Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

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Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon outthere » Mo 19. Sep 2011, 01:10

Wenn Leute diskutieren, kommt meistens nichts dabei heraus. Eine Diskussion hat Ähnlichkeit mit einem Geschäftsgepsräch. Es werden Argumente ausgetauscht. Was dabei rauskommt ist aber grundverschieden. Ist ja auch nichts neues. Immerhin: es gibt Diskussionen, aus denen man was lernt. Aus einer Diskussion was lernen, und aus einer Diskussion als Sieger hervorgehen sind aber zwei verschiedene paar Stiefel. Wer aus einer Diskussion hervorgeht kann durchaus auch was dabei gelernt haben. Wenn aus einer Diskussion keiner als Sieger hervorgeht, dann war es ein Gespräch unter Freunden. So ein Gespräch kann auch sehr lehrreich sein, vor allem wenn der eine was weiß, was der andere nciht weiß. Aber wenn beide das gleiche wissen, können sie durch das Gepräch zu keinem Erkenntnisfortschritt gelangen, denn es fehlt ihrer Unterhaltung der Biss. Sie sagen einander nur Unverbindliches, wie z.B. dass schones Wetter ist. Philosophie lebt davon Dinge in Zweifel zu ziehen, die von niemandem angezweifelt werden, und anschließend wird daraus ein Dogma gemacht. Die meisten Leute reden nur, um ihre täglchen Geschäfte zu regeln, und um etwas zu sagen. Wer was sagt, der ist beliebter als jemand, der nichts sagt, vorrausgesetzt, er ist jemand, von dem man erwartet, dass er was sagt.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon plotin » Mo 19. Sep 2011, 10:48

outthere hat geschrieben:Wenn Leute diskutieren, kommt meistens nichts dabei heraus. Eine Diskussion hat Ähnlichkeit mit einem Geschäftsgepsräch. Es werden Argumente ausgetauscht. Was dabei rauskommt ist aber grundverschieden. Ist ja auch nichts neues. Immerhin: es gibt Diskussionen, aus denen man was lernt. Aus einer Diskussion was lernen, und aus einer Diskussion als Sieger hervorgehen sind aber zwei verschiedene paar Stiefel. Wer aus einer Diskussion hervorgeht kann durchaus auch was dabei gelernt haben. Wenn aus einer Diskussion keiner als Sieger hervorgeht, dann war es ein Gespräch unter Freunden. So ein Gespräch kann auch sehr lehrreich sein, vor allem wenn der eine was weiß, was der andere nciht weiß. Aber wenn beide das gleiche wissen, können sie durch das Gepräch zu keinem Erkenntnisfortschritt gelangen, denn es fehlt ihrer Unterhaltung der Biss. Sie sagen einander nur Unverbindliches, wie z.B. dass schones Wetter ist. Philosophie lebt davon Dinge in Zweifel zu ziehen, die von niemandem angezweifelt werden, und anschließend wird daraus ein Dogma gemacht. Die meisten Leute reden nur, um ihre täglchen Geschäfte zu regeln, und um etwas zu sagen. Wer was sagt, der ist beliebter als jemand, der nichts sagt, vorrausgesetzt, er ist jemand, von dem man erwartet, dass er was sagt.


.....Alles Reden (diskutieren) soll auf "Überzeugung" hin ausgerichtet sein. Siehe "Diskurs-Ethik" von J. HABERMAS und K.O. APEL. Diskurs ist "kein Kampf" welcher
nach einem "Sieger" bzw. nach einem "Besiegten" verlangt.....

meint m.f.g. plotin
Wer glaubt das er alles gefunden hat, hat nie gesucht.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon Castiglio » Mo 19. Sep 2011, 11:18

outthere hat geschrieben: wie z.B. dass schones Wetter ist..

bei uns ist aber kein schönes Wetter, es regnet schon den ganzen Morgen.

Oft erlebe ich die Diskussionen auf oben geführtem Niewo (ja, das kommt dann auch noch dazu - soll Niveau heißen). Das macht eine Diskussion oft unmöglich.
Auch das Ursprungsposting von dir lässt nicht genau erkennen, was du denn nun genau diskutiert haben willst. Es kommt mir eher so vor wie das, was du wohl bemängelst: niewoloses Gekwatsche.

Gruß
C.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon king » Mo 19. Sep 2011, 22:05

Es ist schon ein Fortschritt, wenn man im Laufe der Diskussion erkennt, an welchem Punkt genau sich die Geister scheiden und vielleicht auch noch warum, z. B. aufgrund unterschiedlicher Setzungen, unterschiedlicher Basisentscheidungen.
Das ungeprüfte Leben ist seinen Preis nicht wert. (Sokrates)
Philosophische Logik ist der Weg, auf dem man sehen muss, wie weit man kommt. (Jaspers)
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon philophax » Di 20. Sep 2011, 02:45

Wenn ein Dialog funktionieren soll, wäre es eigentlich notwendig, sich vorab über die Gesprächsebene zu verständigen, denn ohne vorherige Parakommunikation (Das Reden übers Reden) entstehen Missverständnisse, und bei Missverständnissen bleiben erst recht die Erkenntnisse aus. Konkret kann das heißen, dass man am besten zuerst die Art des Dialogs gemeinsam festlegt, zum Beispiel: Wollen wir einfach nur Erfahrungen wertfrei austauschen ? Wollen wir gemeinsame Kritik an etwas üben ? Oder wollen wir über ein bestimmtes Thema diskutieren ?

Ein Dialog funktioniert im Prinzip wie eine Radiosendung: Es gibt immer einen Sender und einen Empfänger. Sind die Wellenlängen vom Sender und Empfänger allerdings unterschiedlich (Der eine sendet auf Ultrakurzwelle und der andere empfängt auf Mittelwelle), so wird keine Verständigung zustande kommen. Nehmen wir nun an, man hat sich über das Führen einer Diskussion geeinigt, dann ist aber noch die Frage offen, welcher Kenntnisstand über das Thema bei beiden vorliegt und inwieweit das Vokabular bei dem einen oder anderen ausreicht, um bei der Diskussion nicht „abzuschmieren“. Ich halte es bei jeder Diskussion für sowohl überheblich als auch sinnlos, wenn einer der Gesprächspartner sich mit einem Bollwerk an Fachvokabular profilieren möchte oder dem anderen schroff zu verstehen gibt, er sei nicht kompetent. Ich meine das geht auch eleganter. Gerade in diesem Forum posten Menschen aus verschiedenen Fakultäten: Physiker, Philosophen, Psychologen und Soziologen, um nur einige zu nennen. Zudem ist die Themenauswahl recht frei und flexibel. Allein schon deshalb wird es mit dem Gebrauch rein philosophischer Termini schwierig.

„Sieger“ bei einer Diskussion zu sein, hat sicher einen Vorteil, aber auch einen entscheidenden Nachteil: Einerseits kann man sich rühmen und selbst auf die Schulter klopfen, dass man den anderen hat blass aussehen lassen, andererseits provoziert man damit, dass der Verlierer den Schwanz einzieht und sich trollt und jeden weiteren Kontakt meidet. Das ist bedauernswert, denn vielleicht verfügt der Verlierer ja noch über wertvolles Wissen. Stets Sieger sein (zu wollen), ist nicht selten strategisch unklug.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon Castiglio » Di 20. Sep 2011, 10:29

Hallo!
Ich wäre sehr dafür, die Diskussionskultur zu verbessern. Auch mir wäre es eine Hilfe, in einer bestehenden Struktur meine Argumente auszutauschen statt aufs Geratewohl zu schreiben.

Ich stelle mir das mit der Struktur so vor, dass jemand zu Beginn des postings eine These aufstellt, die er/sie diskutiert haben will. Dann wird der Kontext beschrieben, in die die Diskussion eingebettet sein soll (das Themengebiet abstecken). Anschließend können Argumente (1 bis x) vorgebracht werden, die diese vorgestellte These stützen, für die These sprechen.
Zum Schluss kann vielleicht noch das Ziel vorgegeben werden, das der Autor mit dem posting verfolgt.

Die Diskutanten und -onkel haben dann Angriffsfläche durch die vorgebrachten Argumente, die nun widerlegt werden können. Dabei sollte erklärt werden, warum das vorgebrachte Argument nicht zieht oder was daran falsch ist oder was auch immer, um es zu zerlegen - oder es sogar zu bestätigen und Anfügungen zu machen.

Ganz prima wäre es, wenn sich hier jemand in klassischer Rhetorik auskennt und darüber etwas schreiben kann. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass in der Klassik ein (Rede-)Beitrag mit einer Zusammenfassung des vorhergehenden Beitrags begonnen werden musste, um zu zeigen, dass der Beitrag verstanden wurde. Das ist bei schriftlicher Auseinandersetzung wohl nicht nötig.

Ansonsten danke ich hiermit outthere für den Beitrag, auch wenn ich ihn ein wenig abfällig kommentiert habe. Philophax konnte es ja gut ins Konstruktive wenden, wofür auch ihm Dank gebührt.

LG
C.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon Philosophiefreak » Fr 2. Dez 2011, 19:08

outthere hat geschrieben:Wenn Leute diskutieren, kommt meistens nichts dabei heraus.
Meistens heißt nicht immer. Also kommt manchmal etwas heraus. Psychologen wissen, dass 98 % aller Gespräche Selbstgespräche sind. Wenn man an einem Gespräch der restlichen 2 % teilnehmen will, sollte man halt Menschen suchen, die zu solchen Gesprächen in der Lage sind. Viel Glück, outthere.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon Merlin » Do 2. Feb 2012, 11:49

Hallo,

ich bin auch der Meinung, dass Diskussionen wichtig und sinnvoll sind. Spannender als Selbstgepräche sind Diskussionen in jedem Fall.
A propos: Wer hat Lust auf einen gemeinsamen Diskussionsabend. Ich komme aus Stuttgart. Falls jemand von euch dort wohnt, könnten wir uns ja mal treffen. Zur Diskussion würde ich leckeren Wein vom Weingut Markus Schneider servieren.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon denksystem » Do 9. Feb 2012, 20:23

Ich denke, dass jeder ein anderes Denksystem besitzt und sich die eigentliche Diskussion nach einiger Zeit immer um die Voraussetzungen dieser beiden Denksysteme halten, die man eben nicht richtig begründen kann.
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Re: Dialog ohne Erkenntnisfortschritt

Beitragvon GerhardBuch » So 19. Feb 2012, 18:26

philophax hat geschrieben:„Sieger“ bei einer Diskussion zu sein, hat sicher einen Vorteil, . . .

Du scheinst davon ja sehr viel zu verstehen, wie Du bei Sterngucker bewiesen hast.

Siehe "Beweise allein durch Logik ?"
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