Ich sitze auf meinem Bett; Schaue aus dem Fenster und sehe wieder diesen Baum, den ich immer wieder wahrnehme. In Momenten, stillschweigenden Paradoxen, die es wert sind unterschätzt zu werden. Da ist immer dieser Baum. Ein typischer Baum. Nichts Besonderes; Tatsächlich und unvollkommen. Wäre er vollkommen würde ich mir Sorgen machen, doch ist es nur dieser gewöhnliche Baum. Bricht zusammen in einer Welt die ihn so hinnimmt, wie er ist - Wie er an sich ist. Wie er dort steht und unvollkommen die Jahreswenden herbeisieht. Diese Welt mit ihren Individien - sie durchdringt die Austrahlung des Baumes und erkennt keinesfalls eine Fremdheit. Sie will ihn zwar bewundern, allerdings ist diese Fremdheit wie ein Gleichnis aus Sand und Wasser. Zerinnt in der nicht aufhaltenden Zeit. Geht verloren, kehrt aber wieder ein. Immer wenn er sich in der Strömung einer irdischen Luftzirkulation bewegt, zeigt er sein mächtiges Werkzeug. Doch ist er genauso gewöhnlich wie die Zeit, die ihn beeinflusst. Zeit als Werkzeug der menschlichen Betrachtung.
Ich sitze also dort und lasse mich manipulieren. Ich denke mir einen Sinn in diesen Baum, kann ihn aber nicht klar erkennen. Erschreckend ist aber der Zeitpunkt, andem ich die Fremdheit seiner Existenz erkenne. So hat dieser eine Baum einen Sinn. Er gibt Luft. Das ist der höchstgestellte Sinn, den ich im ersten Augenblick, im ersten Angesicht vernehmen kann. Weitaus weiter kann ich dort in die Vergangenheit seines Gleichen blicken. Die Zeit trieb ihn vorran. Gibt der Baum der Zeit nun einen Sinn, vermag ich vielmehr der Zeit einen Sinn zugeben. Sie ist die Kraft, die alles vorrantreibt. Das ist meine Gewissheit. Fremd wäre der Ausblick aus meinem Fenster jedoch, wenn es diesen Baum nicht gäbe. Die Betrachtung wäre eine völlig andere, aber mit der Gewissheit es gab einen Baum. Wäre die Gewissheit nicht dort, wäre die Fremdheit keine Fremdheit sondern eine Gewohnheit. So zeigt sich die Macht, die sich in der Gewohnheit verbirgt. Schwerwiegende Probleme gäbe es, wenn die Gewohnheit die einzigste Macht beinhaltet, die dem Baum den Sinn seiner Existenz gibt.
Letztenendes überlege ich also in diesem Moment, ob ich die Schuld sozusagen in der Zeit finden kann.
Die Zeit liefert die Begründung für die Gewohnheit der Dinge an sich.
Was sehe ich? Der Baum zur Grundlage der Realität außerhalb meines Zimmers und der gewohnten Sorge um die Dinge, die sich dort abspielen. Er ist also in diesem Moment die markanteste Ästhetik in dieser Welt. Ist er nicht vorhanden, entfällt die Realität und sie wird widersprüchlich. Rein Optisch würde dieses Merkmal ein Loch in die Realität reißen. So spielt die gewonnene´Erfahrung also einen Film ab. Der Baum muss dasein, oder ich bin verrückt. Weiß ich aber, dass ich verrückt bin, würde ich den Zweifel in mir und nicht außerhalb von mir suchen. Der Zweifel durchläuft die tiefste Bewusstseinsebene, die ich in diesem Moment klar erkennen kann. Er lässt nicht ab von alten Sitten, sondern zerreist das gewohnte Gefühl in Bruchteile seiner Konsequenzen. Der Zweifel verbirgt die Wahrheit, lässt mich nicht an das glauben, was absolut vorhanden ist.
Im Zweifel der Informationen zeigt sich die große Sinnesflut von Eindrücken, die negativ auf den Kern der Erkenntnis einwirken.
Ein Baum vermag also die Existenz meiner klaren Erkenntnis zu zerstören.
