Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

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Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon 12tragttutS » Do 4. Nov 2010, 21:11

Tag zusammen,

dieser Teil des Forums ist offenbar für Gäste gedacht und da ich vorerst Gast bleiben möchte aber trotzdem gerne zu einer Diskussion anregen möchte, folgender Beitrag:

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit der berühmten Frage nach dem „Sinn des Lebens“. Ich habe mich ganz bewusst noch nicht mit der Fachliteratur auseinandergesetzt, um meinerseits eine zu große Beeinflussung zu vermeiden. Der hoffentlich klare Menschenverstand hat mich zu folgender, unter Umständen nicht ganz leicht nachvollziehbaren These geführt:

Das Bewusstsein des Menschen ist im Zentrum und gibt allem einen Sinn, außer dem eigenen Dasein. Worin besteht der Sinn des Sinngebenden, also des Menschen? Da alle Dinge nur Sinn haben, wenn sie einen Sinn für den Menschen ergeben, muss auch der Mensch einen Sinn haben, sonst ist alles sinnlos. Da uns niemand bekannt ist, der uns Sinn gibt und wir uns selbst keinen Sinn geben können, sind der Mensch und dessen Existenz vollkommen sinnlos. Unsere Existenz hat für niemanden anderen Relevanz, was uns irrelevant macht, solange es niemanden gibt der uns einen Sinn zumisst. Würden wir X finden, welches uns Sinn gibt, so würden wir diesem automatisch auch Sinn geben. So hätte alles einen Sinn, außer der sinngebenden Symbiose zwischen Mensch und X. Denn das Bewusstsein von beiden würde Verschmelzen und nach Y suchen, welches bei erfolgreicher Auffindung wieder beiden Sinn geben würde. Wenn wir Y gefunden hätten, so müsste jedoch auch diese neue Symbiose von jemand anderem einen Sinn bekommen, sonst wären wir wieder sinnlos. Das heißt wir bleiben in jedem Moment, bis in die Unendlichkeit sinnlos, unabhängig davon, was wir mit unseren gegebenen Sinnen wahrnehmen können oder nicht.

Dieser Text ist das kompakte Endprodukt einer ganzen Reihe von langen Überlegungen. Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Sind meine Überlegungen logisch nachvollziehbar und wenn ja, welcher Ansicht seid ihr?

Vielen Dank und LG,

12tragttutS
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon memphis » So 7. Nov 2010, 00:10

Hallo u. Guten Tag!
Ich habe mal irgendwo gelesen,
die Frage nach dem "Sinn des Lebens" sei falsch gestellt.
Es muesse besser heiszen:
"Welchen Sinn gebe ich meinem Leben ?"
:
Das bedeutete, die eigene Existenz,
das Schicksal, in die Welt gesetzt worden zu sein, einfach anzuerkennen.
Und dann muesste ich auch nicht danach fragen,
welchen Sinn das Vorhandensein des Universums ueberhaupt hat.
Wenn naemlich meine Existenz einen Sinn haette,
setzte das logischerweise eine sinnvolle Vorphase voraus:
quasi einen Sinn fuer den (meinen) Sinn.
:
Der Philosoph Martin Heidegger nannte das die "ontologische Differenz",
den Unterschied zwischen Sein und Seiendem.
Oder anders ausgedrueckt:
"Wie haengt das Seiende, z.B. meine Existenz,
mit der Vorphase des Seins zusammen ?"
:::
MfG,memphis
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » So 7. Nov 2010, 17:39

Guter Umkehrschluss, welchen Sinn gebe ich meinem Leben, und somit erhält mein Leben einen Sinn.
Das Leben ist ein Geschenk, Geschenke sind nicht immer mit Sinnhaftigkeit behaftet.
Manchmal einfach, wobei einfach zu einfach wäre, etwas Wunderschönes.
Du kannst so vieles erleben, schönes sehen, sicher auch weniger Schönes, wobei dadurch das Schöne wieder besonders wird.
Nur weil es endlich ist, ist es nicht sinnlos.

LG
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kann nur erfahren, was er schon weiss.
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon memphis » Mo 8. Nov 2010, 10:31

Das Leben ist ein Geschenk, Geschenke sind nicht immer mit Sinnhaftigkeit behaftet

Leben bedeutet,
- Schwierigkeiten ueberwinden,
- Probleme loesen,
- Sterben lernen,
- Scheitern,
- kurzum -
Leben ist Zumutung.
:
Weil das Leben eine Zumutung ist, sollten sich alle Muetter und Vaeter
bei Zeiten bei ihren Kindern entschuldigen, sie in die Welt gesetzt zu haben.
MfG,memphis
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Mo 8. Nov 2010, 11:19

Hallo memphis, Du siehst nur das Negative,
Leben heisst
Schwierigkeiten überwinden ------ daraus Kraft gewinnen, Freude es geschafft zu haben
stark sein
Probleme lösen--------------------dazu fähig sein auch helfend für die Problem anderer
Sterben lernen--------------------das beginnt mit der Geburt, zu wissen dass das Leben
endlich ist, damit umzugehen, das unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen wir können uns darauf
einrichten, werden nicht einfach hinweggerissen
Das Leben als Geschenk, nicht alles ist schlecht oder
gar schiere Zumutung, es ist das, was Du daraus machst
es liegt in Deiner Hand auch wenn die Vergangenheit im Dunkeln lag, jeder Tag ist ein neuer Anfang
Wer nur sieht, was vor ihm steht,
kann nur erfahren, was er schon weiss.
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon plotin » Mo 8. Nov 2010, 17:30

.....Auf die simpel reduzierte Frage "Was ist der Sinn des Lebens", kann es, so denke ich,
bloß eine Antwort geben die da lautet; "Leben hat keinen Sinn". Der Welt ist es egal
ob in ihr Leben existiert oder nicht, auch der Mensch hätte keine Ahnung von Leben würde
er nicht existieren. Ob nun Leben ist oder nicht ist, es spielt einfach keine Rolle, also hat
es auch keinen tieferen Sinn, es ist einfach.....

meint m.f.g. plotin
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Mo 8. Nov 2010, 18:27

Wenn Leben keinen Sinn hat, warum bemühen wir uns dann um so viele Dinge??
Erachten so viele Wichtigkeiten haben Freude Gefühle Traurigkeiten,
wenn es keinen Sinn gäbe, könnte man sich ja gleich begraben.:-)
Es liegt nämlich ganz einfach der Sinn darin, den wir unserem Leben geben.
Wir können ein sinnvolles mit Inhalt gefülltes Leben führen, wie eben auch ein sinnloses mit Leere gefülltes, wobei dies wiederum kein Gefülltes sondern lediglich ein Leben in einer leeren Hülle ist . Ob es "der Welt egal" ist, denke ich ist nachrangig, Den Sinn gebe ich dem, meinem Leben selbst ohne Blick darauf was die Welt dazu meint.Und sei es nur mich an der Natur zu erfreuen,an Sonnenschein, Regen und Wind..........LG nachdenklich
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon plotin » Mo 8. Nov 2010, 19:10

.....Du hast natürlich recht! Doch es gilt zu unterscheiden zwischen dem Sinn und Zweck
dem du deinen Leben gibst oder ich meinem und dem Sinn des Lebens "an sich". Die Welt
käme ohne Leben sicher ganz gut zurecht, aber das Leben ohne Welt??....

meint m.f.g. plotin
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon memphis » Mo 8. Nov 2010, 20:01

@nachdenklich
Hallo memphis, Du siehst nur das Negative, .....
..... es liegt in Deiner Hand auch wenn die Vergangenheit im Dunkeln lag,
jeder Tag ist ein neuer Anfang

Diesen zitierten Einwand habe ich sinngemaesz erwartet - und dennoch bedanke ich mich dafuer.
Der negative Eindruck ist aber nur die (meine) philosophische Art,
Kritik am eigenen Leben schlechthin zu ueben, -
und Kritik heiszt hier allgemeine Beurteilung.
:
Um den negativen Eindruck zu kompensieren, ergaenze ich:
"Leben ist Zumutung, und deshalb Herausforderung."
Und Herausforderung kann bekanntlich Lebensfreude bedeuten.
Andernfalls haette ich ja freiwillig wieder ausscheiden koennen,
wenn ich gemaesz Albert Camus von der Absurditaet des Lebens
ueberwaeltigend ueberzeugt gewesen waere.
Ich habe es aber nicht getan, weil ich mein Dasein durchaus fuer interessant gehalten habe.
:
Es gibt andererseits auch eine hohe Huerde, freiwillig vor der Zeit wieder auszuscheiden.
Insofern kann ich von einer naturgemaeszen Determiniertheit sprechen,
das Leben zu ertragen und zu erhalten.
Das Leben als Geschenk zu betrachten ist m.E. ein Mythos,
den die Menschen benutzen, um sich selbst zu ueberhoehen.
:::
MfG,memphis
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Mo 8. Nov 2010, 20:58

das Leben ohne Welt?
Man darf nicht vergessen, wir sind ein Teil des grossen Ganzen, ein Teil dieser Welt.
Alles fügt sich ineinander in einen Kreislauf. Eine Welt ohne uns, wäre eine ganz andere, nicht die von der wir sprechen.
LG nachdenklich
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Mo 8. Nov 2010, 21:07

hallo memphis!
Dann wäre zu überlegen was die hohe Hürde ausmacht, das was festhält, an Freude an Schönheit, die Angst vor dem Unbekannten, dem Vergehen,doch auch der Gedanke, das Leben als lebenswert also wertvoll zu erachten
Überhöht sich der Mensch, wenn er das Leben als Geschenk ansieht?Was ist es denn anderes als eine Gabe mit der man achtungsvoll umgehen sollte.
So achtlos kann man Leben nicht annehmen um es nicht als eine solche anzusehen
Ich sehe das dann eben auch nicht als ein sich überhöhen betrachten, eher als ein Annehmen, in Würde und Achtung.
LG nachdenklich
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon memphis » Mo 8. Nov 2010, 21:56

@nachdenklich
Eine Welt ohne uns, wäre eine ganz andere, nicht die, von der wir sprechen.

Also machen wir uns was vor ?
Unser Weltbild ist konstruktivistischer Art, nicht rational.
:
Dann wäre zu überlegen was die hohe Hürde ausmacht, das was festhält,
an Freude an Schönheit, die Angst vor dem Unbekannten, dem Vergehen,
doch auch der Gedanke, das Leben als lebenswert also wertvoll zu erachten

Ich denke, dass die hohe Huerde,
Respekt vor dem Leben, dem eigenen Dasein und Verbleiben zu haben,
ein Naturphaenomen ist, das z.B. in mir quasi als bestimmende Kraft unbewusst wirkt.
So wie Eltern irrational Kinder in die Welt setzen, ohne sich bewusst zu sein,
dass diese bestimmende Kraft des Erhaltes eines Lebensprinzips schlechthin dahintersteckt.
Es ist also das Prinzip des Lebens in der Natur selbst, das uns abhaengig, quasi suechtig macht.
Fuer die aesthetischen Werte nach/zw. Schoenheit und Haesslichkeit (Grausamkeit)
sind die Menschen dann unabhaengig selbst gestalterisch zustaendig.
:::
MfG,memphis
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon plotin » Mo 8. Nov 2010, 22:53

nachdenklich hat geschrieben:das Leben ohne Welt?
Man darf nicht vergessen, wir sind ein Teil des grossen Ganzen, ein Teil dieser Welt.
Alles fügt sich ineinander in einen Kreislauf. Eine Welt ohne uns, wäre eine ganz andere, nicht die von der wir sprechen.
LG nachdenklich


.....Nun ich sehe das nicht so. Ich bin der Überzeugung, dass Leben "kontingent" ist, also
keinen Grund und kein Ziel, keine Richtung oder Notwendigkeit besitze und das Leben
ebenso gut auch nicht hätte entstehen müssen/können. Da es aber nun mal ist, nehme
ich es auch an, messe ihm aber keinen Wert zu.....

meint m.f.g. plotin
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Di 9. Nov 2010, 07:51

[quote="memphis"]@nachdenklich

Also machen wir uns was vor ?

Wir machen uns insofern etwas vor, indem wir uns eine VORSTELLUNG schaffen, die sich eben aus unserem Denken ergibt. Denken heisst auch sich etwas vorstellen (können)

Fuer die aesthetischen Werte nach/zw. Schoenheit und Haesslichkeit (Grausamkeit)
sind die Menschen dann unabhaengig selbst gestalterisch zustaendig.

Zuständig ja, jedoch nicht unabhängig, abhängig von all den Einflüssen, die einwirken

LG nachdenklich
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Re: Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Beitragvon nachdenklich » Di 9. Nov 2010, 07:56

Hallo plotin, ob ein Leben kein Ziel, Richtung oder Notwendigkeit bekommt, liegt einzig allein in jedem Menschen selbst.
Und ist es nicht zu einfach, einfach nur annehmen, ohne Beimessung eines Wertes?
Damit wird es aktiv wertlos GEMACHT.

LG nachdenklich
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