Als der Mensch denken konnte....

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Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon Gast0815 » Fr 28. Jan 2011, 20:07

Als der Mensch denken konnte....

dachte er darüber nach,
wie er sein Leben erhält,
wie er sein Leben sichert,
wie er sein Leben angenehmer macht,
wie er sich fortpflanzen kann,
wie er das Leben und die Welt verstehen kann,
-
Aber all sein Denken hat ihm bis heute nicht unwiderruflich erklärt,
was das ist, was in ihm denkt....


Würde man zwei Schritte zurückgehen, von allem Abstand nehmen, was Menschen sich bisher vorstellten, versuchen die Menschen von außen zu betrachten und sich folgende Fragen stellen:

Kann menschlicher Geist den menschlichen Geist jemals überschauen und enträtseln?
Ist da eine Erkenntnisgrenze die Menschen nie überschreiten können?
Landen Menschen immer in einer Endlosspirale wenn sie versuchen den menschlichen Geist objektiv zu untersuchen, weil sie nie aus diesem menschlichen, Blickwinkel ausbrechen können?

Mir scheint es fast so....dass der Mensch zum ewig subjektiven Wesen verdammt bleibt.

Manchmal kommt mir der Gedanke, dass man den Geist des Menschen vielleicht als eine Art unsichtbares Organ bezeichnen könnte. Unser Bewusstsein, unser ICH, wäre vielleicht als die dem Körper spürbare Wirkung der Aktivitäten seines neuronalen Netzwerkes zu sehen, als sein Produkt.

Seit Anfang der Menschenzeit ist dieser Geist m.E. einzig dem Überleben und Fortpflanzen des Menschen, der Weitergabe seiner Gene dienlich. Vielleicht ist der menschliche Geist eine Art evolutionäres Update mit erhöhter Anpassungsfähigkeit und größerer Kreativität gegenüber dem Geist der Tiere.

Ich bin mir nicht sicher ob es dieses Modell der Vorstellung des Geistes schon gibt. Falls ja bitte ich um Verzeihung für die Wiederholung.

Gibt es Lösungswege in der Philosophie mehr Objektivität in der Betrachtung des menschlichen Geistes gewinnen zu können?

All unsere Worte und Vorstellungen entspringen menschlichem Geist den meiner bis jetzt nicht überschauen kann.

Eine Philosophiestudentin aus Idstein sagte mir mal: „Manchmal ist es besser zu glauben.“

Mit freundlichen Grüßen

Günther Heermann
Gast0815
 

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Re: Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon matze73 » Fr 28. Jan 2011, 22:03

Hallo!

Es ist ein bisschen die Frage, warum man überhaupt darauf kommt, den Geist selbst zum Gegenstand der Betrachtung zu machen. Ist es nicht so, als ob man durch ein Telekskop die Sterne betrachtet, aber plötzlich auf die Idee kommt, das Telekskop selbst zu untersuchen, um herauszufinden, in welchem Bauteil nun die Sterne versteckt sind ...

Der Geist setzt den Menschen, und die Dinge der Welt, in Beziehung zueinander.

Wenn er das nicht tun würde, wäre er nutzlos. Im abstrakten Denken kann er sich vom Selbst lösen (es wäre die Frage, bis zu welchem Maß das gut ist).

Ob der Geist die Dinge angemessen ins Verhältnis setzt - gut, da ist dann der Blick auf den Einzelfall nötig.

Was die Grenzen der Erkenntnis angeht, die sind m.E. nicht durch die Grenzen des Geistes gegeben, sondern durch die (realen oder imaginären) Grenzen der Dinge, mit denen sich der Geist befaßt.

Gruß,
Matze
matze73
 
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Re: Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon Gast0815 » Sa 29. Jan 2011, 05:15

Hallo Matze,

ich danke Dir für Deine Kritik. Sind denn die Fragen nicht legitim?
Natürlich sind es nur persönliche Gedanken...

Hätte ich ein Fernrohr...und wäre es das einzige Mittel, was ich habe um überhaupt etwas zu sehen, zu erkennen, darf ich dann nicht fragen ob es mir vielleicht etwas vorgaukelt oder den Blick verzerrt? Immerhin ist mir bewusst, dass ich überhaupt nur durch das Fernglas (den Geist) sehen kann. Ich habe keine andere Möglichkeit. Das ICH kann „nur“ ...ist nur dieses (geistige) Fernglas – vielleicht ohne Weitwinkelobjektiv.

Wie kann man nur sicher sein (ein unverzerrtes) objektiv zu sein?

Meinst Du die Dinge sind so, wie der menschliche Geist sie definiert?
M.E. ist die Erkenntnis eine Erklärung des menschl. Geistes für etwas, dessen er sich nach Prüfung und Abwägung aus seinem Blickwinkel sicher ist.

Findet denn die Erkenntnis nicht im Geist des Menschen zum Nutzen des Menschen statt?
Unser Geist hat für sich gesehen (m.E.) erstmal keinen Anspruch auf unverfälscht endgültige Erkenntnis. Er erzeugt vielleicht eine Vorversion, eine Vorstellung, die in der direkten Umwelt des Menschen anwendbar ist.

Gruß

Günther
Gast0815
 

Re: Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon matze73 » Sa 29. Jan 2011, 20:11

Hallo Günther,

ob die Frage "legitim" ist, weiß ich nicht.

Ich frage mich nur, ob die Fragestellung evtl. durch den technizitären Zeitgeist nahegelegt ist.

Ich studiere momentan an einer Fachhochschule in technischer Richtung, und letztlich endet jedes interessante Thema in einem mathematischen Modell.

D.h. im Sinne dieses Zeitgeistes (der sicher schon jahrzehnte alt ist), dürfte die Beschäftigung mit dem menschlichen Geist (sofern sie möglich ist) vorrausichtlich in einem mathemathischen Modell enden, das auch als Maschine implementierbar ist.

Aber jede Maschine ( sei es der Computer ) , ist zu gar keiner geistigen Leistung fähig (das Fachgebiet der "künstlichen Intelligenz" hat seine Ziele eigentlich vor gut 20 Jahren als unmöglich aufgegeben müssen). Statt dessen geht es seit längerem nur darum, immer größere Datenmengen durch die Prozessoren zu jagen.

DAHER denke ich, es dürfte interessanter sein, sich um die Qualitäten und Eigenschaften der Dinge zu bemühen, die der Geist in Beziehungen setzen muß. Da kann es natürlich sein, wie du sagst, dass da "Verzerrungen" auftreten, vielleicht weil manche Dinge auch unvereinbar sind. Um noch mal auf das Teleskop zurückzukommen, es kann nur weit entfernte Dinge beobachten, alle Dinge, die "nah dran" sind, wären recht unscharf und nicht erkennbar.

Grüße
Matze
matze73
 
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Re: Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon Gast0815 » Sa 29. Jan 2011, 22:26

Hallo Matze,

vielleicht hast Du Recht. Ich selbst bin seit 23 Jahren Elektroingenieur und schreibe beruflich Software für Industrieanlagen. Wenn man aus dieser technischen Sichtweise den menschlichen Geist betrachtet, mag es sein, dass man aus beruflicher Gewohnheit die Dinge hinterfragt.
Im Beruf hat es oft geholfen mir einen anderen Blickwinkel zu verschaffen und etwas Abstand zu nehmen um Fehler zu finden.

Wie oft mussten die Menschen schon erkennen, dass sie mit ihrem bisherigen Modellen falsch liegen, oder zumindest nicht alles erklären können. Die Erde wurde z.B. in den Vorstellungen der Menschen von einer Scheibe zur Kugel. Newtons Modelle wurden von Einsteins abgelöst. Doch die Quantenmechanik von Heisenberg vereint sich noch nicht mit Einsteins Relativitätstheorie. Auch da wird es noch weitergehen.

Die Menschen kennen also weder ganz sicher die kleinsten Elemente noch die größten. Weder ganz sicher den Anfang der Zeit noch das Ende. Wenn man der String-Theorie folgt findet man plötzlich 10 oder mehr Dimensionen. Noch dazu kommt, dass wir nicht einmal unseren eigenen Geist sicher überschauen und enträtseln können. Also kann man sagen: Wir schweben wir im Grunde in einem relativen Etwas ohne wirklich absolutes Wissen zu haben. Ist es nicht so, dass wir das Modell der Umwelt und das von uns selbst nur durch Vorstellungen zusammensetzen. Diese Vorstellungen werden irgendwann nicht mehr hinterfragt und erscheinen uns als die absolute Wahrheit.

Ja, wir können gut mit diesen Modellen leben. Sie haben uns Menschen an diesen Punkt gebracht. Ich denke, die Anpassungsfähigkeit und die Kreativität unseres Geist war ausschlaggebend. Allerdings sehe ich da auch Probleme auf uns zukommen. Die Anzahl der Menschen nimmt immer weiter zu. Aber sie gehorchen den gleichen Naturgesetzen wie früher schon. Der Egoismus ist geblieben. Kaum jemand sieht als Fernziel das Überleben der Menschheit. Nein, nur das eigene Leben, das der Kinder und der Liebsten steht im Ernstfall im Vordergrund. Ich denke unser Geist ist dahingehend ausgestattet so zu sein, ob wir es wollen oder nicht.

Deshalb drängt sich mir immer wieder der Gedanke(die Frage) auf ob wir unserer Geist objektiv beurteilen können. Ob es Mittel gibt mehr Objektivität zu erlangen....

Danke für Deine Worte!

Günther
Gast0815
 

Re: Als der Mensch denken konnte....

Beitragvon Gast0815 » Sa 29. Jan 2011, 22:31

Entschuldige die vielen kleinen Schreibfehler. Habe ich in der Eile übersehen.
Gast0815
 

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