStiller schreibt … (25. Dez 2010, 04:21)
>Du hast ganz Recht, wenn du feststellst, dass eine hierarchische Ordnung nicht zwingend erforderlich ist. Das Problem, dass ich sehe, ist einfach, dass die Machtstrukturen des Herrschens und Beherrscht-Werdens nicht von heute auf Morgen aus der Welt geschaffen werden können, wenn Du das denn tatsächlich anstrebst.<
… und plädiert sodann für ...
>… den Parlamenten das so wunderbare Instrument der DD an die Seite zu stellen. Auf diesem Wege könnte die gesamte Demokratie praktisch auf eine neue Stufe gehoben werden. Und es wäre auch ein Schritt in Richtung eines Abbaus alter, überkommener Machtstrukturen, von denen wir zu Recht annehmen dürfen, dass sie längst nicht mehr zeitgemäß sind.<


Nichts gegen … mehr DD!
Nichts gegen … Abbau überkommener unzeitgemäßer Machtstrukturen.
Jedoch bedarf auch eine Gesellschaft mit dem Instrument 'direkte Demokratie' (und jede Gemeinschaft unterschiedlich begabter Menschen) hierarchischer „Machtstrukturen“.
Eine Anders-Welt,
in der nur allwissende und zugleich willenlose Menschen leben,
kann vielleicht auf Hierarchien verzichten, kann wohl auch auf mehr DD verzichten,
kann aber sicher (und muß einstweilen!) auch auf mich verzichten.

- - -

Memphis schreibt … (3. Jan 2011, 22:25)
> Hierarchien bzw. Machtstrukturen muessen aber nicht grundsaetzlich
mit Ungerechtigkeit verbunden
sein.<


Das sehe ich auch so!
Nicht Hierarchie bzw. Macht an sich – sondern …
Ungerechtigkeit und Machtmißbrauch sind von Übel.
Nicht die Gleichmacherei und uniforme, impotente „Gesellschaft“ – sondern …
nur der sich seiner Verantwortung bewußte einzelne Mensch kann Übel beseitigen.

Erziehung durch Dressur (Zwang durch äußere Macht) ist ...
selten mehr und erzeugt selten mehr als … Egoismus.
(Läßt der äußere Druck nach, bleibt nur noch egoistische Gewohnheit!)
Erziehung durch eigenes bestmögliches Vorbild wirkt über …
freiwillige Nachahmung. (Krankes Ego, die Ursache aller Übel, kann m.E.
nur über freiwillige eigene Einsicht repariert werden.)


Freundlichst
Wolf
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon lernenmachtspass » Sa 26. Feb 2011, 14:18

Hallo miteinander,

ich halte Hierarchie mittlerweile auch für einen neutralen Begriff. Sie ist sowohl "Instrument der Ordnung", als auch "Werkzeug der Macht"!
Wir treffen diese Unterscheidung durch Bewertung!
Früher habe ich hierarchische Strukturen verteufelt, bis ich folgenden Text von Ken Wilber fand:
http://www.hyperkommunikation.ch/personen/wilber.htm
"...Selbst die antihierarchischen Ökophilosophen bieten ihre eigene Hierarchie an, meist etwa in der Form: Atome sind Teile von Molekülen, diese Teile von Zellen, diese Teile von individuellen Organismen, diese von Familien, diese von Kulturen..." und bietet sodann den erweiterten Begriff "Holarchie" an, der die Hierarchie begründende Innen/Aussen- und Individuell/Kollektiv-Unter-scheidung miteinbezieht. Daraus folgt die Möglichkeit sich zu Integration/Ausgrenzung zu ent-scheiden (i.S.v. Trennung überwinden/Schwert ziehen)
Hoffe damit einige neue Anstösse zu liefern

lg
Michael
»Sei'n wir realistisch - Versuchen wir das Unmögliche!«
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon Fordo » Mo 28. Feb 2011, 18:34

Ich bin derselben Meinung, wie einige meiner Vorredner.

Hierarchie ist ein notwenidiges Mittel zum Erhalt einer Kultur/ eines Zusammenlebens. Ein Zusammenleben bildet früher oder später notwendige Möglichkeiten zur Rollenverteilung; einfaches Beispiel:

In einem Stamm leben ungefähr 50-100 Menschen. Die Menschen wollen Sicherheit. Es selektieren sich einige (starke) Menschen, um den Stamm zu verteidigen. Diese wollen nach einiger Zeit eine Dorfmauer errichten. Ein anderer Mensch weiß um die Kunst des Maurerns. Dieser wird hinzugezogen, um (zunächst) zusammen mit den "Kriegern" den Wall zu errichten. Dieser Mensch muss also Aufgaben an die übrigen Menschen verteilen. - Machtrolle
Die Frauen bekommen Kinder, die Kinder "führende" Vorbilder. - Machtrolle
Ein anderer Mensch kristalliert sich mit seinem weitreichendem Allgemeinwissen heraus. Dieser wird bei vielen Problemen hinzugezogen. Er kümmert sich um die Lagerung von Ernten, deligiert den Häuserbau und verwaltet den Besitz der Gesamtheit. - Machtrolle

Jetzt kommen noch um die 20.000 Jahre Menschheitsgeschichte, ein paar Revolutionen und die Aufklärung hinzu et voilà: Demokratie!

Die Notwendigkeit von Hierarchie in einem sozialen Gefüge, kann man evtl. deutlich machen, wenn man das Wort mit "Abhängigkeit" übersetzt!?
Fordo
 

Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon plotin » Mo 28. Feb 2011, 19:17

Fordo hat geschrieben:Ich bin derselben Meinung, wie einige meiner Vorredner.

Hierarchie ist ein notwenidiges Mittel zum Erhalt einer Kultur/ eines Zusammenlebens. Ein Zusammenleben bildet früher oder später notwendige Möglichkeiten zur Rollenverteilung; einfaches Beispiel:

In einem Stamm leben ungefähr 50-100 Menschen. Die Menschen wollen Sicherheit. Es selektieren sich einige (starke) Menschen, um den Stamm zu verteidigen. Diese wollen nach einiger Zeit eine Dorfmauer errichten. Ein anderer Mensch weiß um die Kunst des Maurerns. Dieser wird hinzugezogen, um (zunächst) zusammen mit den "Kriegern" den Wall zu errichten. Dieser Mensch muss also Aufgaben an die übrigen Menschen verteilen. - Machtrolle
Die Frauen bekommen Kinder, die Kinder "führende" Vorbilder. - Machtrolle
Ein anderer Mensch kristalliert sich mit seinem weitreichendem Allgemeinwissen heraus. Dieser wird bei vielen Problemen hinzugezogen. Er kümmert sich um die Lagerung von Ernten, deligiert den Häuserbau und verwaltet den Besitz der Gesamtheit. - Machtrolle

Jetzt kommen noch um die 20.000 Jahre Menschheitsgeschichte, ein paar Revolutionen und die Aufklärung hinzu et voilà: Demokratie!

Die Notwendigkeit von Hierarchie in einem sozialen Gefüge, kann man evtl. deutlich machen, wenn man das Wort mit "Abhängigkeit" übersetzt!?


.....Ja, jede Gemeinschaft oder Gesellschaft wird durch kontingente, natur-und geschichtsbedingte Gemeinsamkeiten, also auch
durch partikulare Interessen zusammengehalten und entwickelt so ein entsprechendes kollektives Identitätsbewusstsein, aber auch
ein ideologisches und nicht zuletzt auch ein moralisches Selbstverständnis. Um all das zu gewährleisten, ist wohl eine hierarchische
Rollenverteilung unabdingbar.....

meint m.f.g. plotin
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Re: Hierarchie/Macht/Frage an philosophisch Interessierte

Beitragvon Lupino » Do 3. Mär 2011, 23:33

Allen zum Gruß!

Die Themenfrage fokussiert auf Hierarchie/Macht.
In meiner „realen Erfahrungswelt“ (und ich lasse hier andere „Traum-Welten“ – mit anderen Gesetzmäßigkeiten – erstmal außen vor!) sehe ich sehr unterschiedlich „begabte“ Einzelwesen.
Nicht sehen kann ich (auf dieser äußeren, realen Erscheinungsebene!) bezüglich Wissen oder Fähigkeiten oder Zielsetzungen … gleiche Individuen.
(Dabei will ich gar nicht ausschließen, daß Individuen eventuell auf einer „höheren geistigen Ebene“ – also jenseits dieser Erscheinungswelt – partiell „verschränkt“ sind.)

Individuelles Leben – genügend (Über-)Lebenswillen vorausgesetzt – auch wenn es nur reagieren auf „vorgegebene Umweltfaktoren“ sein sollte,
führt bereits bei unterschiedlich schnellen Reaktionen (auf einer längeren Zeitschiene) immer zu „Hierarchien der Potenz“.
Eine Voraussetzung für individuelles „physisches Leben“ ist (m.E.) … Unterschied (unterschiedliche Potenz)!


Plotin schreibt (28. Feb 2011, 18:17)
>.....Ja, jede Gemeinschaft oder Gesellschaft wird durch kontingente, natur-und geschichtsbedingte Gemeinsamkeiten, also auch durch partikulare Interessen zusammengehalten und entwickelt so ein entsprechendes kollektives Identitätsbewusstsein, aber auch ein ideologisches und nicht zuletzt auch ein moralisches Selbstverständnis. Um all das zu gewährleisten, ist wohl eine hierarchische Rollenverteilung unabdingbar.....<

Ja – auch ich finde mein diesbezügliches „für-wahr-Halten“ da gut gespiegelt.
Besonders „reizend“ finde ich die (von mir oben unterstrichene) Passage: „entwickelt … kollektives Identitätsbewusstsein“.
Sie weckt mein Rückfrage-Interesse.
Zunächst – meine Lesart zugrunde gelegt – wird da (implizite) gesagt:
… Bewußtsein entwickelt sich. (Grundsätzlich!?). –
Auch speziell kollektives.
… Individuelles Bewußtsein kann sich identifizieren.
Auch mit kollektivem.

Soweit gehe ich problemlos mit. Fragend gehe ich dann weiter, aber …
hier mehr in Richtung „Mikrokosmos“ schauend.

Ist nicht auch der physische Körper ein Kollektiv (von Organen, von Zellen, usw.)?
Kann/muß das 'Ich=Ego' … als das (sich entwickelnde) kollektiv-Bewußtsein des Körpers verstanden werden?

Wer oder Was … ist das (individuelle Ur-)Bewußtsein? Wie benenne ich es?
Ist das Ich=Selbst (=Seele?) die hierarchisch höherstehende „spirituelle Einheit“?

Wie im Großen, so im Kleinen – immer … Hierarchie und Macht! Aber …
warum unterliegt – bei kontinuierlicher Wechselwirkung zwischen hierarchischen Ebenen –
feines Selbst-Bewußtsein meist primitiver Macht groben Ego-Geistes?

- - -
Für diesmal genug der heimtückischen Fragerei! Mal sehen …
ob der eine oder andere Teilnehmer dazu ein paar Ein- oder Ansichten preisgibt.

Freundlichst
Wolf
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